Schweißtreibender Einsatz an der Kiesgrube in Rudisleben

Rudisleben  Feuerwehren üben, per Schlauch lange Distanzen zu überbrücken. Auch bei Waldbrände ist dieses Wissen gefragt

Mit einer Puppe wird die Bergung von Menschen geübt. Leicht ist das nicht. Wie ein Mensch bringt sie rund 80 Kilogramm auf die Waage. Das bedeutet Schwerstarbeit für die Feuerwehrleute.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Ruhig liegt die ZBO-Kiesgrube in der Feierabendsonne. Die Mitarbeiter des Unternehmens Märker haben gerade den Heimweg angetreten. Die Förderbänder stehen still, auch die Baufahrzeuge dröhnen nicht mehr. Am Ufer eines der Seen sitzen lediglich ein paar Angler. Ein Mann liegt mit freiem Oberkörper in der Sonne und döst.

Plötzlich jedoch zerreißen Sirenen die Stille. Feuerwehrfahrzeuge fahren um die Kiesgruben herum zum schweren Förderkran, der seit einigen Tagen neben dem See steht statt mittendrin. Unter seinen tonnenschweren Ketten dringt dichter Qualm hervor.

Ein Mitarbeiter hat die Leitstelle informiert – nicht nur über den Brand, sondern auch darüber, dass ein Kollege vermisst wird. Das bedeutet: Großalarm. Zunächst werden die Feuerwehren aus Rudisleben und Arnstadt informiert. Wenig später gehen auch in Marlishausen die Melder.

Vor Ort ist schnell klar, dass es nicht wirklich in der ZBO brennt. Die Arnstädter Feuerwehr hat eine Übung vorbereitet. Die Kameraden, die alarmiert werden, erfahren erst an der Einsatzstelle, dass sie zum Trainieren gekommen sind.

Zwar stehen sie direkt neben dem Wasser. Einfach den Schlauch in die Grube hängen und loslöschen ist aber nicht die Aufgabe. „Wir üben, eine lange Wegestrecke herzustellen“, erklärt Einsatzleiter Christoph Wedel. Dass das wichtig ist, zeigte erst vor wenigen Wochen der Einsatz beim Waldbrand in Plaue. Sieben Kilometer Schläuche mussten da verlegt werden, um Löschwasser an den Brandort pumpen zu können.

Hier in der Kiesgrube sind es „nur“ 1,2 Kilometer. Doch die haben es in sich: Einmal um den See herum, über einen Damm hinweg, und das bei Gluthitze.

Doch machen sich die Feuerwehrleute klaglos ans Werk – wohl wissend, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzen muss.

Die Kameraden, die die Übung vorbereitet haben, sprachen der Märker-Geschäftsleitung ein großes Dankeschön aus, dass sie unkompliziert das Betriebsgelände nutzen durften. Ursprünglich sollte nämlich in der Kirschallee in Arnstadt trainiert werden. Die ist schön steil. Doch hätte für die Übung Wasser aus der Gera entnommen werden müssen, was derzeit wegen der akuten Trockenheit untersagt ist. Daher waren die Ausbilder froh, dass sie an der ZBO eine gute Alternative fanden. Verplempert wurde das Wasser freilich nicht. Was in der einen Grube abgepumpt wurde, floss in die Nachbargrube. Beide Seen sind ohnehin miteinander verbunden.

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