Indisches Paar fand am Beutenberg Campus in Jena zueinander

Für einen Deutschen ist ihr Name nahezu unaussprechlich: Jyothilakshmi Vadassery kommt aus Kerala im Süden Indiens. Die 33-jährige Wissenschaftlerin wollte eigentlich nur nach Deutschland kommen, um hier ihr Studium zu beenden. Doch Provisorien halten bekanntlich am längsten.

Jyothilakshmi Vadassery und ihr Mann Deepesh Changat vor dem Max-Planck-Institut am Beutenberg Campus. Foto: Jördis Bachmann

Jyothilakshmi Vadassery und ihr Mann Deepesh Changat vor dem Max-Planck-Institut am Beutenberg Campus. Foto: Jördis Bachmann

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Jena. Jyothilakshmi Vadassery kam 2006 nach Jena und studierte an der Universität. Seitdem lebt und arbeitet sie in der Saalestadt - wenn auch mit einer einjährigen Unterbrechung, die sie nach New York führte.

"Das hätte ich selbst nie gedacht. Eigentlich wollte ich recht schnell zurück nach Indien, aber jetzt arbeite ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie am Beutenberg Campus."

Dass Jena für die Inderin diese starke Anziehungskraft besaß, lag jedoch nicht nur an der beruflichen Karriere, die sich hier eröffnete, sondern zu einem großen Teil an Deepesh Changat. Während des Studiums der Agrarwissenschaften in Indien lernte er Jyothilakshmi Vadassery kennen. Sie sind seit 13 Jahren ein Paar. Als Deepesh Changat im Jahr 2006 an einem Erasmus-Programm teilnahm und in Frankreich und Belgien studierte, entschloss sich auch Jyothilakshmi Vadassery, nach Europa zu gehen. Sie kam nach Jena.

"Das war eine Phase, in der wir uns nur wenig sehen konnten, Deepesh war in Frankreich und ich in Jena", sagt Jyothilakshmi Vadassery. "Aber das Jahr 2006 war für uns nicht nur wegen des Auslandstudiums in Europa ein sehr ereignisreiches Jahr." Zwar war das Paar nun räumlich entzweit, ihre Verbindung des Herzens festigten sie jedoch noch im Jahr 2006. "Damals haben wir geheiratet - in Indien", sagt Deepesh Changat. Eine indische Hochzeit sei riesig - so riesig, dass das Hochzeitspaar nicht mal die Hälfte aller Gäste persönlich kannte.

Später zog Deepesh Changat für zwei Jahre nach Berlin, um dort nach dem Studium seinen Master of Business Administration zu absolvieren. "Da war dann die Distanz nach Jena schon nicht mehr so groß", sagt er. Doch die Distanz sollte sich im Jahr 2009 noch einmal gehörig ausdehnen: Obwohl Deepesh Changat nun endlich nach Jena zog, um hier am Beutenberg eine Firma mitzugründen, fanden die beiden liebenden Wissenschaftler wieder nicht zusammen, denn damals ging Jyothilakshmi Vadassery nach dem Abschluss ihrer Doktorarbeit für ein Jahr an die Cornell University in New York. "Ich flog damals alle zwei Monate zu ihr", sagt Deepesh Changat.

Auch diese Trennung überstand das Paar. Seit 2010 leben sie nun gemeinsam in Jena und arbeiten beide am Beutenberg Campus. Während Jyothilakshmi Vadassery am MPI die bio-chemischen Abwehrmechanismen von Pflanzen bei Schädlingsbefall untersucht, hat Deepesh Changat das Start-up "Vitromed" im Technologie- und Innovationspark (TIP) mitgegründet. Vitromed hat sich darauf spezialisiert Medizinprodukte für die Reproduktionsmedizin zu entwickeln.

Einiges vermisst das Paar in Deutschland schon. Dazu gehören die Gewürze aus Inden: "Wenn wir unsere Familien in Indien besuchen, kommen wir immer mit ganz schweren Taschen zurück", sagt Jyothilakshmi Vadassery. Einige Speisen jedoch, könne sie in Deutschland auch mit den Gewürzen nicht nachkochen: "Dazu bräuchte man bestimmte Kochutensilien und bestimmte Fähigkeiten, die ich leider nicht habe.

"Trotz der fehlenden Gewürze bezeichnen beide Jena als ihre zweite Heimat. Aber irgendwann will Jyothilakshmi Vadassery zurück nach Indien. Wohin in Indien? "Das kann ich mir nicht aussuchen. In Indien ist die Konkurrenz so groß und es gibt nicht viele Stellen, deshalb würde ich dahin gehen, wo ich Arbeit bekomme.

"Ganz sicher ist sich Deepesh Changat noch nicht, wann er bereit ist, zurück nach Indien zu kehren. Schließlich versucht er gerade Vitromed mitzuetablieren. Doch das Paar wird auch diesmal eine Lösung finden.

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