Neue Trasse der B 88 wächst bei Zeutsch

Zeutsch  Auf der B88 bei Zeutsch entsteht bereits das neue Asphaltband. Wartezeiten für Autofahrer gibt es an den Ampeln zwischen Uhlstädt und Orlamünde.

Der Verlauf der neuen Trasse auf der Karte.

Der Verlauf der neuen Trasse auf der Karte.

Foto: Straßenbauamt

„Wir setzen Ihr Geld in den Sand“, stand während der Planungs- und Bauphase auf großen Lettern vor einem Mehrfamilienhaus an der Schnellstraße, die Jena und Lobeda miteinander verbindet. Inzwischen ist das Objekt längst bewohnt, das Schild aber könnte gut und gerne irgendwo bei Zeutsch stehen. An allen Abschnitten der neuen B 88 zwischen Uhlstädt und Orlamünde wird inzwischen heftig gearbeitet.

Die Firma Strabag, die den Auftrag für das Hauptlos erhielt, hat inzwischen auf einem befestigten Plateau am Ortseingang von Zeutsch aus Richtung Orlamünde, oberhalb der jetzigen Bundesstraße 88 eine provisorische Firmenzentrale aus Containern errichtet. Von hier werden die Bauarbeiten koordiniert, die seit dem Ende der Frostperiode an mehreren Abschnitten laufen.

Kein Bahnübergang mehr in Niederkrossen

Von hier hat man einen guten Blick auf die Vorbereitungen für das größte von sieben Brückenbauwerken, die entlang der 1,5 Kilometer langen eigentlichen Ortsumgehung entstehen. Elf Meter breit und mit einer lichten Weite von 13,70 Meter wird hier ein Bogen über die Bahnstrecke Berlin - München geschlagen. Der Brückenneubau bindet – rund 200 Meter vom Bahnhof Zeutsch ortsauswärts – die Kreisstraße 12 in Richtung Niederkrossen/Friedebach an die Bundesstraße an und macht so den Bahnübergang überflüssig. Der Verlauf der Kreisstraße ist nach umfangreichen Erdarbeiten bereits gut zu erkennen.

Während die erste Brücke über einen Wirtschaftsweg bereits im vorigen Jahr errichtet wurde, folgen im Zuge der neuen B 88 weitere über den Wiedabach, über eine Fußgängerunterführung und über einen Graben als Kleintierdurchlass. Auch die Bahnstrecke erhält eine neue Brücke über die Fußgängerunterführung, die mit 31 Metern längste Brücke entsteht im Zuge eines 4,50 Meter breiten Weges über die Saale. Außerdem ist zwischen Straße und Ortslage eine 920 Meter lange, zwei bis drei Meter hohe Lärmschutzwand geplant. 12,9 Millionen Euro soll die Ortsumfahrung kosten.

Wartezeiten an Ampeln

Weshalb die Gesamtmaßnahme zwischen Uhlstädt und Orlamünde mit 22 Millionen Euro veranschlagt ist, kann man inzwischen auch gut erkennen. Neben der bisherigen B 88 entstehen gewaltige, mindestens 11,50 Meter breite Asphaltbänder, auf denen der Verkehr künftig zum Teil dreistreifig rollen soll. Hier geht es um einen 700 Meter langen Ausbauabschnitt zwischen Uhlstädt und Zeutsch sowie 3,25 Kilometer neue Trasse zwischen Zeutsch und Orlamünde. In beiden Bereichen wird der Verkehr derzeit einspurig per Ampel an der Baustelle vorbeigeleitet, was zu teils erheblichen Wartezeiten führt.

Die Verkehrsfreigabe der Strecke, die laut Prognose im Jahr 2030 von knapp 10.000 Fahrzeugen am Tag genutzt wird, ist für 2022 geplant.

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