Ilm-Kreis mit einer der höchsten Inzidenzen in Thüringen: Schulen reagieren auf steigende Zahlen

Ilm-Kreis.  Die Landesregierung meldet für den Ilm-Kreis eine 7-Tage-Inzidenz von 112. Lehrer und Schüler arbeiten trotz Quarantäne digital weiter.

Blick auf die Robert Bosch Schule Arnstadt. In diesem Schulkomplex im Westviertel der Kreisstadt lernen sowohl die Regelschüler der Robert-Bosch-Schule und die Grundschüler der Dr. Harald Bielfeld Schule.

Blick auf die Robert Bosch Schule Arnstadt. In diesem Schulkomplex im Westviertel der Kreisstadt lernen sowohl die Regelschüler der Robert-Bosch-Schule und die Grundschüler der Dr. Harald Bielfeld Schule.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Die Corona-Infektionen nehmen auch in den Schulen zu. Gleich drei Einrichtungen im Ilm-Kreis sind betroffen: das Staatliche Berufsschulzentrum Arnstadt-Ilmenau, die Emil-Petri-Schule sowie die Robert-Bosch-Regelschule. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Am Staatlichen Berufsschulzentrum Arnstadt-Ilmenau wurden mit Wochenbeginn mehrere Schüler bis zum 26. November wegen eines Ansteckungsverdachts vorsorglich in Quarantäne geschickt. Betroffen sind unter anderem die Ausbildungszweige Forsttechnik und Glasindustrie. Wie Schulleiter Frank Macholdt auf Anfrage unserer Zeitung sagt, fehlen in Ilmenau damit insgesamt sechs Klassen und eine in Arnstadt. Auch ein Teil der Lehrer wurde auf Weisung des Gesundheitsamts in Quarantäne geschickt.

Weil am Schulzentrum Ausbildungsberufe wie der Bereich Forst einmalig in Thüringen angeboten werden, kommen die Schüler aus verschiedenen Landkreisen und über den Freistaat hinaus. Noch bis zum späten Sonntag schrieb die Schulleitung jene Auszubildenden an, die sich in einer dualen Lehre befinden und aktuell in ihren Betrieben arbeiten. Auch sie müssen nun erst einmal in Quarantäne. Von den insgesamt 1250 Schülern an beiden Standorten sind von den Vorsichtsmaßnahmen gut 160 betroffen, im Kollegium sind aktuell 19 von 85 Pädagogen nicht anwesend, heißt es.

Maskenpflicht gilt auch im Unterricht

Der Unterricht der anderen Schulbesucher sei aber abgesichert, sagt Frank Macholdt weiter. Das Berufsschulzentrum wurde vorübergehend auf Stufe gelb gesetzt, was bedeutet, dass die Maßnahmen zur Corona-Infektionsabwehr aus dem Frühjahr wieder in Kraft treten. So sitzen die Schüler beispielsweise im Abstand von 1,50 Meter in den Klassenräumen.

Von einer „schwierigen Situation“ spricht indes Holger Aumann, Schulleiter der Emil-Petri-Schule. Zu den sich in Quarantäne befindenden Lehrern würden noch Krankschreibungen anderer Kollegen kommen. Das wirke sich natürlich alles auf die Ganztagsbetreuung der Schüler aus. „Momenten können wir den Früh- und Späthort nur für die Kinder anbieten, deren Eltern berufstätig sind.“

Eine weitere Folge der weiter steigenden Corona-Infektionen: Maskenpflicht aller Klassen auch im Unterricht. „Wir wollen die Kinder untereinander schützen.“ Die sich in Quarantäne befindenden Lehrer und Schüler arbeiten unterdessen weiter. Die Aufgaben erhalten die Kinder und Jugendlichen digital und reichen sie auch erledigt digital wieder ein. „Wir waren auf die Situation vorbereitet, es war doch abzusehen“, sagt Aumann.

Bewohner des Seniorenheims positiv getestet

Auf Grund des aktuellen Infektionsgeschehens befindet sich die Regelschule „Robert Bosch“ ab Samstag, 14. November, in der Phase Rot, heißt es auf der Internetseite der Einrichtung. Sowohl Lehrer als auch Schüler befinden sich zu Hause in Quarantäne. Die Lehrer unterbreiten den Kindern und Jugendlichen die Aufgaben digital und lassen sie sich entsprechend abgearbeitet ebenfalls digital zukommen, heißt es seitens des Sekretariates. Die Einrichtung ist bis Dienstag, 24. November, geschlossen ist. Die Einrichtung darf während dieser Zeit nicht betreten werden. Dem Gesundheitsamt des Ilm-Kreis sind derzeit 518 bestätigte Fälle einer Coronavirus-Infektion bekannt. In den vergangenen 24 Stunden sind 36 Neuinfektionen hinzugekommen. Die Inzidenzzahl liegt laut dem Land Thüringen bei 112,0 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. In den Ilm-Kreis-Kliniken werden drei bestätigte Fälle und elf Verdachtsfälle isoliert behandelt.

In dem Seniorenheim in Ilmenau wurde am Samstag ein Bewohner positiv getestet. Es handelt sich um den Jakobushof. Für die Einrichtung gilt seitdem ein absolutes Besuchsverbot. Das Gesundheitsamt hat noch am Samstag alle Bewohner und das Personal abgestrichen. Es wurden fünf weitere Bewohner und drei Pflegekräfte positiv getestet. In einer Gemeinschaftsunterkunft ist ein Bewohner positiv getestet worden. Alle Mitbewohner und die Angestellten wurden abgestrichen, die Ergebnisse waren negativ. Die betroffene Person wurde frühzeitig in einem Quarantänezimmer untergebracht.

Jeweils einen positiven Fall unter den Patient gab es in den Dialysezentren in Arnstadt und Ilmenau.

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