Feiertage

Betrug bei der Weihnachtsgans: Worauf man achten sollte

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Berlin  Viele Menschen essen an Weihnachten gerne Gänse. Doch einige Händler betrügen bei der Kennzeichnung. Worauf Verbraucher achten sollten.

Die Feiertage stehen vor der Tür und traditionell steht in vielen deutschen Haushalten die Weihnachtsgans auf dem Speiseplan. Dabei achten viele Verbraucherinnen und Verbraucher auf deutsche und artgerechte Tierhaltung und auf Qualität. Doch deutsche Gänse sind derzeit Mangelware. Viele Händler greifen auf betrügerische Methoden zurück. Sie verkaufen importierte Ware als heimische und verlangen so mehr Geld für die Gänse.

Betrug beim Gans-Verkauf: Darauf sollten Verbraucher achten

Eine beliebte Betrugsmethode: Ausländische Ware als heimische Produkte zu verkaufen. Davor warnt Mirko Pabel, Geschäftsführer von Dithmarscher Geflügel im Interview mit dem „NDR“. Grund dafür sei, dass Händler für Tiere aus Deutschland deutlich mehr verlangen könnten als für importierte Ware. Für den Betrug gibt es einige Anzeichen:

  • Gänsebrust und Gänsekeulen sind meist teurer pro Kilo als eine ganze Gans. Für die Zerlegung der Brust und Keulen und die Entsorgung der Reste kommen weitere Kosten auf, die im Kilopreis verrechnet werden.
  • Die Nachfrage nach deutschen Gänsen ist sehr hoch, dass sie oft schon lange vor den Feiertagen alle weg sind. Wer also an Weihnachten noch eine vermeintlich deutsche Gans angeboten bekommt, sollte besonders auf die Herkunft achten.

Weihnachten 2022: Deutsche Gänse sind Mangelware

Damit die deutsche Weihnachtsgans garantiert werden kann, sollte lieber vorbestellt werden. Aktuell stammen nur etwa 14 Prozent der verkauften Gänse aus Deutschland. Wegen Vogelgrippe-Ausbrüchen mussten manche Bauernhöfe alle Tiere schlachten. Zudem tragen gestiegene Futterpreise zur Teuerung des Gänsefleisches bei.

Händler greifen deshalb oft auf Gänse aus dem Ausland zurück. Laut Verbraucherzentrale stammten 85 bis 90 Prozent der Tiere in Supermarktthekenaus Intensivhaltungen in Polen oder Ungarn. Mit Bildern von Bauernhöfen oder Bezeichnungen wie „vom Bauernhof“ oder „Landgans“ täuschten sie dann artgerechte Tierhaltung vor.

„Nicht eindeutig gekennzeichnete Produkte aus Bulgarien, Frankreich, Polen und Ungarn sollten Sie links liegen lassen“, warnt die Verbraucherzentrale daher Käuferinnen und Käufer. „Angaben wie ‚bäuerliche Aufzucht‘ oder ‚tiergerechte Haltung‘ sind nicht geschützt und sagen nichts über die Haltungsbedingungen aus.“

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Darauf sollten Verbraucher achten: Siegel und Herkunft

Verbraucher sollten beim Kauf lieber auf das Bio-Siegel, „Freilandhaltung“, „Bäuerliche Freilandhaltung“ und „Bäuerliche Freilandhaltung unbegrenzter Auslauf“ achten, um eine artgerechte Tierhaltung garantiert zu bekommen. Zudem kann eine deutsche Herkunft einen Hinweis auf eine gerechte Zucht geben.

„Beim heimischen Erzeuger oder auf Erzeugermärkten kann man davon ausgehen, dass das beliebte Federvieh langsam gemästet wurde, genügend Auslauf und ein vergleichsweise gutes Gänseleben hatte“, so die Verbraucherzentrale.

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Bio-Gans und Schnellmastgans: Qualität- und Preisunterschiede

Bio-Gänse haben zudem eine bessere Fleischqualität. Sie leben in Deutschland meist sechs Monate bis sie getötet werden. In diesen Monaten werden sie mit Grünfutter gefüttert, haben täglich Auslauf und immer Zugang zu Wasser. All diese Faktoren wirken sich positiv auf die Qualität aus: Das Bio-Fleisch ist mit Fett durchwachsen.

Bei Schnellmastgänsen ist das anders. Sie leben nur etwa halb so lang, wie die Bio-Gänse und werden oftmals schon im Alter von 10 Wochen geschlachtet. Um das benötigte Schlachtgewicht zu bekommen, werden sie mit konzentriertem Kraftfutter gemästet. Dabei bildet sich eine dicke äußere Fettschicht. Verkauft werden sie oft als „Frühmastgans“ oder „Junggänsemast“.

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Die gute Qualität der Bio-Gänse lässt dementsprechend auch den Preis steigen. Ein Kilo Gänsefleisch aus artgerechter Haltung kostet im Schnitt 20 Euro. Bio-Gänse sind meist sogar noch etwas teurer. Das importierte Fleisch im Supermarkt ist hingegen schon ab fünf oder acht Euro pro Kilo erhältlich. (ari)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.