Neues Bauwerk für Nordhäuser Blasiikirchplatz

Nordhausen.  Der Thüringer Klimapavillon soll im April in Nordhausen eröffnet werden. Die endgültige Gestaltung des Areals erfolgt nicht vor 2022.

Direkt vor St. Blasii soll der Klimapavillon aufgebaut werden.

Direkt vor St. Blasii soll der Klimapavillon aufgebaut werden.

Foto: Entwurf: ThEGA / reich.architekten BDA

Über die Zukunft des Blasii-Kirchplatzes wird seit Jahren diskutiert, ohne dass den Worten Taten folgten. Nun ist klar: Vor einer endgültigen Neugestaltung wird es eine Zwischennutzung geben. Der Klimapavillon soll hier im April nächsten Jahres eröffnet werden und bis Ende September Veranstaltungsort des Thüringer Umweltministeriums sein.

Mehr als zwei Dutzend Parkplätze zwischen Märchenbrunnen und St. Blasii fallen deshalb weg, erklärt Nordhausens Klimaschutzmanager Johannes Götting. Der Blasiikirchplatz sei zentral gelegen und gut erreichbar, auch habe der Standort mit einer „hohen Sichtbarkeit in Stadtraum“ überzeugt, so Götting. Zur Diskussion gestanden hatten zuletzt auch der Petersberg und die Straßenbahn-Wendeschleife in der Parkallee.

Seit 2017 stand der kreisrunde Bau schon in Apolda, Jena, Weimar und Gera. Als im September Hochschul-Vizepräsident Viktor Wesselak den symbolischen Schlüssel vom Geraer Oberbürgermeister übernahm, ging man noch davon aus, dass der Klimapavillon vor der Hochschul-Bibliothek Platz findet. Nur stellte sich zwischenzeitlich heraus, dass er dann im Lichtraumprofil von Bäumen gestanden hätte. Auch hätte es dort statische Probleme der Terrassenanlagen gegeben, erklärt Götting. Er stellte in Aussicht, dass der Klimapavillon vor St. Blasii auch beim nächsten Altstadtfest genutzt werden kann.

„Gemeinsam mit der Hochschule wollen wir als Stadt im Klima-Pavillon mit den Bürgern zu zentralen Herausforderungen unserer Zeit ins Gespräch kommen“, betonte Oberbürgermeister Buchmann (parteilos) schon im Juli 2019 mit Blick auf die Themen Klimaschutz, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Das konkrete Programm erarbeiten das Umweltministerium und Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur derzeit gemeinsam.

Haushaltssperre verzögerterneut Platzgestaltung vor St. Blasii

Für den Blasiikirchplatz selbst liegt seit 2010 ein Gestaltungsentwurf einer Landschaftsarchitektin vor. Die Haushaltskonsolidierung jedoch machte ein Verwirklichen der Ideen über Jahre unmöglich. Zu Beginn dieses Jahres keimte Hoffnung auf, als die Planungen wiederaufgenommen wurden und der zuständige Sachgebietsleiter im Rathaus, Mario Manolow, ankündigte, noch im Frühjahr die Flächen südlich der Blasiikirche zur Bebauung auszuschreiben.

Doch die Corona-Pandemie und eine deshalb nötige Haushaltssperre im April zwang erneut zur Pause. Im städtischen Haushalt für nächstes Jahr ist nun eine halbe Million Euro eingeplant, davon 400.000 Euro Städtebaufördermittel. Vor allem für Planungs- und Vorbereitungsarbeiten wie archäologische Untersuchungen soll die Summe verwendet werden. Der eigentliche Bau also erfolgt frühestens im Jahr 2022.