In Ellrich fehlt ein kulturelles Zentrum

Ellrich.  Der Lindenhof steht leer und ist auf längere Sicht keine Lösung für Ellricher Vereine.

Der Ellricher Lindenhof steht derzeit leer. Er wird aber vom Karnevalsverein noch für Veranstaltungen genutzt.

Der Ellricher Lindenhof steht derzeit leer. Er wird aber vom Karnevalsverein noch für Veranstaltungen genutzt.

Foto: Hans-Peter Blum

Was wird aus dem Lindenhof? Diese Frage stellte Michael Schulze, Präsident des Ellricher Karnevalsvereins, auf der Stadtratssitzung am Montag. „Der Lindenhof wurde 1753 errichtet, um die Geselligkeit in der Stadt zu fördern. Das ist aber Geschichte“, so Schulze. Die Veranstaltungsstätte stehe seit einiger Zeit leer und weise einen großen Sanierungsstau auf. Der Karnevalsverein besitzt einen Pachtvertrag für diese Saison und betreibt das Lokal für seine Veranstaltungen selbst. „Das ist aber keine dauerhafte Lösung“, betonte Schulze. Deshalb brauche die Stadt ein kulturelles Zentrum „für alle Vereine“, wie er betont. Was gedenke die Stadt dahingehend zu unternehmen, wollte Schulze wissen.

„Unsere Position muss erst entwickelt werden“, antwortete Bürgermeister Henry Pasenow (CDU) zurückhaltend. „Wir haben schon über die eine oder andere Möglichkeit gesprochen“, sagte Jens Schlichting von der SPD-Fraktion. „Wir brauchen eine Anlaufstätte für die Kultur. Im Rahmen des neuen Bürgerhauses ist da sicher einiges möglich“, schätzte Wolf-Ulrich Künzel (Linke) ein. „Es ist schon notwendig, dass wir uns kulturell anders aufstellen“, sagte Iris Nebelung (BBE). „Wir müssen die Bürger und Vereine mit einbinden und uns an einen großen Tisch setzen, um die Ideen anzuhören“, schlug Jürgen Weyand (Grüne) vor. „Am Ende steht doch der Satz: Wer soll das bezahlen?“, sagte Ingmar Flohr (FDP). Diese Stätte könne nur mit dem Geld Dritter bezahlt werden. „Wir als Stadt werden es nicht machen können“, stellte er klar.

„Das Bürgerhaus wäre aus unserer Sicht denkbar, aber das Konzept muss noch in entsprechende Form gebracht werden“, erklärte Ronald Kuß, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung. „Die Mittel für eine weitere Planung sind für 2020 im Haushalt angemeldet“, sagte Kuß. Diese belaufen sich auf 120.000 Euro. Am Ende stehe natürlich die Frage der kompletten Finanzierung. „Wir reden hier über eine Größenordnung von vier Millionen Euro“, verdeutlichte Kuß. Das sei für die Stadt schwer zu schultern. Und es ist eher langfristig gedacht. Denn Kuß geht von einem Baubeginn 2022 oder 2023 aus.

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