Grünes Licht für Kaufverhandlungen mit Posterstein

Posterstein/Altenburg  Am Internationalen Museumstag war das Interesse groß an der Sonderführung auf Burg Posterstein, die die Visionen von Museum und Gemeinde für den Burgberg vorstellte. Inzwischen ist einiges passiert.

Blick vom Turm Burg Posterstein auf den Burgberg. Foto: Klaus Hofmann

Blick vom Turm Burg Posterstein auf den Burgberg. Foto: Klaus Hofmann

Foto: zgt

Noch nicht mal eine Woche ist es her, dass Museumschef Klaus Hofmann die Konzepte für die Gestaltung des Burgbergs mit Herrenhaus, alter Scheune, ehemaligem Stall und Parkanlage einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Noch als Vision, für die es zwar handfeste Arbeitsgrundlagen gibt, aber noch kein Geld, um sie umzusetzen.

Jetzt wird es konkret. Der Besitzer von Herrenhaus, Stallgebäude und Halle hat die Immobilien zum Kauf angeboten – in einem Schreiben in dieser Woche unter anderem an den Landkreis Altenburger Land. Bekanntlich ist der Kreis Eigner der Burg. Landrätin Michaele Sojka (Linke) gab sowohl dem Museum als auch der Gemeinde Posterstein grünes Licht, in Verhandlungen mit dem Immobilienbesitzer zu treten.

„Ich bin sofort nach Posterstein gefahren, um keine Zeit zu verlieren. Als Kreis sind wir zwar nicht in der Lage, uns finanziell einzubringen“, verweist die Landrätin auf die ohnehin schon klamme Kreiskasse. Aber sie wolle zum einen mit ihren Netzwerken helfen und sehen, welche möglichen Fördermittelquellen erschlossen werden können für das Vorhaben. „Über all die Programme und Projekte, in denen sich der Landkreis engagiert oder engagieren wird“, so die Landrätin. Als Beispiel nennt sie das Projekt der Bundesregierung „Land(auf)Schwung: Neue Wege für eine gute Zukunft in ländlichen Regionen“, für das sich der Landkreis als Modellregion bewirbt. Zum anderen soll auch ganz praktisch geholfen werden von Altenburg aus. So, wenn es darum geht, den baulichen Zustand der drei Immobilien einzuschätzen und abzuwägen, welche Sicherungsmaßnahmen Priorität haben. „Immerhin“, so Sojka, „standen Herrenhaus und ehemaliger Stall über Jahre leer.“ Sie jedenfalls sei hell begeistert, sowohl von dem Projekt als auch von dem Engagement der Menschen vor Ort. „Und so etwas muss gefördert werden“, betont sie. Zumal, wenn Museum und Gemeinde Posterstein an einem Strang ziehen, um den Burgberg als echten Schatz zu bewahren und zu entwickeln.

Mit dem Immobilienerwerb könnten zugleich die Grundstücksprobleme auf dem Burgberg gelöst werden. Das sei schließlich auch eine Voraussetzung, um die Konzepte für das Areal umsetzen zu können, erläutert Postersteins Bürgermeister Stefan Jakubek (parteilos). „Ich denke, diese Chance jetzt wird wohl die letzte sein, unseren Burgberg zu entwickeln“, so das Gemeindeoberhaupt. Mit dem Förderverein des Museums Burg Posterstein und dem Museum selbst sei man sich da einig. Jetzt gehe es darum, die drei Immobilien zu erwerben, zu sichern und das gesamte Projekt zu entwickeln. Ein Verein soll für dieses Unterfangen gegründet werden. „Alleine können wir das nicht stemmen. Wir müssen alle Kräfte mobilisieren“, sagt Jakubek. Die Hoffnung, dass sich ein Großinvestor findet, mit dem man gemeinsam arbeiten könne, hat er indes nicht mehr. „Das haben uns die Erfahrungen der vergangenen Jahre gelehrt.“ Deshalb wolle man die Geschicke jetzt in die eigene Hand nehmen, um zu retten, was zu retten ist. Zumal der Burgberg sich zu einem attraktiven Ensemble entwickeln lässt.

Die Konzepte, die es dafür bereits gibt, beschreiben zum einen ein Zusammenleben mehrerer Generationen. „Gemeinsam nicht einsam“ nennt es sich. Zum anderen könnten Ferienwohnungen und ein Anlaufpunkt für Touristen entstehen. Ebenfalls solide vorbereitet sind die Ideen, die es für die Parkanlage des Burgberges gibt. Sogar ein Bepflanzungsplan existiert.

Zeitnot besteht nach Jakubeks Worten nicht: „Die Dinge stehen gut und wir haben wirklich große Hoffnung. Jetzt brauchen wir nur noch Mitstreiter.“

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