Bahnhof Crossen kommt am Sonnabend unter den Hammer

Crossen  Am Sonnabend soll das bereits privatisierte Bahnhofsgebäude auf der Sächsischen Grundstücksauktion in Leipzig versteigert werden. Die Lagerhalle daneben will der Eigentümer aber selbst vermieten.

Das gut 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Crossen wird am Sonnabend versteigert. Foto: Angelika Munteanu

Das gut 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude in Crossen wird am Sonnabend versteigert. Foto: Angelika Munteanu

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Zum Bahnhofsgebäude in Crossen sei er vor wenigen Jahren eher zufällig gekommen, sagt der heutige Eigentümer. Das Haus hatte er auch nicht von der Bahn gekauft, sondern bereits von privat, der gegenüber dem Bahnhof ansässigen Firma Gastro Line. Die Deutsche Bahn hatte das Bahnhofsgebäude an der Station Crossen an der Elster vor Jahren schon veräußert und betreibt nur noch den durch einen Tunnel erreichbaren, überdachten Bahnsteig für die Reisenden in Richtung Gera oder Leipzig. Schalterhalle und Wartesaal sind seit langem verwaist.

Der einstige Zugang zum Bahnsteig ist mit wilden Birken zugewachsen. Genutzt werden in dem um das Jahr 1990 errichteten Haus lediglich die oberen Räume. Auf etwa 150 Quadratmetern befinden sich zwei Wohnungen, die vermietet sind. Die Gaststätte, die vor Jahren ein Magnet nicht nur für die Crossener war, steht seit längerem bereits leer. Ein neuer Nutzer habe sich bisher nicht gefunden. Und saniert werden müssten die Gasträume vor einer neuerlichen Vermietung außerdem.

Ein Aufwand, der sich für den jetzigen Eigentümer offenbar nicht lohnt. Er will das Bahnhofsgebäude wieder los werden. Es sei das einzige dieser Art in seinem Besitz und passe eigentlich nicht ins Geschäft, das sich vorwiegend mit Immobilien in der Land- und Forstwirtschaft befasse. Außerdem sei der Sitz der Niederlassung im Spreewald viel zu weit entfernt, um sich um das Objekt in Thüringen wirklich intensiv kümmern zu können. Am Gebäude steht ein Schild mit Telefonnummer und dem Hinweis, dass es zu verkaufen ist. Bislang erfolglos. Nun hat der Eigentümer das Bahnhofsgebäude zur Auktion angemeldet. Am Sonnabend kommt es auf der Sächsischen Grundstücksauktion in Leipzig unter den Hammer.

9000 Euro beträgt das Mindestgebot. Ob es jemand ersteigern wird und zu welchem Preis, darüber will der Eigentümer im vorab nicht spekulieren. Vielleicht finde sich ja jemand vor Ort oder aus der Nähe, der mit dem alten Bahnhofsgebäude etwas anfangen kann, es saniert für neue Gastronomie oder weitere Wohnungen. Die jetzigen Mieter wollen sich offenbar nicht an der Versteigerung beteiligen, gehen aber davon aus, dass ihr Mietvertrag nach Gesetz mit einem neuen Vermieter seine Gültigkeit behalten wird.

Die Gewerbehalle gleich neben dem Bahnhofsgebäude wird im Eigentum des Investors aus dem Spreewald bleiben. Er will es als Lagerhalle an einen neuen Nutzer vermieten. Dafür sei in die Teilimmobilie auch schon einiges investiert worden und weitere Sanierungen seien darin vorgesehen.

Kommentar zum Beitrag: Der Anschluss in die Ferne bleibt

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