Museum soll das Sonnenhaus in Schaala zum Strahlen bringen

Thomas Spanier
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Jörg Thielicke vor seinem Mehrfamilien-Sonnenhaus in Schaala. Das Hinweisschild auf den Schutzraum ist eines der Exponate, die in einem Museum in der früheren Porzellanfabrik Voigt ihren Platz finden sollen.

Jörg Thielicke vor seinem Mehrfamilien-Sonnenhaus in Schaala. Das Hinweisschild auf den Schutzraum ist eines der Exponate, die in einem Museum in der früheren Porzellanfabrik Voigt ihren Platz finden sollen.

Foto: Thomas Spanier

Schaala  Gut die Hälfte der Wohnungen in der früheren Porzellanfabrik Voigt ist inzwischen vermietet – nächste Woche folgen Stöcke für den Weinberg

Jörg Thielicke strahlt mit der Sonne um die Wette. Das Vorhaben des ThüSolar-Chefs, die alte Porzellanfabrik Voigt in seinem Heimatort Schaala zum ersten Mehrfamiliensonnenhaus Thüringens umzubauen, ist so gut wie realisiert. Acht der 14 Wohnungen in dem so entstandenen Wohnpark sind vermietet, die ersten vier Mietparteien bereits eingezogen. Dass darunter ein lokaler Prominenter ist, der den gleichen Nachnamen trägt, wie die Gründer der Porzellanfabrik, ist eine hübsche Begebenheit am Rande.

Ende Oktober vorigen Jahres, nachdem die aufwendigen Umbauarbeiten im Gesamtwert von fast zwei Millionen Euro weitgehend abgeschlossen waren, hatte Thielicke zum Tag der offenen Tür geladen. Es wurde ein kleines Volksfest. „Fast 600 Leute waren an dem Tag da“, schmunzelt Jörg Thielicke. Einheimische, frühere Porzelliner, sogar eine ehemalige Bewohnerin.

Ein halbes Jahr später sind bis auf eine alle Wohnungen fertig. Auch im Umfeld hat sich einiges getan. Blumenrabatten wurden auf der Südseite des Gebäudes angelegt, als Blickfang vor dem Objekt steht ein gewaltiges Getrieberad der alten Massemühle, das man beim Umbau fand. Nächste Woche sollen die Weinstöcke kommen, die auf die Terrassen des alten Weinberges gepflanzt werden.

Was noch fehlt, ist das kleine Heimatmuseum, das dort eingerichtet werden soll, wo der große Rundofen steht, in dessen Innerem sich heute ein Wasserspeicher befindet. Die Solaranlage auf dem Dach brummt in diesen Tagen. „Die Hälfte der drei Speicher sind schon voll“, sagt Thielicke.

Im Museumsraum steht als nächstes das Fliesen der Fußböden an. Hier soll später daran erinnert werden, wie es früher in Schaala zuging. Zu den Exponaten werden ein alter Hydrant gehören, Druckluftflaschen aus der Torpedowerft, alte Schilder, Dokumente und Fotos. Ein vergittertes Fenster des Kriegsgefangenenlagers, in dem auch der frühere französische Staatspräsident Francois Mitterand ein Jahr seines Lebens verbrachte, wurde ebenfalls gerettet.