Pflicht-Quarantäne für Erfurter Italien-Reisende - Kinder dürfen nicht in Kita oder Schule

Erfurt.  Wer in den letzten 14 Tagen in einem Corona-Risikogebiet war, muss sich selbst isolieren. Das ordnet der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein an.

Corona, hier eine Testampulle, zieht in Erfurt immer weitere Kreise. Italien-Reisenden wird jetzt eine Quarantäne verordnet.

Corona, hier eine Testampulle, zieht in Erfurt immer weitere Kreise. Italien-Reisenden wird jetzt eine Quarantäne verordnet.

Foto: Marco Schmidt

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Erfurter, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben, dürfen zwei Wochen lang ihre Wohnung beziehungsweise ihr Grundstück nicht verlassen. Das besagt eine Allgemeinverfügung, die Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) erlassen hat.

Die Verfügung tritt am Samstag 0 Uhr in Kraft. Bausewein hatte sie am Mittwochabend im Stadtrat angekündigt. Auch andere Thüringer Kommunen gingen diesen Schritt.

Die Personen sind zudem verpflichtet, sich unverzüglich telefonisch beim Gesundheitsamt zu melden und die Umstände ihres Aufenthaltes in einem Risikogebiet zu erklären. Dazu gehören Angaben zum Ort, zum Zeitraum des Aufenthaltes und zu Kontaktpersonen.

Zudem ist Kindern, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem der Risikogebiete waren, der Besuch ihrer Schule, Kita oder Kindertagespflege untersagt. Die Verantwortung für die Einhaltung des Verbots tragen die Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten.

Rückkehrer müssen Kontakt mit anderen Menschen einstellen

Die Reiserückkehrer müssen zugleich den direkten Kontakt zu anderen Menschen einstellen. Mit anderen Mitgliedern des Haushalts oder mit Pflegepersonal soll der Kontakt auf das nötige Minimum reduziert werden. Der ÖPNV darf von den Betroffenen nicht mehr genutzt werden.

Weisen die betroffenen Personen Erkältungssymptome auf, müssen sie ebenso unverzüglich ihren Hausarzt, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder die Hotline der Stadt Erfurt kontaktieren. Auch hier soll die Kontaktaufnahme per Telefon erfolgen.

Sollte eine medizinische Behandlung erforderlich werden, müssen die Betroffenen den Rettungsdienst, die Arztpraxis oder das Krankenhaus vorab über die Umstände informieren.

Die Verfügung gilt zunächst bis 10. April.

Die Risikogebiete werden durch das Robert-Koch-Institut definiert und können sich im Verlauf der Zeit ändern. Aktuell gelten als Risikogebiete: ganz Italien, in China die Provinz Hubai mit der Stadt Wuhan, im Iran die Provinz Ghom und Teheran, in Südkorea die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang).

Die Risikogebiete sind hier tagesaktuell abrufbar.

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