Winzerla: Kooperationsvertrag zur "Bildungslandschaft"

Zum Beispiel: Ein Kind fällt auf, weil es unregelmäßig zur Schule geht. Oder ein anderes etwa, weil es zu Gewalt neigt. Dann gibt es in Winzerla die Chance, dass sich Vertreter von sieben Kooperationspartner-Einrichtungen an einen Tisch setzen und über Möglichkeiten der Hilfe für jenes Kind beraten.

Ganztagsregelschulleiterin Hannelore Jähnig (v.l.) und die Oberstufenleiterin des Ernst-Abbe-Gymnasiums Sabine
Westhus (r.) mit Vertretern von Trägervereinen und der Stadt
(M. Bürgermeister Frank Schenker). Foto: Stridde

Ganztagsregelschulleiterin Hannelore Jähnig (v.l.) und die Oberstufenleiterin des Ernst-Abbe-Gymnasiums Sabine Westhus (r.) mit Vertretern von Trägervereinen und der Stadt (M. Bürgermeister Frank Schenker). Foto: Stridde

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Winzerla. Betitelt ist diese jeden ersten Montag des Monats anhand konkreter Fälle einberufene Runde mit Kooperative Praxisberatung. Sie wiederum ist nur einer von 13 Kooperationsbereichen, die Winzerlas lokale Bildungslandschaft ausmachen und gestern feierlich per Vertrag fixiert wurden.

Ursprung der Winzerlaer Bildungslandschaft waren Handlungsempfehlungen von Erziehungswissenschaftlern der FSU, die den Prozess nun weiter begleiten. Längst seien zwar die beiden weiterführenden Schulen Winzerlas die Ganztagsregelschule und das Ernst-Abbe-Gymnasium verzahnt mit den entwicklungsanregenden außerschulischen Lernorten des Wohngebiets, wie Bürgermeister Frank Schenker (CDU) gestern sagte. Der Vertrag werde aber helfen, dass man noch mehr zusammenhält. Nicht zuletzt lasse sich so bei den Haushaltsdiskussionen der Stadt finanzielle Unterstützung nachdrücklicher einfordern. Und so besiegelten gestern beide Schulen diesen Zusammenhalt per Unterschrift mit dem Freizeitladen des Vereins Hilfe vor Ort, mit dem Jugendzentrum Hugo der Arbeiterwohlfahrt, mit den Schulsozialarbeitern beider Schulen, mit den Vertretern der Straßensozialarbeit Winzerla und dem Familien- und Sozialdezernat der Stadt.

Hannelore Jähnig, die Leiterin der Ganztagsregelschule, beschrieb das Winzerlaer Bildungslandschaftsdenken sehr anschaulich: Wir haben uns immer schon als Stadtteilschule gesehen. Klar ist aber auch: Schule ohne andere Professionen ist nicht mehr denkbar. Am Beispiel der Kooperativen Praxisberatung: Einst sei doch nach dem Prinzip Ich bastle mal dort und dann mal da ein bisschen verfahren worden. Jetzt sei der gemeinsame Blick auf ein Kind möglich, erhöhten sich die Chancen, negative Bildungskarrieren zu vermeiden, wie es Michael Dietzel vom Freizeitladen formulierte.