Corona-Virus: Erfurter verhalten bei Reisebuchungen

Erfurt.  Erste Auswirkungen der Sorge vor dem Corona-Virus sind im Erfurter Hotelgewerbe und in der Tourismusbranche spürbar.

Ob nun Fackelführung durch die Zitadelle Petersberg oder quer durch die Stadt – die Touristen scheuen bisher die Stadtführungen kaum.

Ob nun Fackelführung durch die Zitadelle Petersberg oder quer durch die Stadt – die Touristen scheuen bisher die Stadtführungen kaum.

Foto: Marco Schmidt

Trotz des Verdachtsfalles vom Freitag in Erfurt und einer nachgewiesenen Corona-Erkrankung in Thüringen – das Virus war bisher mehr Gesprächsstoff als reale Gefahr. Dennoch, eine Gruppe französischer Austauschschüler verschreckte die Lage in Europa bereits vor einigen Tagen so sehr, dass sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in Erfurt wieder in ihre Heimatorte zurückkehrten. Erste Auswirkungen, wenn auch nicht dramatische, verzeichnet aber schon das Erfurter Hotelgewerbe und die Tourismusbranche.

Etwas weniger Buchungen in Hotels

Der Hotelmanager des Radisson Blue, Michael Rosin, sagt: „Es werden derzeit weniger Buchungen getätigt und vor allem kurzfristige Stornierungen kommen gehäuft vor.“ Bei Individualreisen seien die Besucher der Stadt zögerlicher. Besonders auffällig wäre es bei Geschäftsreisen, da die Beschäftigten von ihren Firmen angehalten seien, jegliche Reisen auf ein Minimum zurückzufahren. „Die Buchungsrückgänge sind im Vergleich zu Leipzig und Berlin bisher aber relativ gering, da derzeit keine großen Messen in Thüringen stattfinden“, sagte der Hotelmanager. Zusätzlich würden die Hygienemaßnahmen im Hinblick auf das Corona-Virus sowohl für die Gäste als auch für die Mitarbeiter erhöht.

Erfurter vorsichtiger bei Reiseplanungen

Ähnliche Erfahrungen musste auch das Reisebüro Ehrke in der Altstadt machen. „Unsere Kunden verhalten sich derzeit zurückhaltend, wenn es um Reisebuchungen geht“, erklärte der Geschäftsführer Jan Ehrke. Um dem entgegen zu wirken, bieten einige Reiseanbieter sogar bei Neubuchungen kurzfristigere Stornierungsfristen an, um zu verhindern, dass der Tourismusmarkt stagniert. Zwar musste das Reisebüro bisher keine Urlaubsstornierungen entgegen nehmen, doch kommt es vermehrt zu Nachfragen bezüglich aktueller Informationen zu bereits gebuchten Reisen. Auch stehen nicht mehr alle Reiseziele zur Verfügung. So verweigert beispielsweise das Land Israel Bürgern aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich die Einreise.

Stadtführungen bisher ohne Einschränkung

Doch wie sieht es bei der Erfurter Tourist-Information aus? Jede Woche strömt eine Vielzahl an Touristen aus der ganzen Welt durch die Landeshauptstadt. Nah aneinander gedrängt schieben sich die Besucher bei Stadtführungen durch Erfurt. Jedoch wird derzeit empfohlen, den Kontakt zu größeren Menschenmassen zu meiden.

Schreckt das eventuell die Kunden von Buchungen ab? Die Erfurter Tourist-Info erklärte, dass es bisher im täglichen Betrieb keine Einschränkungen gibt. Der Geschäftsführer Stephan Waldmann sagte dazu: „Die Anzahl der Touristen hat sich nicht verändert. Auch sind keine Auswirkungen auf Buchungen für Stadtführungen oder Veranstaltungen festzustellen.“ Nur melden sich in den letzten Wochen auch hier die Auswärtigen vermehrt telefonisch oder per E-Mail, um sich über mögliche Einschränkungen des touristischen Angebots wegen Corona zu informieren.