Aufregung um die Schafe und Ziegen am Jenaer Himmelreich

Jena  Tiere sind teilweise außerhalb des Zauns unterwegs. Anwohner machen sich Sorgen, die Nachbarn bringen Wasser für die Tiere.

Diese Herde aus Schafen und Ziegen stand Donnerstagnachmittag jenseits des Weidezaunes.

Diese Herde aus Schafen und Ziegen stand Donnerstagnachmittag jenseits des Weidezaunes.

Foto: Thomas Beier

Um die Schafe und Ziegen oberhalb des Wohngebietes „Himmelreich“ gibt es große Aufregung. Seit mehreren Tagen wird in sozialen Netzwerken berichtet, dass die Tiere zu wenig Wasser bekommen. Anwohner ergriffen daraufhin die Initiative. „Wir sind jetzt viermal hochgelaufen und haben etwa 50 Liter Wasser gebracht“, berichtete eine Himmelreich-Bewohnerin. Die Tiere seien jedes Mal übereinander geklettert, um an die Wanne zu gelangen. Es gibt auch Bilder von der Wasserversorgung im Netz.

Donnerstag, am frühen Nachmittag, gab es folgendes Bild auf der Wiese: Etwa zwei Drittel der Tiere stehen außerhalb des elektrischen Weidezaunes, der Rest dahinter. In einer Wanne, die über einen Wasserwagen befüllt wird, befinden sich etwa 25 Liter Wasser. Eine Spaziergängerin eilt mit ihrer Enkelin herbei und macht sich allergrößte Sorgen um die Tiere. „Die sind ja alle frei und können sonst wohin laufen“, sagt sie. Schafe und Ziegen standen bereits in Gärten des Wohngebietes.

Eine weitere Augenzeugin ist kurz davor, die Polizei zu rufen, da kam ein Geländewagen mit drei Männer angefahren, von denen sich einer darum bemühte, die Schafe hinter den Elektrozaun zu treiben.

Die jüngere der beiden Damen – sie möchte wie die Spaziergängerin nicht unbedingt mit Namen in der Zeitung erscheinen – , berichtet, dass sie bereits Kontakt mit Tierschutzverein und auch der Schäferei hatte. Ihre Erkenntnis ist, dass es zweischneidig sei, den Tieren zu helfen. Wenn die Tiere von den Nachbarn Wasser erhalten, bestehe für das Veterinäramt ja kein Grund mehr einzugreifen.

Die Zeitung sprach mit Hans-Peter Hänsch von der Schäferei Jägerberg. Er sagt, den Tieren gehe es gut. Dass sie am Donnerstag frei auf der Weide standen, führt er darauf zurück, dass es Leute gebe, die ihre Hunde frei laufen lassen. Den Hunden bereite es offenbar Freude, die Tiere in Panik die Weidezäune umrennen zu lassen. „Wir sind Tag und Nacht bei der Herde“, versichert Hänsch und dann würden auch die Wasservorräte kontrolliert. Das von Nachbarn kritisierte Ablammen auf der Weise sei die große Ausnahme, komme höchstens vor, wenn ein Mutterschaf bei der Kontrolle durchrutsche.

Rathaussprecher Kristian Philler sagte auf Nachfrage, dass der Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (ZVL) die Sache kontrolliert habe und es keine Beanstandungen gegeben habe. Die erneuten und sehr ausführlichen Berichte seien jedoch Anlass für eine erneute Kontrolle.

Kritik gab im Netz auch am ZVL selbst, bei dem es sich um eine Gemeinschaftsbehörde von Stadt und Landkreis handelt. „Der Posteingang des Empfängers ist voll oder zur Zeit überlastet“, bekam jemand als automatische Antwort auf seine Beschwerde.

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