Corona-Fälle im Heiligenstädter Kaufland-Fleischbetrieb

Eichsfeld.  Das Kaufland Fleischwarenwerk in Heiligenstadt ist mit 29 Infektionen betroffen. Zudem steigen auch im Küllstedter Pflegeheim die Corona-Fälle.

Das Kaufland-Fleischwerk befindet sich im Heiligenstädter Gewerbegebiet direkt an der Autobahn 38.

Das Kaufland-Fleischwerk befindet sich im Heiligenstädter Gewerbegebiet direkt an der Autobahn 38.

Foto: Eckhard Jüngel

Insgesamt 85 Neuinfektionen mit dem Covid-19-Virus meldete die Kreisverwaltung am Wochenende für den Landkreis Eichsfeld. Bis Sonntag, 8 Uhr, waren es 61, am Samstag 24. Und es gibt ein weiteres Todesopfer. Aktuell sind im Eichsfeld 275 Menschen infiziert. Aufgrund des steigenden Infektionsgeschehens tagte am Sonnabend der Krisenstab, und die Kreisverwaltung teilte mit, dass jetzt auch das Kaufland Fleischwarenwerk in Heiligenstadt betroffen ist, und zwar mit 29 Infektionen in der Mitarbeiterschaft. Anfang der Woche seien umfangreiche Testungen der gesamten Belegschaft geplant. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Dass es durch die Infektionen in dem Fleischbetrieb Unsicherheit in der Bevölkerung gibt, weiß Heiligenstadts Bürgermeister Thomas Spielmann (BI). Er habe, sagt er, aber auch die Erfahrung gemacht, dass das Unternehmen „viel tue“. Bei einem seiner Besuche vor Ort musste er vorab ebenfalls einen Corona-Test absolvieren. Am Sonntag bot der Stadtchef an: „Wer immer um Unterstützung bittet, dem bieten wir sie an.“

Auf Anfrage am Sonntag nahm das Unternehmen Stellung. „In unserem Fleischbetrieb in Heilbad Heiligenstadt wurden diese Woche im Rahmen unseres Corona-Monitorings 28 Mitarbeiter positiv getestet“, teilt Andrea Kübler von der Kaufland-Unternehmenskommunikation mit. Diese hätten sich wie ihre identifizierten betrieblichen Kontaktpersonen, umgehend in Quarantäne begeben.

Kaufland-Fleischwerk in Heiligenstadt hat über 700 Mitarbeiter

Derweil geht die Arbeit weiter. „Der Produktionsbetrieb ist sichergestellt“, sagt Kübler. In dem Betrieb arbeiten über 700 Mitarbeiter. Die überwiegende Mehrheit sei fest angestellt. Rund die Hälfte der Beschäftigten stamme aus Deutschland, die übrigen aus weiteren Nationen, „von denen jedoch sehr viele ihren Lebensmittelpunkt im Eichsfeld haben“. „Mit Werkvertragsarbeitnehmern arbeiten wir nicht zusammen. Bei den 28 Mitarbeitern handelt es sich überwiegend um festangestellte Mitarbeiter, die in Privatwohnungen wohnen“, so Kübler.

Aktuell würden die Mitarbeiter zwei Mal pro Woche getestet, in ausgewählten Bereichen täglich ein Antigen-Schnelltest durchgeführt. Laut der Sprecherin dürfen Mitarbeiter mit positiven Testergebnis das Werk nicht betreten und würden sofort freigestellt. Zudem werde bei ihnen ein PCR-Test durchgeführt. Sei letzterer auch positiv aus, werde das Gesundheitsamt informiert und der Betreffende müsse in häusliche Quarantäne, die durch die Behörde überwacht werde.

Damit trotzdem der Alltag gesichert sei, würden für diese Mitarbeiter Erledigungen übernommen, Lebensmittel eingekauft und vor die Tür gestellt. Alle Maßnahmen, sagt Kübler, seien mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Die Tests bei den Beschäftigten führe der Betriebsarzt durch, er werde vom DRK-Kreisverband unterstützt.

„Seit Beginn der Corona-Pandemie setzen wir in unseren Fleischbetrieben umfangreiche zusätzliche Sicherheits- und Hygienemaßnahmen um. Bereits seit Monaten testen wir wöchentlich alle Mitarbeiter in unseren Fleischbetrieben. Neue Mitarbeiter, Urlaubsrückkehrer sowie Mitarbeiter, die vier Tage nicht im Betrieb waren, dürfen erst nach Vorliegen eines negativen Testergebnisses das Werk betreten“, erklärt Kübler.

Zudem verweist die Sprecherin darauf, dass seit Beginn der Pandemie in den Kaufland- Fleischbetrieben, zusätzliche Maßnahmen gelten würden. „Sämtliche Berührungsflächen werden alle zwei Stunden desinfiziert.“ Zudem gebe es „keine überlappenden Schichten.“ Was Verdachtsfälle angehe, sagt sie, würden die „umgehend für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt. Das gilt ebenso für ihre Kontaktpersonen im Betrieb, jeweils bei bezahlter Freistellung.“

Erhöht worden seien zudem die Luftwechselraten (Frischluft) in den Produktionsräumen. „Zusätzlich haben wir die Steuerung der bestehenden Luftentkeimungsanlagen angepasst und rüsten darüber hinaus zusätzliche Luftentkeimungsgeräte in Produktions- und Sozialräumen nach.“ Laut der Sprecherin tragen die Produktionsmitarbeiter „ausnahmslos Astrohauben mit integriertem Mund- und Nasenschutz sowie Hygienearbeitskleidung“. Die darüber getragene Einmalhygienekleidung werde alle zwei Stunden gewechselt.

Doch nicht nur im Kaufland-Fleischbetrieb gibt es Infektionen. Wie das Landratsamt am Samstag berichtete, hat sich die Zahl im Pflegeheim in Küllstedt um 27 erhöht. Bestätigt wurden sie bei Bewohnern und Pflegepersonal. Nach Mitteilung der Heimleitung an das Gesundheitsamt besteht für die Einrichtung derzeit ein Besuchsverbot.

Im Laufe des Freitags sei auch ein Infektionsfall am Leinefelder Leibniz-Gymnasium bestätigt worden, so das Landratsamt. Für 40 Schüler und Lehrer wurde Quarantäne angeordnet.

Fast hundert Neuinfektionen im Eichsfeld