Rudolstadt: Wie „Rococo en miniatur“ - nur in echt

Rudolstadt  Heidecksburg lässt die Zeit des Barock am Wochenende wieder lebendig werden

Tänzerin und Tanzlehrerin Jutta Voss ist eine Kennerin des Barock. Am 22. September ist sie zu Gast beim Barockfest auf Schloss Heidecksburg.  

Tänzerin und Tanzlehrerin Jutta Voss ist eine Kennerin des Barock. Am 22. September ist sie zu Gast beim Barockfest auf Schloss Heidecksburg.  

Foto: Andreas Dornheim

Szenen wie aus der Ausstellung „Rococo en miniature“ - nur in echt: Unter anderem das erwartet die Besucher des Barockfestes am kommenden Sonnabend auf Schloss Heidecksburg. Dann, wenn beispielsweise Mitglieder des Vereins Dresden Barock nachstellen, was sich in den von Manfred Kiedorf und Gerhard Bätz erdachten „Schlössern der gepriesenen Inseln“ abspielt.

Am kommenden Sonnabend werden wieder zahlreiche illustre Gäste durch die schillernde Welt des höfischen Lebens der Heidecksburg damaliger Zeit flanieren. „Die festlich gewandeten Besucher tauchen ein in das traumhaft anmutende barocke Zeitalter mit prunkvoller Audienz des Fürsten Friedrich Anton von Schwarzburg-Rudolstadt im großen Festsaal, fürstlichem Ball, kulinarischen Überraschungen, zauberhaften Illuminationen und barockem Feuerwerk im Schlosshof“, kündigt Rudolstadts Veranstaltungsreferent Frank Grünert an.

Mit dem Auftritt von Katharina der Heldenmütigen bei der fürstlichen Audienz kommt ein realer Bezug zur Schwarzburg-Rudolstädtischer Geschichte in das märchenhafte Geschehen.

Die Gäste reisen aus England, Österreich, der Schweiz, aus Hamburg, Pinneberg, Neuwied, Gelsenkirchen, Frankfurt/a.M., Berlin, Dresden, Radebeul, Leipzig oder Rudolstadts Partnerstadt Bayreuth an. Etwa ein Drittel kommt aus Thüringen und der Region, weiß man in der Tourist-Info, wo der Kartenvorverkauf gemanagt wird.

Eine Kennerin des Barock, die von Anfang an für das Rudolstädter Fest schwärmt, ist die Tänzerin und Tanzlehrerin Jutta Voss aus Berlin. Sie ist häufig auf Festen dieser Art zu Gast. „Der Barock ist eine faszinierende Zeit. Typisch dafür ist die Selbstrepräsentation, also das Bestreben, sich über Kleidung und Haltung darzustellen“, sagt sie. In Rudolstadt wird dies gepflegt, „allerdings wird hier großer Wert darauf gelegt, dass es eben nicht so abgehoben ist“, meint sie und lädt ein: „In Rudolstadt herrscht ein offener Geist. Wer neugierig ist, soll sich trauen zu kommen. Keiner braucht Berührungsängste zu haben“.

Danach gefragt, was das Besondere dieses Festes ist, sagt sie: „Rudolstadt ist insofern anders, weil man mit dem Schloss ein so tolles Gebäude hat, in dem die fürstliche Audienz ganz authentisch nachgestellt werden kann. Schon der Raum, in dem man wartet, zugelassen zu werden, strahlt mit seinen Wandgemälden mit den historische Figuren eine besondere Atmosphäre aus. Das ist etwas Einmaliges“, sagt sie.

Jutta Voss wird am Sonnabend nicht nur das Publikum bei Tänzen zur Musik des Barock anleiten, sondern gemeinsam mit ihrem Partner auch die professionelle Seite dieser Kunst zeigen.

Das Barockfest kehrt nach fünfjähriger Pause wieder auf das Schloss zurück. „Nein, es soll nicht abgehoben oder elitär sein. Jeder der Lust hat, sich das Vergnügen anzuschauen, ist willkommen. Man braucht auch keine Kostüm. Festliche Kleidung genügt“, machen die Gastgeber deutlich und wollen damit vor allem auch Gäste aus dem Landkreis ansprechen. Restkarten für die Veranstaltung gibt es noch.

Anders als in der Vergangenheit ist jetzt die Stadt Rudolstadt der Veranstalter - und übernimmt so auch die Verantwortung für die Finanzen. Kooperationspartner sind das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg und die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die künstlerische Ausgestaltung liegt wie auch in der Vergangenheit beim Veranstaltungsbüro Andreas Dornheim.

8. Barockfest auf der Heidecksburg, Sonnabend ab 15.30 Uhr .

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