Eichsfelder Missionar stammt aus Neustadt

Neustadt.  Arno Wand stellt in Neustadt sein neues Buch vor. Darin geht es um die Missionstätigkeit von Eichsfelder Geistlichen in „Deutsch-Südwestafrika“.

Einige Teilnehmer der Bildungsveranstaltung vor der Neustädter Kirche „Simon und Judas Thaddäus“. Ein Foto der Heimatkirche des Missionars Franz Watterott befindet sich im Buch. Im Bild links: Autor Arno Wand.

Einige Teilnehmer der Bildungsveranstaltung vor der Neustädter Kirche „Simon und Judas Thaddäus“. Ein Foto der Heimatkirche des Missionars Franz Watterott befindet sich im Buch. Im Bild links: Autor Arno Wand.

Foto: Christine Bose

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Sie haben Hausaufgaben erhalten: Die Ausführungen von Arno Wand, Rektor im Ruhestand, katholischer Theologe und Buchautor aus Heiligenstadt, stießen auf so viel Interesse, dass er die Neustädter Mitglieder der ökumenischen Gruppe „Junger Seniorenkreis am Ohmberg“ bat, ihm weitere Informationen zukommen zu lassen. Einmal im Monat, immer vormittags an einem Mittwoch, ist das Neustädter Pfarrhaus Treffpunkt für eine Bildungsveranstaltung. Willkommen sind – ohne vorherige Anmeldung – katholische und evangelische Christen und ebenso alle anderen jung gebliebenen Einwohner aus Neustadt und den umliegenden Dörfern.

In Abstimmung mit Maria Anhalt, Ansprechpartnerin für das Eichsfeldforum im Heiligenstädter Marcel-Callo-Haus, werden Vorhaben für die kommenden Monate geplant, damit sie Kontakt zu den jeweiligen Referenten aufnehmen und Termine vereinbaren kann. Im Sommer 2019 war im Heiligenstädter Verlag F.W. Cordier Arno Wands neuestes Buch erschienen: „Eichsfelder Geistliche in ’Deutsch-Südwestafrika‘ – Zwischen (Blut)-Zeugnis und Kolonialismus (1896-1920) – Missionsbiographische Studie“.

„Deutsch-Südwestafrika“ ist der historische Name des heutigen Namibia. Für sein Buch habe er, betonte der Referent, das Leben und Wirken der ersten Eichsfelder Missionare erforscht. Auch noch Jahre später habe dort weiterhin die Missionstätigkeit bestanden. Das Kapitel „Der Missionar und Pfarrer am Rand der Wüste“ ist dem am 23. September 1874 in Neustadt geborenen Franz Watterott gewidmet. Der Autor hat nicht ausschließlich in Archiven geforscht. In Neustadt hatte er einige Auskünfte von Hertha Krauel erhalten. Pater Franz Watterott gehörte dem Orden der im St.-Bonifatius-Kloster Hünfeld im Bistum Fulda ansässigen Oblaten an und wurde als erstes aus dem Eichsfeld stammendes Ordensmitglied von den Missionsoberen in das afrikanische Land gesandt – 1898, im Jahr seiner Priesterweihe.

Zunächst betreute er als Seelsorger weiße Siedler und Soldaten und unterrichtete deren Kinder, später wirkte er in verschiedenen afrikanischen Stämmen, war neben dem einheimischen Lehrpersonal als Pädagoge für Kinder und Jugendliche tätig. In Windhuk beispielsweise stand er auf dem Gerüst, arbeitete als Maurer, half beim Schulbau. In der Werkstatt der Mission waren seine Kenntnisse als Schlosser und Tischler gefragt, die er in praktischer Tätigkeit an junge Afrikaner weitergab.

Sein Fortbewegungs- und Transportmittel innerhalb des Landes waren Ochsenkarren. Nach einer kurzen, schweren Krankheit starb er am 20. April 1949. noch bevor er in ein Hospital gebracht werden konnte. Es lag nahe, dass der Autor auch kurz auf Hermann Iseke (1856-1907) aus Holungen einging, dessen Biografie ebenfalls einen Platz im Buch fand. Hierbei erachtete Wand die folgenden Informationen für wichtig: Die beiden Geistlichen haben sich gekannt. Im Gegensatz zu Franz Watterott war Hermann Iseke aber kein Missionar in Deutsch-Südwestafrika, sondern Divisionspfarrer, katholischer Militärseelsorger für die deutschen Truppen in der Kaiserlichen Armee.

Über sein Buch wird Arno Wand im Eichsfeldforum am 6. Februar um 19.30 Uhr im Marcel-Callo-Haus, Lindenallee 21, sprechen. Als Koreferent wurde Pater Heinz Steegmann eingeladen, Missionar der Hünfelder Oblaten aus dem St.-Bonifatius-Kloster.

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