Kreis Nordhausen untersagt Veranstaltungen ab 500 Personen – Landrat aus Quarantäne zurück

Nordhausen.  Um eine Corona-Ausbreitung zu verhindern, greift das Landratsamt zu drastischen Maßnahmen. Auch bei Zusammenkünften über 100 Personen sind Veranstalter in der Pflicht.

Anfang dieser Woche wurde in Nordhausen auch ein Abstrichzentrum eingerichtet, das Untersuchungen von Verdachtspersonen erleichtern soll.

Anfang dieser Woche wurde in Nordhausen auch ein Abstrichzentrum eingerichtet, das Untersuchungen von Verdachtspersonen erleichtern soll.

Foto: Peter Cott

Im Bemühen, das Coronavirus einzudämmen, reagiert auch der Landkreis Nordhausen mit einer Allgemeinverfügung: Demnach untersagt das Landratsamt alle öffentlichen oder privaten Veranstaltungen mit 500 und mehr Personen. Zudem sind öffentliche oder private Veranstaltungen mit externen Besuchern in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen vorerst tabu.

„Damit ist kein allgemeines Besuchsverbot gemeint“, erläutert Landratssprecherin Jessica Piper. „Lediglich Feste und Veranstaltungen mit externen Gästen müssen unterbleiben.“ Beispielhaft würde dazu ein Tag der offenen Tür zählen.

Suche nach Kontaktpersonen erleichtern

Außerdem nimmt die Verfügung des Landratsamtes Veranstalter von öffentlichen oder privaten Veranstaltungen mit 100 bis 499 Personen in die Pflicht. Die sollen ab sofort die Daten der Personen vor Ort erfassen, um im Nachgang bei einem möglichen Infektionsfall die Suche nach Kontaktpersonen zu erleichtern. „Die Veranstalter nehmen dafür Name, Adresse, Telefon-/Mobilnummer und wenn vorhanden die Sitzplatznummer auf und bewahren diese vier Wochen“, sagt Jessica Piper.

Darüber hinaus müssen Veranstalter eine Risikoeinschätzung zu ihren Veranstaltungen nach den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes vornehmen. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 10. April und kann je nach Lage angepasst oder verlängert werden. Es sind sicher auch persönliche Erfahrungen, die Landrat Matthias Jendricke (SPD) zu dieser Vorsichtsmaßnahme gebracht haben. Der nämlich saß seit Montagabend zwei Tage zu Hause in Quarantäne: Er habe die typischen Symptome einer Erkrankung mit Covid-19 verspürt und sich daher untersuchen lassen, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Am Donnerstag dann die erlösende Nachricht aus dem Labor: Es ist nicht Corona. „In dieser Zeit macht man sich viele Gedanken über die Menschen in seinem Umfeld und darüber, mit wem man alles Kontakt hatte“, reflektierte Jendricke dies.

Die Allgemeinverfügung ist abrufbar unter www.landratsamt-nordhausen.de.