Unfallkosten an Weimarer Schulen gehen zurück

Weimar  Unfallkasse Thüringen zeichnet Weimarer Herderschule mit Schulentwicklungspreis und 2500 Euro aus

Die Unfallkasse Thüringen verlieh dem Förderzentrum in Weimar-Nord ihren Schulentwicklungspreis.

Die Unfallkasse Thüringen verlieh dem Förderzentrum in Weimar-Nord ihren Schulentwicklungspreis.

Foto: Jens Lehnert

Drei Jahre lang haben die Herderschule in Weimar-Nord und die Unfallkasse Thüringen gemeinsam viele Hebel bewegt, um am regionalen Förderzentrum das Risiko von Unfällen, wie sie im Schulalltag passieren können, zu senken.

Mit dem Ergebnis dieser Begleitphase ist der Versicherer augenscheinlich zufrieden. Fabian Saalbach, bei der Unfallkasse für Prävention zuständig, konnte dem Förderzentrum am Freitag als einer von zehn Thüringer Schulen den Schulentwicklungspreis überreichen. Und dieser ist für die Herderschule immerhin mit 2500 Euro dotiert.

Die Unfallkasse Thüringen ist die gesetzliche Schülerunfallversicherung im Freistaat. 242.000 Schüler sind während des Unterrichts,bei schulischen Veranstaltungen wie Wandertagen, Ausflügen oder Klassenfahrten und auf den Schulwegen gegen Unfälle abgesichert. Ereignet sich ein Unfall, leitet die Kasse sofort geeignete Maßnahmen ein, um eine schnelle Heilbehandlung zu garantieren.

Der Vorstand der Unfallkasse Thüringen hatte 2015 die Richtlinie zu einem neuen Schulentwicklungspreis verabschiedet. Plan war seinerzeit, mit Hilfe der Schulämter und der Schulverwaltungen Schulen auszuwählen, die sich für ein dreijähriges Programm zur Vorbeugung von Unfällen empfehlen. Seinerzeit wurden die ersten zehn Schulen, in das begleitende Projekt aufgenommen. In jedem Jahr folgen seither zehn weitere. Seit 2016 war die Herderschule dabei.

Das Rad musste in Nord freilich nicht völlig neu erfunden werden. Einige Vorarbeit war hier bereits geleistet, die mit ins Projekt aufgenommen und verfeinert wurde. Auch Neues kam hinzu. Insgesamt konzentrierten sich die Bemühungen an der Herderschule vor allem auf die Gesunderhaltung von Pädagogen und Kindern, auf die Lern- und Arbeitsplatzgestaltung und auf die Sicherheit des Schulweges.

So ging die Schule etwa eine Kooperation mit dem benachbarten Fitness-Studio ein, in dem Schüler Trainingsgeräte und Sportangebote nutzen können. Auch für Lehrer und Erzieher gibt es solche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung: Yoga, Klang-Meditation, Rückenschule und Kneipp-Angebote.

Auch das Skateboard-Projekt an der Schule habe dazu beigetragen, die Unfallgefahr zu senken – sowohl durch das wachsende Können und Geschick beim Bauen als auch durch das Training der motorischen Fähigkeiten beim Fahren. Nicht zuletzt trug auch die „Freitagsfeier“, bei der gemeinsam Schülerarbeiten präsentiert werden, ein Stück zum Vorhaben bei. Wer die Leistungen des anderen kennt und sie respektiert, der gerät auch seltener mit einander in Streit.

Positive Bewegung habe das Projekt auch durch die Zusammenlegung der beiden Förderzentren erhalten. Mit der Fusion sei das Interesse der Eltern gewachsen, sich generell am Schulleben und auch in diesem speziellen Fall zu beteiligen. Nicht zuletzt habe die Schule mit der Weimarer Wohnstätte als neuem Eigentümer einen guten Kooperationspartner gefunden, um baulich-technische Mängel zu beseitigen.

Ergebnis: Innerhalb der dreijährigen Betreuungszeit haben sich im Förderzentrum die Kosten pro Unfall um 21,2 Prozent reduziert, was dafür spricht, dass die Schwere der Unfallfolgen zurück ging. Auch die Unfallquote sank um 2,6 Prozent.

Ihr Preisgeld erhielt die Her-derschule, um es wieder für die Gesundheitsförderung einzusetzen. Die Schüler haben bereits Ideen für die Verwendung. Sie wünschen sich, davon Inline-Skater und Fahrräder fürs Schulgelände und für den Sportunterricht anzuschaffen.

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