Hufeland-Klinikum rutscht in finanzielles Defizit

Landkreis.  Erzwungener Leerstand wegen Corona bei gleichbleibenden Kosten sorgt für dickes Minus in Mühlhausen und Bad Langensalza. Über Kurzarbeit wird nachgedacht.

Das Hufeland-Klinikum – hier der Standort in Bad Langensalza – hat wegen des verordneten Leerstands wirtschaftlich zu kämpfen.

Das Hufeland-Klinikum – hier der Standort in Bad Langensalza – hat wegen des verordneten Leerstands wirtschaftlich zu kämpfen.

Foto: Jens König

Auf den ersten Blick klingt es paradox: Obwohl die Krankenhäuser bei der Bekämpfung der Corona-Krise eine zentrale Rolle spielen, müssen manche Häuser Kurzarbeit anmelden. Auch im Hufeland-Klinikum wird darüber nachgedacht, teilte die Geschäftsleitung den Beschäftigten mit, samt ausführlicher Begründung. Vorerst soll das Personal in einzelnen Bereichen Mehrarbeitsstunden aus früheren Zeiten abbauen. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog

Denn es gibt in den Krankenhäusern in Mühlhausen und Bad Langensalza zur Zeit viel Leerstand. Knapp über 40 Prozent der Betten seien zur Zeit noch belegt, sagte Geschäftsführerin Kerstin Haase auf Anfrage. Grund: Auf Weisung der Bundesregierung habe man alle elektiven Eingriffe – also medizinisch nicht zwingend sofort nötige – auf ein Minimum reduziert. Zudem müssten Intensivbetten frei gehalten werden, falls die Krise sich verschärft.

Die Kosten für Personal und Betrieb blieben dieselben wie bei einem voll ausgelasteten Krankenhaus, die Einnahmen hingegen fehlten. Die Ausgleichszahlungen des Bundes würden die Lücke nicht decken. Dem Hufeland-Klinikum entstehe derzeit „ein monatlicher Liquiditätsausfall von 830.000 Euro.“ Das Gesamtdefizit könne man erst beziffern, wenn im Krankenhaus wieder der Normalzustand herrsche. Darum habe man in Absprache mit dem Betriebsrat angeordnet, dass „in Bereichen, in denen Teile des Personals wegen der Corona-Krise-bedingten wegen Unterauslastung nicht benötigt werden, Mehrarbeitsstunden abgebaut und gegebenenfalls auch Minusstunden aufgebaut werden.“

Damit solle zum einen das Defizit verringert werden; gleichzeitig werde das Personal entlastet, „damit es bei einer wieder hohen Belegung, die entweder durch viele Corona-Fälle und durch das Nachholen der Behandlungen der vielen jetzt vertrösteten Patienten eintreten wird, belastungsfähig ist“, so Haase.

Sie fordert von der Politik „dringend eine Anpassung der Freihaltepauschale“. Dazu stehe man in Kontakt mit Bundestagsabgeordneten sowie der Landeskrankenhausgesellschaft.