Mit der Fürstenkutsche zur Bergbahn

Obstfelderschmiede  Zum 95. Geburtstag gibt es passend zur Wiedereinweihung der Schwarzburger Zeughaussammlung ein adliges Angebot.

Katharina Sommer arbeitet bei der Erfurter Firma Repropartner, die die Beklebung vornahm.

Katharina Sommer arbeitet bei der Erfurter Firma Repropartner, die die Beklebung vornahm.

Foto: Astrid Apel

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Eigentlich ist ja alles noch streng geheim. Das gehört sich ja schließlich so für Geburtstagsüberraschungen. Welches Geschenk die Oberweißbacher Bergbahn sich selbst zum 95. Geburtstag und den „Fürstlichen Erlebniswelten“ in Schwarzburg mit der vor der Wiedereinweihung stehenden Zeughaussammlung als erstem Baustein macht, sollte noch nicht schon vorher bekannt werden.

Doch die OBS ist ein kleines Eisenbahnunternehmen, mit der Folge, dass nicht so viele Triebwagen zur Verfügung stehen, als man sie in der Zeit der Heimlichkeit etwa ganz aus dem Verkehr nehmen könnte. In der letzten Woche wurde der erste der beiden modernen Triebwagen der Baureihe 641, auch bekannt unter dem Spitznamen Walfisch, in Erfurt beklebt. In dieser Woche ist sein Bruder an der Reihe, während das historische Ferkeltaxi sie auf der Schwarzatalbahntour vertritt.

Wer unter den Fahrgästen also genau hinschaut, der findet schon jetzt den neuen Baustein vor: die Fürstenkutsche. Er ist gewissermaßen das Jahresprojekt der Bergbahn und natürlich von langer Hand geplant.

„Auch und besonders im Jahr der Einweihung für die ‚Fürstlichen Erlebniswelten‘, aber auch zu unserem Geburtstag wollten wir unseren Angeboten ein geschichtliches Element hinzufügen", erklärt Geschäftsführerin Diana Saager exklusiv für OTZ die neue Idee, mit der man auch die zwischen Katzhütte und Rottenbach fahrende Schwarzatalbahn gegenüber ihrer berühmteren Schwester, der Bergbahn von Obstfelderschmiede nach Lichtenhain und Cursdorf, aufwerten möchte.

Prinzessin Henriette und Prinz Ludwig Friedrich II. heißen – nach tatsächlichen historischen Vorbildern benannt – die beiden halbwüchsigen Fürstenkinder, die in Zukunft nicht mehr in den Walfisch, sondern in die Fürstenkutsche einladen.

„Wir haben durch Recherchen zusammen mit Experten herausgefunden, dass die beiden Fürstenkinder tatsächlich oft mit der Kutsche zwischen Rudolstadt und Schwarzburg unterwegs waren“, beschreibt OBS-Marketingfachfrau Astrid Apel den methodischen Weg für die neue Idee.

In Zukunft gibt es also auf der Fahrt mit der Schwarzatalbahn nicht nur die immer wieder atemberaubende Landschaft zu bestaunen, sondern gilt es auch, mit Henriette und Ludwig Friedrich II. auf Entdeckungsreise zu den höfischen Sitten der Fürstenzeit zu gehen.

Maschinarium sorgt mit für klares Fahrgastplus

Damit es bis zum Schluss spannend bleibt, werden unterwegs Buchstaben versteckt, die in einem – wie das gesamte Konzept in enger Zusammenarbeit mit Monumedia gestalteten – Fragebogen eingetragen, ein Lösungswort ergeben. Dann ab damit in den Fürstenpost-Briefkasten im Wagenabteil und ab jetzt auf etwas Glück im Gewinnspiel gehofft!

Diese Idee ist nur eine von vielen Initiativen, mit der die OBS in die Saison startet. Und das mit viel Selbstbewusstsein, denn auch im letzten Jahr sind – auch durch das neue Maschinarium – die Fahrgastzahlen erneut um 6500 auf fast 171 000 gestiegen. Wert legen Diana Saager und Astrid Apel auf den Umstand, dass all diese Ideen im Team gemeinsam besprochen, verfeinert und je nach Publikumsecho auch angepasst werden: „Das hier ist wahre Team-Arbeit!“

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