Geldsegen zum Experimentieren auf der Osterburg Weida

Weida  Stolze 30 000 Euro Förderung hat die Heraeus-Stiftung der Stadt Weida für ihre aktuelle Sonderausstellung bewilligt. Davon soll nun der Mitmach- und Experimentierteil der Schau ausgebaut werden.

Die BA-Professoren Jürgen Müller (links) und Peter Bussemer freuen sich mit Weidas Hauptamtsleiterin Bettina Gunkel über die Zusage von 30 000 Euro von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung zur Aufwertung der aktuellen Sonderausstellung "Der Osterburg Zeit geben". Foto: Marcel Hilbert

Die BA-Professoren Jürgen Müller (links) und Peter Bussemer freuen sich mit Weidas Hauptamtsleiterin Bettina Gunkel über die Zusage von 30 000 Euro von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung zur Aufwertung der aktuellen Sonderausstellung "Der Osterburg Zeit geben". Foto: Marcel Hilbert

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Wenn Bettina Gunkel, Peter Bussemer und Jürgen Müller von ihren Ideen für das geplante „Wissens-Schloss“ Osterburg sprechen, ist ihre Begeisterung für das Projekt geradezu spürbar. Begeisterung, die ansteckt und die anstecken soll. Gelungen ist das jetzt an einer Stelle, an der die Weidaer Hauptamtsleiterin und die beiden Professoren der Berufsakademie (BA) Gera gar nicht so recht damit gerechnet haben.

Bei der Stiftung „Wilhelm und Else Heraeus“ hatte die Stadt Weida im Vorfeld der aktuellen Ausstellung „Der Osterburg Zeit geben“, mit der das Nutzungskonzept „Wissens-Schloss“ beworben wird, einen Förderantrag gestellt – und ihn nun in voller Höhe von 30 000 Euro genehmigt bekommen.

Die private Stiftung mit Sitz im hessischen Hanau hat sich der Förderung von Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften verschrieben. „Ohne große Nachfragen“, sagt Bettina Gunkel, seien die Mittel für die Erweiterung und Aufwertung der Sonderausstellung genehmigt worden. „Wir sind stolz, dass eine Stiftung, die uns eigentlich nicht kennt, in dieser Form beglückt“, sagt sie freudestrahlend: „Es zeigt uns, dass die Idee so schlecht nicht sein kann.“

Die Stiftung habe das Projekt „Wissens-Schloss“ im Neuen Schloss der Osterburg als sehr innovativ bezeichnet, heißt es, und habe sich interessiert gezeigt, zu sehen, wie es vorangebracht wird. Konkret sieht das nun so aus, dass das Geld, das in diesem Jahr ausgegeben werden müsse, in drei Bereiche investiert wird, die alle unter dem Begriff Experimentieren zusammengefasst werden können. Das ursprüngliche Ansinnen der Ausstellung – und später ja auch ein Puzzleteil des „Wissens-Schlosses“ – war ja schließlich, durch Mitmach-, durch Experimentierstationen vor allem junge Besucher für naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begeistern. Dieser Punkt sei aus Kostengründen in der Ausstellung bisher zu kurz gekommen.

Die gute Nachricht

Wie das nun nachgeholt wird, steht schon recht konkret fest, wie Jürgen Müller erklärt. So soll im Außenbereich eine Installation zur Beobachtung astronomischer Phänomene auch am Tag aufgebaut werden. Hier liebäugele man mit dem von der Sternwarte Sonneberg entwickelten Sky Pole, einem Mast, um den herum Markierungen angeordnet sind, von denen aus, über die Spitze des Mastes geschaut, Himmelskörper ausgemacht werden können. Die aktuellen Infos dazu liefert wahlweise ein wetterfester Monitor oder eine App fürs Smartphone.

Zusätzlich sollen mehrere GPS-Geräte für verschiedene kleinere Experimente angeschafft werden. Zuletzt soll eine Recherchestation eingerichtet werden, eine Art überdimensionierter Tablet-Computer , der es ermöglichen soll, die verschiedensten Sachverhalte zu visualisieren. Zunächst die historischen Kalender der Ausstellung „Der Osterburg Zeit geben“, die bisher lediglich angeschaut, mit Hilfe der neuen Technik aber auch durchgeblättert werden können. „Das lässt sich auf verschiedene ander Dinge übertragen“, sagt Müller.

Hierfür, und das ist eines der wesentlichen Ziele der BA-Professoren, sollen am besten Schüler über Projekte oder Seminarfacharbeiten eingebunden werden. „Nicht nur konsumieren, sondern mitgestalten“, sagt Peter Bussemer. Etwa, indem für die Recherchestation Programme geschrieben werden.

Aber auch mit Ideen für weitere Experimentierstationen sowie für deren Aufbau und Betreuung können und sollen sich Interessierte einbringen, sagt Jürgen Müller. Man will „etwas machen“ und nicht nur auf das Geld warten, das nötig ist, um das Neue Schloss seiner Bestimmung zuzuführen – im Raum stehen fünf Millionen Euro inklusive Innenausbau und die Gestaltung. Das Geld, das jetzt in die Sonderausstellung investiert werden soll, sei dabei gut angelegt, schließlich soll die Schau später in das „Wissens-Schloss“ integriert werden.

Unternehmen als Sponsoren gewinnen

Zudem hofft man auf die Unterstützung regionaler Firmen, mit deren Hilfe später die Experimentierkabinette im Neuen Schloss eingerichtet werden könnten. Denn die Begeisterung für Naturwissenschaften ist nur ein Gedanke hinter dem „Wissens-Schloss“. Ein anderer ist, die jungen Menschen dafür zu begeistern, dieses Wissen später zu vertiefen in entsprechenden Studiengängen, und anzuwenden, in naturwissenschaftlich-technischen Berufen. Stichwort: Fachkräftemangel.

Deshalb soll es im September auch einen Experimentiertag auf der Osterburg mit Firmen aus der Umgebung geben. Im Herbst sollen auch die neuen Attraktionen im Außen- und Innenbereich eingeweiht werden, sagt Jürgen Müller.

Durch das Vertrauen der ­Heraeus-Stiftung in das Projekt erhofft sich das Trio ein Zeichen an mögliche Sponsoren. Auf das sie sich von der Begeisterung für das Projekt „Wissens-Schloss“ Osterburg anstecken lassen.

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