Bank kündigt langjährigem Kunden ohne Angabe von Gründen

Bad Lobenstein  Vom Staat gerettete Commerzbank verweist lediglich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine merkwürdige Überraschung hat ein Remptendorfer kurz vor Jahresende mit seiner bisherigen Hausbank erlebt. Per Schreiben ist dem Mann in diesem Monat von der Commerzbank-Filiale Bad Lobenstein mitgeteilt worden, dass ihm mit Wirkung zum 28. Februar 2017 das Konto gekündigt wird. In die Kündigung eingeschlossen sind auch sämtliche Verträge über Kreditkarten sowie weitere mögliche Produktverträge ohne feste Laufzeit. "Ich war völlig perplex", schildert der Remptendorfer gegenüber OTZ den Empfang des Schreibens, in dem keinerlei Gründe für diese Kündigung genannt werden. Daher bat er um einen persönlichen Gesprächstermin, bei dem ihm aber ebenfalls einfach kein Grund genannt worden sei. Vielmehr werde lediglich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen, wonach der Bank das Recht zustehe, "die Geschäftsverbindung jederzeit aufheben zu können". Von diesem Recht werde eben Gebrauch gemacht.

Es handele sich um ein Girokonto mit monatlichem Gehaltseingang, schildert der Remptendorfer, der schon Kunde der SchmidtBank gewesen sei, die Anfang der 2000er-Jahre von mehreren Großbanken zerschlagen worden war. Die SchmidtBank-Filiale in Bad Lobenstein wurde 2004 von der Commerzbank übernommen. Der Remptendorfer habe sich also nicht von den 50 Euro Begrüßungsgeld sowie der kostenlosen Kontoführung locken lassen, mit denen die von den Steuerzahlern gerettete Commerzbank wirbt. Vielmehr sei er ein jederzeit solventer Stammkunde gewesen, der keine Kredite beanspruche und seines Wissens auch keine negativen Schufa-Eintragungen habe. "Daher möchte ich einfach nur den Grund wissen, warum man mir das Konto kündigt", betont er.

Die Commerzbank mauert. Auch gegenüber OTZ gibt es keinerlei Auskunft. Es wird sich hinterm Bankgeheimnis versteckt, obwohl der Kunde den Weg zur Presse und damit an die Öffentlichkeit gesucht hat. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen heißt es nämlich auch, dass die Bank Informationen weitergeben darf, wenn "der Kunde eingewilligt hat".

Der Remptendorfer hat nun zunächst Beschwerde gegen die Kündigung eingereicht. Zudem wird er ein Ombudsmannverfahren anstreben. Er möchte wissen, warum ihn die Commerzbank so einfach vor die Tür setzen will.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.