Bislang 717 Wahlhelfer haben zugesagt – 950 werden benötigt

Jena  Personalnot vor Kommunal- und Europawahl ist Terminsetzung geschuldet – Immer mehr Stimmen per Brief

Bürgerservice-Chef Olaf Schroth ist seit 17 Jahren Kreis-Wahlleiter. Er könne sich aber nicht erinnern, dass es bei der Besetzung der Wahlvorstände jemals so knapp zuging wie diesmal vor der Stadtrats-, Ortsteilbürgermeister- und Europawahl am 26. Mai, sagte er am Donnerstag. 950 Helfer würden benötigt; bis gestern hätten erst 717 Leute verbindlich zugesagt. „In der Regel hatten wir in der Vergangenheit acht Wochen vor der Wahl die gewünschte Maximal-Zahl von Helfern erreicht.“

Nach Schroths Einschätzung ist die Not in erster Linie der Terminsetzung geschuldet: der Wahlsonntag vor Himmelfahrt (30. Mai) und dazu die Ortsteilbürgermeister-Stichwahl am Pfingstsonntag (9. Juni). Diese Termine würden vieler Leute Urlaubspläne durchkreuzen. Noch eine Beobachtung: Mehrere Parteien hätten in diesem Jahr ihre Listen zur Stadtratswahl mit dem Maximum von 46 Kandidaten gefüllt. Olaf Schroth und seine Mitstreiter entdeckten da viele Namen, die ihnen als frühere Wahlhelfer bekannt sind – und die diesmal als Kandidaten nicht in die Wahl-Prozedur eingreifen können.

Nun hofft Olaf Schroth, dass die brieflich um Unterstützung gebetenen Institutionen wie Uni, Fachhochschule oder Patentamt in ihren Belegschaften mit Wahlhelfer-Werbung Erfolg haben. Im äußersten Notfall könnten noch intern Mitarbeiter aus dem Stadtkonzern mit „angeordneten Überstunden“ in die Pflicht genommen werden. „Dieses Mittel wollen wir aber eigentlich nicht verwenden; das haben wir noch nie getan. Freiwilligkeit ist da schon wichtig“, sagte Schroth. Und: Sein Team ist schon froh, wenn jene Bürger schriftlich eine Absage erteilen, die nach Zufallsprinzip mit der Bitte um Wahlhelferschaft angeschrieben worden, aber verhindert sind. Das gebe Planungssicherheit. „Noch mehr freuen wir uns natürlich über Zusagen.“

Schroth kalkuliert, dass bei den Ortsteilbürgermeister-Stichwahlen maximal 20.000 statt der zwei Wochen zuvor 85.000 Bürger wahlberechtigt sind – gemessen an den lediglich vier Ortsteilen, in denen es 2014 Stichwahlen gab. Wiederum wird am 26. Mai die Zahl der Briefwahlvorstände von zuletzt 15 auf 27 erhöht. „Das sind genauso viele wie bei den Urnen-Wahlvorständen.“

Wer mitmachen will im Wahllokal: www.jena.de/Wahlhelfer ; Wahlhelfer-Telefon: 49 44 55