Natur und Brauchtum: Ruhla schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe

Ruhla  Gastgeber von Stadt und Alt Ruhla verschmelzen zwei Veranstaltungen an einem Ort miteinander. Der Nachwuchs will gehegt sein.

Beim Kinder- und Jugend-Trachtenfest in Ruhla wird der bekannte „Rühler Springer“ von jung und alt getanzt. Warum er Springer heißt, ist unschwer zu erkennen.

Beim Kinder- und Jugend-Trachtenfest in Ruhla wird der bekannte „Rühler Springer“ von jung und alt getanzt. Warum er Springer heißt, ist unschwer zu erkennen.

Foto: Jensen Zlotowicz

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlugen die Ruhlaer am Wochenende mit der Ausrichtung des Stadt- und Naturparkfestes und des 11. Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest von Freitag bis Sonntag. Während das Naturparkfest mit jeder Menge Unterhaltung und Information den Samstag dominierte, standen die Trachtenvereine gestern im Mittelpunkt.

Den Rühler Springer, den Klassiker unter den Volkstänzen in Ruhla, tanzten zwar nicht so viele Menschen wie noch vor Jahren bei ähnlichem Anlass in der Bergstadt, dennoch gab es unweit des Marktes ein buntes Bild von „Springern“ in Tracht. Die Folklorevereinigung Alt Ruhla war als Ausrichter natürlich mittendrin statt nur dabei wie auch eine kleine Abordnung des Kirmesvereins.

Als Gäste konnten die Ruhlaer acht Vereine begrüßen, darunter aus Oberdorla, Brotterode, Wechmar, Mihla und Tabarz. War der „Rühler Springer“ am Mittag noch eine Gemeinschaftsproduktion, so präsentierten sich die Vereine musikalisch-tänzerisch ab dem frühen Nachmittag einzeln auf der Bühne, nicht zuletzt der Nachwuchs. Kinder und Jugendliche für das Brauchtum, für Tracht und Mundart zu begeistern ist nicht einfach, wissen alle Vereine und auch Knut Kreuch. Der Vorsitzende des Thüringer Trachtenverbandes aus Wechmar beehrte die Ruhlaer mit einer jungen und zahlenmäßig großen Abordnung.

Die unverwüstlichen Erbstromtal-Musikanten unterhielten das Volk auf dem Ruhlaer Markt mit Blasmusik, so wie das am Vorabend zum Abschluss des Naturparkfestes auch die Band „Simple Man“ getan hatte. Vor allem die Geigerin der Gruppe hinterließ beim Publikum in mehrfacher Hinsicht Eindruck. Tanzeinlagen hatte es von lokalen Gruppe auch am Samstag gegeben, allerdings modern und weit ab von Tracht und Volkskunst. Darauf springt der Nachwuchs eher an. Naturpark- und Trachtenfest waren eine gelungene Mischkalkulation, was die Organisation für die Ausrichter etwas einfacher machte. Ein Leben mit und für die Tracht, bodenständige Heimat- und Volkskunde, ist ein Nieschenprodukt, das es schwer hat, in die Breite zu wachsen. Der harte Kern aber hält bei der Stange und kann, so wurde es am Sonntag deutlich, auch mit einigem Nachwuchs aufwarten. Der aber will gehegt sein.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.