Hand in Hand in Achelstädt

Achelstädt  Am Wochenende feiern Feuerwehrverein und Schalmeienkapelle ihre Jubiläen bei einer runden Dorffestauflage.

Die Schalmeienkapelle Achelstädt

Die Schalmeienkapelle Achelstädt

Foto: Arne Martius

In Achelstädt konnten am Wochenende gleich drei Jubiläen mit einmal gefeiert werden. Ihr 140-jähriges Bestehen beging die Feuerwehr, das 60. Wiegenfest stand für die Schalmeienkapelle im Kalender und dann gibt es in der kleinen Gemeinde auch noch das traditionelle Dorffest, das in diesem Jahr zum 50. Mal durchgeführt wurde. Für die Vereinsmitglieder, Einwohner und Gäste gab es damit genügend Gründe für eine Veranstaltung mit üppigem Programm.

Auch wenn im Ort ein klanggewaltiges Orchester beheimatet ist – zur großen Feier luden sich die Achelstädter noch jede Menge musikalische Unterstützer ein, darunter den Männergesangsverein aus Elleben, die Ilmstädter Musikanten, den Schülerchor des Melissantes-Gymnasiums aus Arnstadt mit Dirigent Harald Benkert und nicht zuletzt die Band „Red Heaven“, die am Samstagabend im Festzelt für gute Stimmung sorgte.

Dass Feuerwehr und Schalmeienkapelle gut miteinander können, ist in Achelstädt kein Zufall: Viele der Musiker sind ebenso in der Feuerwehr organisiert, wie umgekehrt, sagte Ralf Schrickel unserer Zeitung – wie zum Beweis musikalischer Leiter der Kapelle und Mitglied im Feuerwehrvorstand. Gegenseitige Unterstützung ist eine Selbstverständlichkeit und auch ein Grund dafür, dass es das Dorffest schon seit einem halben Jahrhundert gibt.

Nicht wegzudenken sind aus dieser Kooperation die Frauen aus dem Ort, die unter anderem für ein Kuchenangebot sorgen, dass andernorts schon ein eigenes Fest gerechtfertigt hätte. Aus mehreren Hundert Rezepten werden in jedem Jahr 30 ausgewählt, die dann den Besuchern angeboten werden, berichtete Schrickel den Gästen von dem Prozedere.

Mit im Publikum saß Rolf Koschel, der die Schalmeienkapelle von 1961 für 20 Jahre leitete. Ihm war es gesundheitlich nicht vergönnt, selbst ein Instrument in die Hand zu nehmen. Aber der Altmeister des Orchesters sorgt hinter den Kulissen weiterhin fürs das Schreiben von Noten und Reparaturen an den Schalmeien, sagte Ralf Schrickel. Die Achelstädter Schalmeienkapelle mit ihren 26 Musikern hat im nähren Umkreis Seltenheitswert und wird deswegen in ganz Thüringen zu Veranstaltungen und feierlichen Anlässen eingeladen.

Im 140. Jahr ihres Bestehens erhielt hingegen die Feuerwehr erst vor wenigen Wochen ein ganz praktisches Geschenk: Die Kameraden nahmen einen neuen Mannschaftstransporter entgegen, der vor allem der Jugendfeuerwehr und den älteren Vereinsmitgliedern zur Verfügung steht. Das gebrauchte und wieder aufgearbeitete Fahrzeug wird benötigt, denn Achelstädt gehört gemeinsam mit Ellichleben zur Feuerwehr der Gemeinde Witzleben. Der Verbund wurde seinerzeit ins Leben gerufen, um die Schlagkräftigkeit der allein zu kleinen Orte gehören. Heute können zwischen sechs bis sieben Einsatzkräfte in Notfällen abgerufen werden, schilderte Ralf Schrickel.

Wie sie im Alltag zusammenarbeiten, so werden auch Feste gemeinsam gefeiert. Zum Jubiläum besuchten am Wochenende Feuerwehrleute aus der Umgebung die Veranstaltung in Achelstädt – und bereicherten sie mit eigenen Fahrzeugen. Darunter befand sich eine pferde-gezogene Handdruckspritze aus dem Jahr 1859 aus Ellichleben oder ein Robur LO Baujahr 1989. Das allerdings ist kein Museumsfahrzeug, „der muss noch mit raus“, versicherte Ralf Schrickel.

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