Rechtsmediziner: Mundlos und Böhnhardt starben an Kopfschüssen

Erfurt  Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wurden mit großkalibrigen Waffen erschossen. Beide starben an Kopfschüssen und waren sofort tot. Bei beiden Männern wiesen die Köpfe dramatische Verletzungen auf.

Noch viele offene Fragen gibt es zum Ende des NSU-Trios nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach. In diesem Wohnwagen wurden die Leichen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im November 2011 gefunden. Foto: Carolin Lemuth Foto: Carolin Lemuth

Noch viele offene Fragen gibt es zum Ende des NSU-Trios nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach. In diesem Wohnwagen wurden die Leichen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im November 2011 gefunden. Foto: Carolin Lemuth Foto: Carolin Lemuth

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Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wurden mit großkalibrigen Waffen erschossen. Beide starben an Kopfschüssen und waren sofort tot. Bei beiden Männern wiesen die Köpfe dramatische Verletzungen auf.

Eine Rechtsmedizinerin sprach gestern im NSU-Untersuchungsausschuss in Erfurt von „Schädelsprengung“. Alle Knochen am Kopf seien mehrfach gebrochen gewesen, beschrieb ihr Kollege das Bild, was sich den Experten während der Obduktion der Leichen am 5. November 2011 in der Rechtsmedizin in Jena bot.

Böhnhardt sei durch einen Schuss aus der Nahdistanz in den „linken Schläfenbereich“ gestorben. Mundlos offensichtlich durch einen Schuss mit einen von unten in den Mund gesteckten Gewehrlauf, so die Ergebnisse der Obduktion.

Auffällige Blutergüsse oder irgendwelche Abwehrverletzungen wurden an den beiden Toten nicht festgestellt.

Auch die toxikologische Untersuchung sei unauffällig gewesen, erklärte den Abgeordneten am Nachmittag ein Pharma-Experte der Rechtsmedizin. Es seien die üblichen Tests durchgeführt worden. Diese würden bis zu 2000 Substanzen erfassen.

Ausschuss könnte Blutspuranalyse anregen

Der Experte betonte, dass auch keine Anzeichen für eine Rauchgasvergiftung und keine Hinweise auf Drogen- oder Alkoholkonsum festzustellen waren.

Das alles würde die in der Anklage zum Münchner NSU-Prozess angenommene Todesursache stützen. Danach hätte Mundlos zuerst seinen Kumpel Böhnhardt erschossen und danach versucht, Feuer im Fahrzeuginneren zu legen. Kurz nach Beginn des Brandes soll er sich dann selber mit der Pumpgun getötet haben.

Keine genauen Angaben konnten die beiden Rechtsmediziner gestern im Ausschuss zum genauen Todeszeitpunkt vortragen. Das zu bestimmen, sei nicht verlangt worden.

Auch eine Blutspuranalyse im Inneren des Wohnmobils war damals nicht angefordert worden, bestätigten die Experten. Die vorhandenen 360-Grad-Fotos aus dem Wohnmobil würden das Erstellen einer solchen Expertise aber immer noch ermöglichen, bestätigten sie.

Das hartnäckige Fragen mehrerer Ausschussmitglieder immer wieder zu diesem Punkt lässt vermuten, dass der NSU-Untersuchungsausschuss eine derartige Untersuchung in Auftrag geben könnte.

Am 4. November 2011 war gegen Mittag nach einem Raubüberfall das Wohnmobil von Mundlos und Böhnhardt von der Polizei in Eisenach-Stregda entdeckt worden. Vermutlich feuerte Böhnhardt einmal auf die Beamten, danach hatte seine Maschinenpistole Ladehemmung. Mundlos soll nun Böhnhardt und nach dem Feuerlegen sich selber erschossen haben.

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