Ein Regenbogen als Zeichen des Bundes mit Gott

Löbervorstadt  Musical „Die große Flut“ gab Auftakt zum Gemeindefest in der evangelischen Thomaskirche. Zwei Frauen aus Eritrea werden im Kirchenasyl betreut

Alles hatte sich zum Guten gewendet: Nachdem Noah mit seinen Söhnen und die Tiere gerettet worden waren, baute der gottesfürchtige Mann ein Haus. Kantorin Sabine Strobelt probte mit den Erzieherinnen der beiden zur Gemeinde gehörenden Kitas das Musical ein.

Alles hatte sich zum Guten gewendet: Nachdem Noah mit seinen Söhnen und die Tiere gerettet worden waren, baute der gottesfürchtige Mann ein Haus. Kantorin Sabine Strobelt probte mit den Erzieherinnen der beiden zur Gemeinde gehörenden Kitas das Musical ein.

Foto: Heidrun Lehmann

Ein Regenbogen überspannte als Schluss-Effekt die gesamte Breite des Hohen Chores in der evangelischen Thomaskirche. Das Symbol des Bundes zwischen Gott und den Menschen entfaltete sich wie ein federleichter Theatervorhang zwischen den Emporen über den Köpfen der 45 Mädchen und Jungen, die das Musical „Die große Flut“ als Auftakt zum Gemeindefest am Sonntag aufführten.

Kantorin Sabine Strobelt scharte seit April Sprösslinge aus den beiden zur Thomasgemeinde gehörenden Kitas sowie aus dem Kinderchor um sich, um die Geschichte von der Arche Noah aus dem Alten Testament musikalisch zur Aufführungsreife zu bringen. Gemeindepädagoge Bernd Weise erarbeitete gemeinsam mit drei Schülern, die sich auf die Konfirmation vorbereiten, den textlichen Part. Dabei spürten die Siebtklässler Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Aussagen nach, denn die Geschehnisse der „großen Flut“ spielen sowohl in der christlichen Bibel als auch im Koran eine Rolle.

Wechselweise erzählten die Sprecher von Noah, der auf Gott und dessen Prophezeiung vertraute und trotz der Spötter die riesige Arche zimmerte, in der er schließlich mit seinen Söhnen und jeweils einem Paar von allen auf Erden lebenden Tieren Schutz vor der 40 Tage und Nächte währenden Flut fand. Gemeinsam mit den Heranwachsenden baute Bernd Weise die Requisiten. Kantor Andreas Strobelt begleitete die Kinder auf dem Keyboard, während Sabine Strobelt die Orgel für den liturgischen Teil des Familiengottesdienstes erklingen ließ. Die Liturgie selbst zelebrierte Pfarrerin Bianka Uebach-Larisch, die sich dabei auch der Gebärdensprache bediente.

Kirchencafé, Spiele für die Kinder und fröhliches Beisammensein rundeten den Sonntag ab. In einem von der Jungen Gemeinde betreuten Bücherstübchen sammelten die jungen Christen Spenden für ein Kirchenasyl, in dem derzeit zwei Katholikinnen aus Eritrea Schutz finden. Laut Pfarrer Christoph Knoll sorge ein Helferkreis von elf Menschen für die zwei Frauen. Der Pfarrer wollte jedoch hervorgehoben wissen, dass das Prozedere in engster Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und der Landeskirche erfolge. Das Kirchenasyl unterliege gegenwärtig einer heftigen Diskussion und werde in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Thüringen gehöre zu jenen Ländern, in denen das Kirchenasyl noch nicht abgeschafft worden sei. Als Chef des Büros für ausländische Mitbürger des evangelischen Kirchenkreises Erfurt trage er mit Verantwortung dafür, dass Auflagen für eine mögliche zu erteilende Aufenthaltserlaubnis, oder eine Abschiebung, strengstens eingehalten werden.

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