Dullen und stille Hochzeiten: Stadtrodaer veröffentlicht Doppelkopf-Regelwerk

Stadtroda  In seinem neuesten Buch widmet sich der Stadtrodaer Autor Axel Gutjahr einem der geselligsten Kartenspiele Deutschlands – dem Doppelkopf.

Der Stadtrodaer Autor Axel Gutjahr zeigt sein neues Buch "Doppelkopf spielen mit Niveau". 

Foto: Frank Kalla

Skat mag das vielleicht bekannteste und beliebteste Kartenspiel in Deutschland sein, doch was die Geselligkeit angeht, liegt der Doppelkopf weit vorn.

„Schätzungsweise bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland spielen mehr oder weniger aktiv Doppelkopf“, sagt der Stadtrodaer Autor Axel Gutjahr, der sich erstmals in seinem neuen Buch „Doppelkopf spielen mit Niveau – Bewährte Regeln und Strategien für Anfänger und Fortgeschrittene“ einem Kartenspiel widmet, in dem es vor unterschiedlichen Regeln nur so wimmelt. Und bei dem man, so Gutjahr, auch schnell mal „Haus und Hof“ verlieren kann. „In dieser Aussage steckt gelegentlich viel Wahrheit, sobald hasardartige Abrechnungsmodelle zugrunde liegen. Ich möchte an dieser Stelle eindringlich davor warnen, denn das hat nichts mehr mit jenem geselligen Spiel zu tun, an dem alle Beteiligten ihre Freude haben“, erklärt der Autor. Er habe sich in seinem Sachbuch deshalb mehr dem Spiel um kleine Geldbeträge zugewandt und entsprechende Möglichkeiten der Berechnung aufgezeigt.

Gutjahr, der seit seiner Jugend selbst immer mal wieder gern einen guten Doppelkopf kloppt – früher passierte das oft am Rande von Familienfeiern – versucht den Leser Stück für Stück die Faszination des Kartenspiels nahe zu bringen. „Normalerweise wird Doppelkopf von vier Personen gespielt, der Reiz an dem Spiel ist, dass man mit Ausnahme von Solospielen mit einem Partner zusammenspielt, wobei man am Anfang des Spiels nicht sofort weiß, wer von den drei anderen Spielern der Partner ist.“

Im Gegensatz zum Strategiespiel Skat, das mit einem Blatt aus 32 Karten gespielt wird, kommen beim Doppelkopf 48 Karten zum Einsatz. Jede Karte gibt es dabei doppelt. Während die Damen beim Skat normale Karten sind, sind beim Doppelkopf nach den beiden Rot-Zehn-Karten die Eichel-Damen, die sogenannten „Alten“ oder „Dullen“ die höchsten Trumpfkarten. An der Verteilung der „Alten“ entscheidet sich auch, ob beispielsweise zwei Spieler, die jeweils eine „Alte“ in ihrem Blatt haben, ein Team sind oder nicht.

Geht man weiter ins Detail, ist das Spiel an Komplexität kaum zu übertreffen. Beispiel „Fleischloser“: So nennt man ein Spiel, bei dem ein Spieler keinerlei Trumpf in seinem Blatt hat. Oder „Stille Hochzeit“: Hier hat ein Spieler beide „Dullen“ auf der Hand, er verrät dies aber den übrigen drei Spielern nicht. Ehe diese merken, dass der Spieler ein Solo riskiert, hat dieser schon die notwendigen Punkte für einen Sieg eingeheimst.

Axel Gutjahr geht in seinem Buch auch auf diese Besonderheiten ein, er erklärt anschaulich und unverschnörkelt, was man beispielsweise bei einem Trumpf-Solo oder beim Zusammenspiel mit einem Partner alles beachten sollte.

Sein wohl wichtigster Tipp: „Bevor man mit dem Spiel beginnt, sollte man im Vorfeld unbedingt die Regeln klären.“ So sei es beispielsweise nicht in jeder Region üblich, den Fuchs zu fangen. Dabei geht es um das Schell-Ass. Geht das Ass bei einem Stich an die gegnerische Partei, hat diese den Fuchs erwischt, und einen Punkt sicher.

Axel Gutjahr: Doppelkopf spielen mit Niveau, 138 Seiten, Anaconda-Verlag GmbH, Köln, ISBN 978-3-7306-0632-2

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