Lernen geht auch anders- Schule in Rudolstadt zeigt, wie es geht

Rudolstadt  Projektwoche unter dem Motto „Weil Lernen auch anders geht“ an der Friedrich-Adolf-Richter-Schule

Lernen geht auch anders: Elisabeth Fuckel unterstützt es als Kulturagentin (oben). Bild rechts:

Foto: H. Enzian; Awo Schule

Nicht die Lehrer bestimmen, was passiert. Die Klassenverbände sind aufgelöst, Schüler können selbst entscheiden, an welchem Projekt sie eine Woche lang mitwirken. Die Auswahl ist groß. Sie reicht von Theater über Kochen oder Programmieren eines Roboters bis hin zur Neugestaltung des Klassenzimmers oder dem Bau eines Moped-Unterstandes, an dem gestern Vormittag das Richtfest gefeiert wurde.

Diesen etwas anderen Schulalltag erleben in dieser Woche Schülerinnen und Schüler der Rudolstädter Friedrich-Adolf-Richter-Schule. Motto dieser besonderen Woche: „Weil Lernen auch anders geht“. Besonders auch, weil sie mit Unterstützung des Projektes „Kulturagenten für kreative Schulen“ stattfindet. Dieses Programm in Verantwortung des Freistaates Thüringen bietet neben finanzieller Unterstützung für Vorhaben wie dieses auch die Möglichkeit, sich mit anderen Schulen zu vernetzen, und sich bei gemeinsamen Seminaren weiter zu bilden. Fast 100 Schulen thüringenweit hatten ihr Interesse daran bekundet.

Die Schule in Trägerschaft der Awo Rudolstadt war eine der ersten freien Schulen, die in das Programm aufgenommen wurden. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir auf diese Weise bekommen“, sagt Schulleiterin Thea Kneisel. Diese Projektphase – die zweite seit dem Start – läuft zum Ende des Schuljahres aus. „Es ist derzeit offen, ob und wie es weiter geführt wird. Wir als Schule wünschen uns natürlich sehr, dass es eine Fortsetzung gibt“, sagt sie.

Elisabeth Fuckel ist eine von aktuell zehn Kulturagenten in Thüringen. Die Erfurterin begleitet die Rudolstädter Schule und drei weitere. „Es ist sehr spannend, was an dieser Schule passiert“, so ihr Eindruck. Sie unterstützt die Kinder und Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Pläne.

„Jede Schule hat die Chance, sich mit Projekten dafür zu bewerben. So entstand die Idee dieser Projektwoche“, so die Schulleiterin. Die Mädchen und Jungen der zweiten Klasse beispielsweise erstellen eine Adventsschülerzeitung. Für die Fünftklässler ist Märchenzeit, was auch das Bauen an den Kulissen einschließt. „Groß war in diesem Jahr das Interesse am Kochen. Dabei wollen die Schüler unter anderem herausfinden, ob man einen Unterschied schmeckt, wenn man günstige oder hochwertige Lebensmittel verwendet“, beschreibt sie die Inhalte dieser Woche. „Das Schöne daran ist: die ganze Schule ist beteiligt“. Die Ergebnisse werden am Freitag beim Tag der offenen Tür präsentiert. Dazu eingeladen sind auch die künftigen Erst- und Fünftklässler mit ihren Eltern.

Interessieren dürften sie sich auch für den weiteren Baufortschritt auf dem Campus. Derzeit werden in dem Haus für die Primarstufe Räume für Hort und Kreativbereich hergerichtet. Ein Bauantrag ist für einen Ergänzungsbau gestellt. Werden Fördermittel bereit gestellt, so soll hier ein Gymnastikraum entstehen. An der Friedrich-Adolf-Richter-Schule lernen in diesem Schuljahr 291 Schülerinnen und Schüler in 15 Klassen. Sie werden von 45 Lehrern, Erziehern und Sonderpädagogen unterrichtet beziehungsweise betreut.

Tag der offenen Tür: Freitag, 14. Dezember, 14-18 Uhr, Neue Schulstr. 21, Rudolstadt

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