Dorferneuerungsmittel: So clever werden sie in Silbitz genutzt

Silbitz  Sowohl die Gemeinde als auch Privatleute greifen auf die Möglichkeiten der Förderung zu. Programm läuft noch bis 2022

Bauboom in Silbitz: Das Neubaugebiet Neuscheffels Felder ist voll belegt. Vier Einfamilienhäuser sind in kürzester Zeit entstanden, ein weiteres ist in Planung.

Bauboom in Silbitz: Das Neubaugebiet Neuscheffels Felder ist voll belegt. Vier Einfamilienhäuser sind in kürzester Zeit entstanden, ein weiteres ist in Planung.

Foto: Susann Grunert

Familie Kaps muss nicht lange zu einem Zeitungsfoto überredet werden, gerne posieren sie vor ihrem neuen Häuschen, das sie in Silbitz gebaut haben: „Wir fühlen uns wohl.“

Das hört Bürgermeister Silvio Mahl natürlich gerne, der im Ort einen regelrechten Bauboom beo­bachtet. „Vier Einfamilienhäuser sind hier in kürzester Zeit entstanden, ein weiteres ist in Planung“, erzählt er.

Das Baugebiet „Neuscheffels Felder“ ist damit voll belegt. Der Gemeinderat versuche bereits, neue Bauflächen zu erschließen, denn momentan gebe es keine Grundstücke mehr. Und noch eine Entwicklung sieht der Bürgermeister positiv: Die Möglichkeiten der Dorferneuerung, die Silbitz neben anderen Gemeinden im Elstertal noch bis 2022 genießt, werden rege genutzt – von der Kommune selbst und den Einwohnern.

„Ich kann bei den Bürgern nur dafür werben, die Förderung zu nutzen“, so Mahl. 35 Prozent der Bausumme könnten so finanziert werden. Die Erneuerung von Zäunen und Mauern, Fenstern, Türen und vieles mehr sind förderfähig. Für die Kommune beträgt der Fördersatz sogar 65 Prozent, zahlreiche Vorhaben konnten dadurch in Silbitz und dem Ortsteil Seifartsdorf angeschoben werden.

„Wir wollen zum Beispiel die Fläche vor dem Sportlerheim pflastern, bisher liegt dort nur Split“, so Silvio Mahl. Perspektivisch soll das Gebäude auch umgebaut werden, um Räume zu schaffen, die für Feiern oder ähnliches vermietet werden können. Ein neuer Pächter konnte bisher allerdings noch nicht gefunden werden. In der Siedlung ist am Formerweg der Einbau einer Zisterne geplant, die rund 98.000 Liter fassen und die Versorgung mit Löschwasser absichern soll.

In Seifartsdorf ist geplant, die alte Bachmauer am Festplatz zu erneuern und den Containerplatz umzugestalten. „Dafür sind die Anträge gestellt“, informiert Silvio Mahl. Zudem soll die Straße unterhalb der Kirche ins Visier genommen werden. „Aufgrund der dortigen Hang­lage haben wir immer Probleme mit Wasser, das von den Feldern kommt.“ Der Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Eisenberg (ZWE) plant zudem die Erneuerung des Regenwasser- und Schmutzwasserkanals.

Dank Mitteln aus dem Konjunkturpaket des Freistaates konnte die Gemeinde in Seifartsdorf noch weitere Projekte bewältigen:„Wir haben den Weg zur Kirche neu gepflastert“, erzählt der Bürgermeister. Außerdem wurde am Friedhof eine Zisterne eingelassen, die bis zu 5000 Liter Regenwasser sammelt. Das können die Besucher dank einer Pumpe kostenlos als Gießwasser nutzen. Das gleiche sei auch auf dem Silbitzer Friedhof geplant. Der steile Anstieg zur Seifartsdorfer Kirche soll ebenfalls in die Kur gehen. Das dortige Kopfsteinpflaster hält die eine oder andere Stolperfalle bereit. „Gerade für Bürger, die auf einen Rollator angewiesen sind, ist der Weg sehr beschwerlich.“ Auch eine ordentliche Zufahrt zur Trauerhalle solle so ­gewährleistet werden.

Fördermittel für Privatleute

  • Im Rahmen der Dorferneuerung können auch private Baumaßnahmengefördert werden. Stichtag für den Antrag ist jeweils der 15. Januar des Jahres, in dem die Maßnahme durchgeführt werden soll.
  • Für den Antrag ist eine Beratung vor Ort und die Einholung von Firmenangeboten erforderlich. Anfallende Kosten trägt die Gemeinde.
  • Bauwillige wenden sich an: quaas-stadtplaner, Schiller­straße 20, 99423 Weimar, Tel. 03643/494921 oder Fax 03643/494931 oder Email buero@quaas-stadtplaner.de
  • Gefördert werden Maßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung der Bausubstanz im Ortskern zu 35 Prozent der Bausumme. Eigenleistungen werden nicht gefördert.
  • Hierbei kann es sich beispielsweise um die Erneuerung von Fenstern, Türen und Toren, von Dachdeckungen oder um Fassadengestaltung und Wärmedämmung handeln. Ebenfalls förderfähig sind Zäune, Mauern, Toranlagen, Hofbefestigung, Treppen und Begrünungen. Es sollte sich um historische und traditionelle Bausubstanz handeln (keine Gebäude die nach 1990 errichtet worden sind).
  • maximaler Zuschuss pro Objekt: 15.000 Euro
  • Mindesinvestitionsvolumen: 7500 Euro

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