Eisenbergerin will Wohnprojekt für Behinderte starten

Eisenberg  Ihre Idee wird Ines Korrmann am Donnerstag in einer Dialog-Runde mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Hartung öffentlich vorstellen.

Ines Korrmann will ein Wohnprojekt für Behinderte ins Leben rufen.

Ines Korrmann will ein Wohnprojekt für Behinderte ins Leben rufen.

Foto: Angelika Munteanu

Nein, Mitglied der SPD sei sie nicht, sagt Ines Korrmann. Aber die Eisenberger Rechtsanwältin unter anderem für Sozialrecht und Mutter dreier Kinder sucht Unterstützer für ein Wohnprojekt für Behinderte. Mit ihrer Idee will sie deshalb jetzt an die Öffentlichkeit gehen. Und dafür will sie auch die Veranstaltungsreihe „Abgeordnete im Dialog“ mit dem Thüringer Landtagsabgeordneten Thomas Hartung (SPD) am Donnerstag in der Stadtbibliothek nutzen.

Aus ihrer familiären Betroffenheit macht Ines Korrmann keinen Hehl: „Unsere Tochter Marlene hat das Downsyndrom und ist gerade sieben Jahre alt. Sie besucht die Grundschule in Königshofen und lebt umsorgt durch uns im elterlichen Haushalt.“ Doch die Mutter stellt sich auch die Frage: „Was passiert, wenn Marlene 18 Jahre alt ist und ausziehen möchte oder wenn wir ihr eines Tages nicht mehr zur Seite stehen können?“

Dass Menschen wie Marlene und überhaupt Behinderte in ein Heim „abgeschoben“ werden, möchte Ines Korrmann verhindern. Deshalb die Idee, ein Wohnprojekt in Eisenberg ins Leben zu rufen, in dem junge und ältere Menschen mit und ohne Behinderung ein gemeinsames, ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Inklusion und Selbstbestimmung sind für Menschen mit Behinderungen vom Sozialgesetzbuch definiert. „Diese Ansprüche sollte auch das Wohnprojekt erfüllen. Platz dafür haben wir selbst genug“, sagt Ines Korrmann. Auf dem eigenen Grundstück der Familie in der Altstadt 14 in Eisenberg könnte ein Teil des Anwesens dafür entwickelt werden.

„Die Idee stammt eigentlich von Eltern mit behinderten Kindern selbst“, erzählt die Mutter. Regelmäßig findet sich eine Gruppe von Eltern zusammen, die Kinder mit Downsyndrom haben. „Wir sind aktuell 48 Mitglieder, die aus ganz Ostthüringen kommen und die sich um etwa 20 betroffene Kinder sorgen.“

Um das Vorhaben als Gemeinschaftsprojekt auf den Weg zu bringen, soll der Verein „Marlene und Freunde“ gegründet werden. Und es sollen Partner gewonnen werden in der Politik und im Sozialbereich. Dafür möchte Ines Korrmann „auch die Barrieren in den Köpfen“ abbauen. „Derzeit werden Behinderte in Eisenberg kaum wahrgenommen“, stellt sie fest. Mit dem Wohnprojekt will sie Berührungsängste nehmen und Gemeinschaft fördern.

„Redezeit – Abgeordnete im Dialog“ mit SPD-Landtags-abgeordnetem Thomas Hartung am Donnerstag, 24. Januar, 18 Uhr, Stadtbibliothek im Steinweg 36 in Eisenberg. Thema wird das soziale Wohnprojekt in der Altstadt 14 in Eisenberg sein.