Schadensanalyse lässt Tornado in Saalfeld plausibel erscheinen

Saalfeld  Eine Analyse der Schäden nach dem Sturm vom Sonntag lassen einen Tornado über Saalfeld plausibel erscheinen.

Die Karte dokumentiert die Schäden, die einen Tag nach dem mutmaßlichen Tornado im Gewerbegebiet Mittlerer Watzenbach in Saalfeld noch zu erkennen waren.

Die Karte dokumentiert die Schäden, die einen Tag nach dem mutmaßlichen Tornado im Gewerbegebiet Mittlerer Watzenbach in Saalfeld noch zu erkennen waren.

Foto: Udo Karow

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der 23. September könnte als Tornadotag in die Meteorologie-Geschichte des Jahres 2018 eingehen. Acht Verdachtsfälle führt die Tornadoliste Deutschlandfür den vergangenen Sonntag auf, darunter – neben Orten in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern – auch das thüringische Saalfeld. Fotos, Videos und eine Analyse von Udo Karow, der die Schäden am Tag danach begutachtete, zeigen deutliche Hinweise „auf einen Tornado mit erheblichen, linksseitigen Verfrachtungen“, wie es auf der Internetseite der ehrenamtlichen Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland heißt.

Windgeschwindigkeiten von 130 bis 180 km/h

Der Mann aus dem Saale-Orla-Kreis, der die Seite „ Privater Wetterservice Thüringen“ betreibt, hat sich viel Mühe gemacht, die Auswirkungen des Sturmtiefs „Fabienne“ im Saalfelder Revier unter die Lupe zu nehmen. „Nach aktuellem Stand der Schadensaufnahme und der verschiedenen Berichte und Zeugenaussagen zog der mutmaßliche Tornado von Crösten kommend in Richtung Südost über das Gewerbegebiet Mittlerer Watzenbach bis zum Wohngebiet südöstlich vom Gewerbegebiet“, schreibt er in seinem Bericht. Die schwersten Schäden entstanden zwischen Crösten und dem Gewerbegebiet. Die Trümmer zeigten eine Verfrachtung in Ostrichtung und somit links zur Zugbahn und damit zyklonal. „Teilweise wurden Trümmer aus dem Gewerbegebiet und der dortigen Ampelanlage am Rande des Wohngebietes im Südosten bis Osten wiedergefunden. Somit kann von einer Verfrachtung über mehrere hundert Meter in östlicher bis ostsüdöstlicher Richtung ausgegangen werden“, so Karows Erkenntnisse .

Dokumentiert sind neben den bereits bekannten Schäden an Märkten und Autohäusern unter anderem ein durch den Sturm verbogener Laternenpfahl, Schlagspuren und Kratzer an der Wand des Schnellrestaurants McDonalds, wo „Gegenstände wie Geschosse auf die Wand einschlugen“ und sogar das Metall des McDrive-Schalters verbogen wurde, Teile meiner Ampelanlage, die sich Hunderte Meter entfernt in einem Wohngebiet wiederfanden, sowie ungewöhnliche Vegetationsschäden. Ergänzt wird die Dokumentation durch Satellitenbilder, Dopplerradar und Stormtracker.

Im Ergebnis hält Karow ein Tornadoereignis in Saalfeld für plausibel. „Dabei tippe ich auf die Stärke F1 mit Geschwindigkeiten von 130 bis 180 km/h“, so der Hobbymeteorologe. Allerdings sei auch ein Downburst, also eine Gewitterfallböe, nicht auszuschließen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren