Corona-Infektion an Nordhäuser Gymnasium - Rund 200 Betroffene

Nordhausen.  Sechs Südharzer zurzeit an Covid-19 erkrankt. Nach dem Corona-Fall am Gymnasium gibt es rund 200 Betroffene in rund zehn Klassen. Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz unterstützen nun Kontaktverfolgung.

Verzögerungseffekt: Was sind die besten Corona-Maßnahmen?

Die richtigen Corona-Maßnahmen brauchen Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Was wirklich hilft, sieht man oft erst später. In der Wirtschaftspolitik heißt dieses Phänomen "Verzögerungseffekt" und er greift auch bei der Coronapandemie.

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Was für ein Ferienbeginn: Am Freitag wurde eine Corona-Infektion am Humboldt-Gymnasium bekannt. Ob sich ein Schüler oder Lehrer angesteckt hat, teilte das Gesundheitsamt nicht mit. Der Kreis direkten Kontaktpersonen ist allerdings groß: „Wir reden von bis zu 200 Betroffenen in rund zehn Klassen“, erklärte Jessica Piper, Sprecherin des Landratsamts.Sie alle sollten nun ihre Kontakte minimieren. Auch dürfen sie vorerst den Landkreis nicht verlassen. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes wollen sämtliche Kontaktpersonen anrufen. Tests sollen folgen. Der Landkreis hat seinen Krisenstab reaktiviert und eine Hotline eingerichtet.

Ein Einfluss auf den Unterricht nach den Herbstferien hat die Corona-Infektion nicht. „Im Grunde haben wir Glück“, so Piper angesichts der nächsten zwei schulfreien Wochen, die genug Zeit für eine Quarantäne bei Covid-19 sind. Doch sei der Freitagabend als Zeitpunkt der Corona-Nachricht aus dem Humboldt-Gymnasium zugleich ungünstig: „Kontaktpersonen sind schwer erreichbar, gegebenenfalls auch schon verreist.“

Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz unterstützt Kontaktverfolgung

Bei der Kontaktverfolgung wird das Gesundheitsamt inzwischen auch von Mitarbeitern aus dem Bereich Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz unterstützt.

Die Zahl der Corona-Fälle im Südharz seit Beginn der Pandemie ist auf nunmehr 81 gestiegen. „Sechs Einwohner des Landkreises sind zurzeit an Covid-19 erkrankt“, so Piper. Am Freitagvormittag hatte das Gesundheitsamt zunächst von einem neu Infizierten berichtet, der sich im beruflichen Umfeld außerhalb des Kreises angesteckt habe und als Kontaktperson schon in häuslicher Quarantäne gewesen sei.

Zwei Neuinfektionen beim medizinischen Personal

Stunden später folgte die Nachricht aus dem Humboldt-Gymnasium. Damit nicht genug: Bei zwei weiteren Neuinfektionen sei medizinisches Personal betroffen. Die Infektionsquelle ist bekannt und steht nicht im Zusammenhang mit der Schule. Auch nach diesen beiden Fällen folgen nun umfangreiche Testungen von mehr als 100 Kontaktpersonen. Um welche medizinische Einrichtung es konkret geht, ist im Landratsamt nicht zu erfahren. „Wir reden von medizinischen Fällen, da gilt die Schweigepflicht auf medizinischem Niveau“, erklärt Landrat Matthias Jendricke (SPD).

Angesichts zahlreicher beruflicher oder privater Verbindungen vieler Südharzer in Risikogebiete wie dem Eichsfeld rät Jendricke zu Vorsicht. Testen lassen sollte man sich bei Krankheitssymptomen, gerade wenn man Kontakte in die Risikogebiete hatte. Nur so könne es gelingen, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. „Unser Ziel ist, Unternehmen und die Gastronomie weiter geöffnet und auch die Schulen nach den Herbstferien im Regelbetrieb zu belassen.

Zitat: „Ich kann nur alle zur Vorsicht aufrufen.“ Landrat Matthias Jendricke

Die Telefon-Hotline des Landratsamts ist unter 03631 / 911-9112 bis Freitagabend 22 Uhr erreichbar und auch am Samstag von 8 bis 16 Uhr geschaltet.