CDU-Politiker Voigt fürchtet Schulsterben im Landkreis

Eisenberg  Kritik am Entwurf des Thüringer Schulgesetzes

Das neue Schulgesetz sieht für Grundschulen eine verbindliche Mindestschülerzahl von 80 vor.

Das neue Schulgesetz sieht für Grundschulen eine verbindliche Mindestschülerzahl von 80 vor.

Foto: Julian Stratenschulte

„Nach dem in dieser Woche durch die Landesregierung verabschiedeten Entwurf eines neuen Schulgesetzes droht im Saale-Holzland-Kreis die Schließung zahlreicher Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien“, befürchtet der CDU-Landtagsabgeordnete Mario Voigt. Er kritisiert die Landesregierung für das Gesetz, da die erstmalige Festlegung von Mindestgrößen für Schulen und Klassen dem Landkreis die eigenständige Schulnetzplanung entziehe und so gewachsene Schulstrukturen gefährde.

„Mit den Mindestschülerzahlen der rot-rot-grünen Landesregierung sind drei Viertel unserer Gymnasien, die Hälfte der Regelschulen und rund ein Viertel unser Grundschulen in ihrer Eigenständigkeit bedroht“, sagt Voigt. „Diesen Angriff auf Bildungslandschaft und Infrastruktur des Saale-Holzland-Kreises dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Das sind wir den jungen Familien mit Kindern schuldig“. Voigt werde im Parlament und im Landkreis alles dafür tun, dass der Gesetzentwurf nicht Wirklichkeit werde, heißt es.

Das neue Schulgesetz sieht für Grundschulen eine verbindliche Mindestschülerzahl von 80 vor. Diese Anzahl werden im kommenden Schuljahr nach den Prognosen des aktuellen Schulnetzplans drei hiesige Grundschulen nicht erreichen. Zudem müssen nach dem Schulgesetz alle ersten Klassen mit mindestens 22 Schülern starten. Dies wird in mindestens vier Grundschulen nicht der Fall sein. Die Grundschulen in Milda, Rothenstein und Heideland würden beide Kriterien nicht erfüllen. Regelschulen sollen mindestens 240 (Gemeinschaftsschulen 260) Schüler haben. Von acht Regelschulen im Landkreis erreichen vier diese Anzahl. Die Regelschulen in Eisenberg, Crossen, Schkölen und Bürgel werden diese Zahlen weder im kommenden noch im darauffolgenden Schuljahr nach den Prognosen des Schulnetzplans erreichen. Weit entfernt von den vorgegebenen 540 Schülern sind zudem die Gymnasien in Kahla, Hermsdorf und Stadtroda. Lediglich das Gymnasium Eisenberg kann diese Zahl im kommenden Schuljahr erfüllen.

Voigt kündigte für das neue Jahr einen Dialog zur Sicherung des Bildungsstandortes Saale-Holzland-Kreis an, wo er mit Lehrern, Eltern und Schülern das Gespräch suchen werde.

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