Betreiber KMG schließt Frauenarztpraxis in Greußen

Greußen.  Ab Januar wird nur noch die gynäkologische Praxis des Versorgungszentrums von KMG in Sondershausen betrieben. Die Stadt Stadt bemüht sich um Lösung.

Die gynäkologische Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum in Greußen der KMG Kliniken soll geschlossen werden. Dagegen werden Unterschriften gesammelt.

Die gynäkologische Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum in Greußen der KMG Kliniken soll geschlossen werden. Dagegen werden Unterschriften gesammelt.

Foto: Timo Götz

Zum Jahresende schließt die Frauenarztpraxis in Greußen. Die Praxis, die zu den Medizinischen Versorgungszentren der KMG-Kliniken gehört, wird ab Januar nur noch in Sondershausen zu erreichen sein.

Es sei nicht gelungen, die Nebenstelle „wirtschaftlich zu betreiben“, erklärte KMG auf Nachfrage. Die vergangenen Monate nach der Übernahme der Praxis vom insolventen Vorbetreiber hätten gezeigt, dass es nahezu unmöglich ist, die beiden Standorte Sondershausen und Greußen zu betreuen. „Die Entscheidung des Vorbetreibers haben wir folglich – auch im Sinne unserer Mitarbeiterinnen – rückgängig machen müssen“, ließ Ralf Tanz, Geschäftsführer der KMG Medizinisches Versorgungszentrum Thüringen gGmbH mitteilen.

Die beiden Arztsitze, die Dr. Katrin Heßland und Dr. Jana Baudis innehaben, werden organisatorisch in Sondershausen zusammengeführt. Kein Arztsitz gehe verloren.

Vor drei Jahren war die Praxis in Greußen als MVZ der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg eröffnet worden. Nach der Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft hat KMG auch die diese Zentren übernommen.

In Greußen stößt die Entscheidung gegen den Standort auf kein Verständnis. Unterschriftenlisten, die in der Stadt ausliegen, füllen bereits mehrere Seiten. Ganz oben auf der Liste ist das Wappen der Stadt abgebildet. Im Rathaus ist man „nicht erfreut“ über die Schließung. Auch an der Informationspolitik von KMG stört sich Bürgermeister René Hartnauer (SPD). Auf Nachfrage habe er von den Plänen erfahren. „Hätte man uns vorab von der Absicht informiert, die Einrichtung schließen zu wollen, hätten wir mehr Möglichkeiten gehabt“, sagt Hartnauer. „Vor allem mehr Zeit.“

Ein Gespräch mit der Geschäftsführung des Zentrums habe es in dieser Woche gegeben, aber viel Zeit bleibe nicht mehr, um zu handeln. Dass es in der Stadt und darüber hinaus in der Region auch über die Kreisgrenzen hinaus Bedarf für eine gynäkologischen Praxis gibt, ist Hartnauer überzeugt. „Wir arbeiten an einem Plan B“, sagt er. Dafür sei aber noch viel zu klären. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung wolle man sich als nächstes verständigen, was überhaupt möglich sei. Auch mit KMG will Hartnauer im Gespräch bleiben.

Betroffen ist auch Käthe Schober. Die Westgreußenerin ist an Krebs erkrankt und wird seit drei Jahren in der Praxis behandelt. Und noch wichtiger: Sie werde hier vorbildlich betreut. Die Chance, die notwendige zweite Chemotherapie vor Ort machen zu können, „war wie ein Geschenk für mich“, schildert Käthe Schober. Noch vier Therapien habe sie vor sich. Die nicht hier wahrnehmen zu können, „war ein Schock“. Sie fragt sich, wie eine Praxis, die immer voll gewesen sei, unrentabel sein könne.