Rudolstädter Schulförderverein will Verein des Monats werden

Rudolstadt  An Anfang war es eine Elterninitiative. Jetzt ist der Förderverein der Friedrich-Adolf-Richter-Schule ein fester Partner

Das Fachwerkhaus ist eines der Projekte an der Friedrich-Adolf-Richter-Schule in Rudolstadt, das der Förderverein tatkräftig unterstützt. Als nächstes soll hier ein Außenbackofen entstehen.

Das Fachwerkhaus ist eines der Projekte an der Friedrich-Adolf-Richter-Schule in Rudolstadt, das der Förderverein tatkräftig unterstützt. Als nächstes soll hier ein Außenbackofen entstehen.

Foto: Schule

Es muss noch etwas anderes geben als Gymnasium oder Regelschule. Das dachte sich eine Gruppe von Eltern, deren Kinder vor nunmehr über zehn Jahren die Freie Fröbelschule in Cumbach besuchten. Irgendwann stand für Kinder und Eltern die Entscheidung über die künftige Schullaufbahn der Kinder an. „Wir wollten, dass es danach so weiter geht. Wir waren eine Gruppe von zehn Leuten, die auf der Suche war nach einer Alternative zu Gymnasium und Regelschule“, sagt Silke Rein. „Aus der Erfahrung der Grundschule heraus schrieben wir unsere Wünsche auf, wie wir uns Schule vorstellen“. Die wichtigste Frage dabei: Wer kann das umsetzen? „Auf der Suche nach einem Träger sind wir mit der Awo Rudolstadt ins Gespräch gekommen. Es passte irgendwie. Normalerweise braucht es Vorlauf, aber hier drängte die Zeit, schließlich war das Ende der Grundschulzeit nahe. Nach eineinhalb Jahren war alles in Sack und Tüten für die neue Schule. Das ist Rekordzeit“, schaut Silke Rein zurück

2009 wurde die Schule mit damals elf Kindern gegründet. Schon vorher gab es den aus der Elterninitiative entstandenen Förderverein. Heute besuchen 245 Mädchen und Jungen die Einrichtung. Zwei der Schüler aus dem Gründungsjahrgang machen in diesem Frühjahr hier ihr Abitur.

Das erlernte Wissen in der Praxis testen

„Am Anfang haben wir uns als Förderverein sehr aktiv mit eingebracht in den Schulalltag. Wir waren ganz nah dran am Tagesgeschehen. Von der Essenbestellung über Hilfe bei der Pausenaufsicht war alles dabei. Wir haben auch mal eine Stunde vertreten“, so die Vereinsvorsitzende. Vor allem aber haben die Eltern am Schulkonzept mitgeschrieben. Das Motto: „Weil Lernen auch anders geht“. In Gruppen, mit Projekten und viel Praxisbezug zum Beispiel. Es geht nicht nur ums Pauken, sondern darum, das Wissen auf seine Anwendbarkeit zu überprüfen. Dabei wird sehr auf die Individualität der Kinder eingegangen.

Inzwischen ist der Förderverein zu einem festen Begleiter im Schulalltag geworden. Als Partner der Lehrer und Erzieher. Die Aufregung der ersten Jahre hat sich gelegt. Als nach und nach alle Häuser auf dem Gelände der ehemaligen Doebereinerschule saniert wurden, haben Vereinsmitglieder das Geschehen begleitet und viele gute Ideen und auch Geld beigesteuert. So hat der Verein nach der Fertigstellung der Aula/Mensa die Ausstattung übernommen und dafür 8000 Euro, inklusive Fördermittel, bereit gestellt. Mit 5000 Euro wurde die Gründung der Schulimkerei gefördert. Unterstützung gab es auch bei der Finanzierung von Ballspielgeräten und für Klassenausflüge. „Jetzt geht es vor allem um die Gestaltung des Außengeländes. Dazu gibt es mehrere Entwürfe von Studenten der Fachhochschule für Landschaftsgestaltung Erfurt. Wir sind dabei, gemeinsam ein Gesamtkonzept zu entwickeln“, informiert Silke Rein. Sehr rührig sind die Vereinsmitglieder auch, wenn es um die Höhepunkte im Schuljahr geht. Zeugnisausgaben, Abschlussfeiern, Klassenfahrten - überall ist die Mithilfe gefragt. Für die neuen Fünftklässler eines jeden Jahrganges wird ein „Entenrennen“ an der Saale organisiert. Für die Schüler der achten Klasse hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Sie feiern ihr „La Fiesta“, zu deutsch „Das Fest.“ Der spanische Namen ist darauf zurückzuführen, dass spanisch an der Schule als Fremdsprache gelehrt wird. Das Fest versteht sich als schulinterne Feier auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Es wird immer gemeinsam am Ende der achten Klasse gefeiert. „Von da an gehören die Schüler zur Oberstufe“, so Silke Rein. Es war der Förderverein, der dafür gesorgt hat, dass dieses tolle Ereignis gemeinsam gefeiert wird.

Theaterprojekte wie das Stück „Nathan der Weise“, erarbeitet von Schüler der Klasse zehn im vergangenen Jahr, die Schulpost, in der immer am Ende einer Woche die schönsten Bilder verschickt werden, oder die Arbeit mit dem pädagogischen Hausmeister - alles Projekte, bei denen sich Vereinsmitglieder einbringen.

Auch das geht auf das Konto des Fördervereins: Es wird ein Schulbuch geführt. Hier werden die Adressen aller Schüler aus den Abgangsjahrgängen festgehalten.

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