Mörderische Brandstiftung bleibt nach 19 Jahren ungeklärt

Erfurt.  Ein vor 19 Jahren in Oehrenstock im Ilmkreis begangener Mord bleibt vorerst  ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat ihre Ermittlungen gegen einen Verdächtigen eingestellt.

Das Justizzentrum in Erfurt.

Das Justizzentrum in Erfurt.

Foto: Tino Zippel

Akribisch listet die Freiwillige Feuerwehr von Langewiesen (Ilmkreis) seit 20 Jahren ihre Einsätze auf. Am 28. Oktober 2001 wurde sie gegen 3.45 Uhr alarmiert. Einsatzort war ein brennendes Zimmer in einem Reihenhaus im Ortsteil Oehrenstock. „Eine Person wurde verbrannt aufgefunden“, heißt es als Anmerkung zum Einsatz. Die bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche einer Frau lag in einem Bett. Es war die 78-jährige Bewohnerin.

Frau war bereits tot, bevor die Flammen sie erreichten

Ein rechtsmedizinisches Gutachten stellt schnell fest, dass die Frau bereits tot war, bevor die Flammen sie erreichten. Zudem habe es sich um Brandstiftung gehandelt. Also werden bei der Kripo in der damals zuständigen Polizeidirektion Gotha Mordermittlungen eingeleitet. Der Verdacht liegt nah, dass der Brand ein Gewaltverbrechen vertuschen sollte. Die Soko „Anni“ nimmt ihre Arbeit auf.

Wirklich brauchbare Spuren finden die Kriminaltechniker kaum, nachdem Feuer und Löschwasser den mutmaßlichen Tatort zerstörten. Mit einer Ausnahme: Es konnte die DNA eines unbekannten Mannes sichergestellt werden. Gut neun Monate nach dem Brand entschließen sich die Ermittler, den genetischen Fingerabdruck mit dem aller erwachsener Männer der Region abzugleichen.

Ergebnis des ersten Thüringer DNA-Massentests steht fest

Im Januar 2005 steht das Ergebnis des ersten Thüringer DNA-Massentests fest. Von etwa 550 Männern wurden Speichelproben genommen. Keine stimmte mit der am Brandort sichergestellten Spur überein. Das Landeskriminalamt übernimmt den Fall.

Im Vorjahr gerät dann ein Mann in den Fokus der Ermittler. Sie sind überzeugt, dem Täter auf der Spur zu sein. Doch der entscheidende Nachweis fehlt. Stattdessen erwirkt der Anwalt des Verdächtigen die Einstellung des Verfahrens gegen seinen Mandanten.

Damit ist die Akte vorerst wieder geschlossen

Ende September teilt die Erfurter Staatsanwaltschaft dem Anwalt die Einstellung der Ermittlungen. Zudem soll der Betroffene für Ermittlungsmaßnahmen wie Durchsuchungen entschädigt werden, teilt der Anwat mit. Damit ist die Akte vorerst wieder geschlossen. Vorerst. Denn Mord verjährt nicht.

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