Diabetiker sind in Ilm-Kreis-Klinik in guten Händen

Arnstadt  Station 6 am Standort Arnstadt erhält erneut begehrtes Zertifikat als diabetologisches Fußbehandlungszentrum.

Prokuristin Christina Fischer, Wundmanagerin Karola Franke, Geschäftsführer Marcel John, Oberärztin Sabine Römer und Diabetes-Assistentin Franziska Möller (von links) freuen sich, dass die Ilm-Kreis-Kliniken erneut als diabetische Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert wurde.

Prokuristin Christina Fischer, Wundmanagerin Karola Franke, Geschäftsführer Marcel John, Oberärztin Sabine Römer und Diabetes-Assistentin Franziska Möller (von links) freuen sich, dass die Ilm-Kreis-Kliniken erneut als diabetische Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert wurde.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Bilder in knallig bunten Farben hängen auf Station 6 der Ilm-Kreis-Kliniken in Arnstadt. Die kleine Urkunde, die dazwischen platziert ist, könnte man beinahe übersehen. Und doch ist sie immens wichtig für den Bereich Innere Medizin 2, der hier seine Heimat hat. „Die Deutsche Diabetesgesellschaft hat uns erneut als Diabetische Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert", erklärt Oberärztin Sabine Römer.

Wie wichtig solche Angebote sind, zeigt ein Blick in die Statistik. Rund 7,6 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes Mellitus. Eine Krankheit, die tückisch ist, weiß die Medizinerin. Denn Diabetes bereitet Betroffenen anfangs keine Beschwerden. Oft wird die Krankheit zufällig entdeckt. Aber: Diabetes schädigt Nerven und Gefäße, was mitunter dramatische Auswirkungen auf die Patienten haben kann.

Rund ein Drittel der Betroffenen erkrankt im Verlaufe ihres Lebens an einem diabetischen Fußsyndrom, erklärt Römer. Bilden sich Entzündungen an den Füßen, merken die Patienten das oft erst sehr spät, da sie durch geschädigte Nerven kaum Schmerzen empfinden.

Mitunter greifen Entzündungen dann große Teile des Gewebes oder auch den Knochen an – was in 20 Prozent der Fälle dazu führt, dass das Leben des Patienten nur durch die Amputation des betroffenen Körperteils gerettet werden kann. Je älter der Patient, desto größer ist die Gefahr, dass die Diabetiker anschließend im Rollstuhl sitzen und später auch noch weitere Gliedmaßen verlieren werden.

Um diese hohe Komplikationsrate zu senken, hat die Deutsche Diabetesgesellschaft das Zertifikat ins Leben gerufen. Seit 2003 ist in die Ilm-Kreis-Klinik das Diabetische Fußbehandlungszentrum integriert – als eine von nur vier Einrichtungen in Thüringen. „Unsere Patienten kommen also nicht nur aus dem Ilm-Kreis“, betont Klinik-Geschäftsführer Marcel John.

Das Angebot in Arnstadt wurde seit 2003 sukzessive ausgebaut, erinnert Sabine Römer. Damals mussten Patienten oft noch in zum Teil weit entfernte Kliniken verlegt oder zum MRT in eine radiologische Praxis transportiert werden, ist die Magnetresonanztomographie inzwischen hausintern ebenso möglich wie kathetergestützte Gefäßeingriffe zur Wiederherstel­lung und Verbesserung der Durchblutung. „Auch eine Gefäßchirurgie haben wir inzwischen“, so Römer.

Die Mitarbeiter der Station arbeiten nicht nur eng mit ihren orthopädischen-traumatologischen und chirurgischen Kollegen in Arnstadt und Ilmenau zusammen. Auch Wundmanagement ist ein wichtiges Thema sowie die Weiterbetreuung der Patienten durch Diabetesberater und Diabetesassistenten. Viele der Patienten sind auch nieren- oder herzkrank. „Das können wir hier mitbehandeln“, sagt Sabine Römer.

Das enge Netzwerk, das geknüpft wurde, zahlt sich aus, verrät die Oberärztin. In zertifizierten Einrichtungen sinkt die Amputationsquote laut Deutscher Diabetesgesellschaft auf drei Prozent. In Arnstadt musste in den vergangenen Monaten kein Patient diese schwierige, lebensverändernde Operation über sich ergehen lassen.

Ein Selbstläufer sind diese Behandlungserfolge natürlich nicht, weiß die Oberärztin. Alle Mitarbeiter der Station müssen fachlich auf dem neuesten Stand sein, Motivation und Herzblut mitbringen. Dafür, dass sie sich so engagieren, danke sie allen Beteiligten ausdrücklich, schob die Internistin hinterher.

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