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Corona: RKI meldet Zahlen – fast 120.000 Neuinfektionen

| Lesedauer: 63 Minuten
Corona-Lockerungen: Österreichs neuer Stufenplan

Corona-Lockerungen: Österreichs neuer Stufenplan

Trotz der hohen Infektionszahlen hat die österreichische Regierung weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen angekündigt. Gastronomiebetriebe dürfen bald länger geöffnet bleiben, in Geschäften gilt demnächst nur noch die Maskenpflicht.

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Fast 120.000 Corona-Neuinfektionen, erneut eine Rekordinzidenz: Doch Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Der Newsblog.

  • Dieser Corona-Blog ist beendet. Alle neuen Nachrichten zur Pandemie finden Sie hier.
  • Der Corona-Expertenrat fordert eine bessere Kommunikation der Bundesregierung
  • Virologen warnen vor der Rückkehr der Delta-Variante
  • Laut Arbeitsagentur-Chef Scheele droht Ungeimpften eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld
  • Sängerin Joni Mitchell verkündet Spotify-Boykott wegen Corona-"Lügen"
  • Taliban bieten schwangerer Journalistin Corona-Asyl in Afghanistan an

Berlin. Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich weiter zu. Eine derartige Geschwindigkeit bei den Neuinfektionen wie zuletzt gab es aber bisher noch nie. Am Sonntagmorgen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsämter 118.970 Corona-Neuinfektionen. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei rund 85.000 Neuinfektionen. Die bundesweite Inzidenz lag am Sonntag bei 1156,8 – gegenüber 806,8 in der Vorwoche.

Allerdings: Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Neuinfektionen dürften in den RKI-Daten nicht erfasst sein, denn Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind an vielen Orten überlastet. Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

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Corona-News von Sonntag, 30. Januar 2022: Expertenrat beklagt Fehlen von koordinierter Gesundheitskommunikation

20.56 Uhr: Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung fordert Verbesserungen in der Risiko- und Gesundheitskommunikation in Deutschland. "Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstützen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar", teilte das Gremium am Sonntagabend in seiner fünften Stellungnahme mit.

Diese müsse wissenschaftliche Evidenz einfach erklären, in Handlungsempfehlungen übersetzen sowie zur ersten Wahl für hilfreiche und verlässliche Informationen werden. "Auch wenn aktuell Behörden und Ministerien Teile davon realisieren, gibt es in Deutschland keine Institution, die eine nach den unten aufgeführten Prinzipien koordinierte Risiko- und Gesundheitskommunikation umsetzt."

Ist die Omikron-Welle der Anfang vom Ende der Pandemie?

19.32 Uhr: Die Menschheit geht mittlerweile in das dritte Jahr der Corona-Pandemie und noch nie waren die Infektionszahlen hierzulande höher. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Omikron-Welle viel weniger Todesfälle, weil weniger schwere Fälle verursacht als andere Varianten. Ist dies also der erste Schritt auf dem Weg von der Pandemie zur Endemie?

Das Bundesgesundheitsministerium, Wissenschaftler und Modellierer haben auf diese Antwort unterschiedliche Szenarien entwickelt. Im Haus von Karl Lauterbach fürchtet man, dass auch nächsten Winter wieder Schließungen drohen, wenn nicht endlich die Impflücke geschlossen wird. Doch Ulrike Protzer, Leiterin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München gibt eine weitere beängstigende Möglichkeit zu bedenken: die Rückkehr der Delta-Variante.

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Brüssel ohne Zwischenfälle

18.28 Uhr: Nach den Ausschreitungen der vergangenen Woche ist eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Brüssel an diesem Sonntag weitgehend ruhig verlaufen. Nach Angaben der Polizei zogen rund 1600 Menschen durch die Stadt, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Sie erreichten demnach ohne Zwischenfälle das Atomium im Norden der belgischen Hauptstadt. Dem Bericht zufolge forderten die Demonstranten wegen der Corona-Politik der belgischen Regierung deren Absetzung.

Vergangene Woche hatten nach Polizeiangaben rund 50.000 Menschen in Brüssel protestiert. . Medienberichten zufolge warfen Demonstranten Gegenstände auf Polizisten und beschädigten Gebäude. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Mehr als 200 Menschen wurden in Gewahrsam genommen.

Scheele: Bei Impfpflicht können Arbeitgeber Ungeimpfte ablehnen

17.24 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, sieht bei Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht auch Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. "Erst wenn es eine allgemeine Impfpflicht gibt und Verstöße auch mit Rechtsfolgen verbunden sind, können Arbeitgeber einen Bewerber ablehnen, weil er nicht geimpft oder genesen ist", sagte Scheele dieser Redaktion. "Auch wir als Bundesagentur müssen dann prüfen, ob eine fehlende Impfung zu einer Sperrzeit führt." Eine Sperrzeit bedeutet, dass ein Arbeitsloser für eine bestimmte Zeit kein Arbeitslosengeld bekommt.

In der SPD-Fraktion hat man die Folgen für den Arbeitsmarkt ebenfalls im Blick. "Wir prüfen gerade zusammen mit dem Bundesarbeitsministerium sehr genau, ob wir die Impf-Nachweispflicht bei den Arbeitgebern verankern", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Heike Baehrens der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". "Es wäre wohl wirksamer als ein Bußgeld, wenn Gesundheitsämter ungeimpften Angestellten das Betreten ihrer Firma verbieten würden – für den gesamten Arbeitsmarkt kann ich mir das aber schlecht vorstellen, eher für bestimmte Branchen und Einrichtungen", führte sie aus.

Demos gegen Corona-Politik: Kritik an Ort und Zeitpunkt in Nürnberg

15.35 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Nürnberg und München gegen Corona-Beschränkungen und insbesondere eine mögliche Impfpflicht demonstriert. Es kamen allerdings deutlich weniger Teilnehmer als erwartet. Zwischenfälle wurden von der bayerischen Polizei nicht mitgeteilt. Die Veranstaltung in Nürnberg wurde vor vielen Menschen scharf kritisiert. Denn die Demo fand am Volksfestplatz in unmittelbarer Nähe zum Reichsparteitagsgelände statt. Zudem war Sonntag der Jahrestag der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933.

Auf Twitter kritisierten daher viele Nutzer den Ort und den Zeitpunkt. Der Schauspieler Marcus Mittermeier ("München Mord") etwa schrieb am Sonntagmittag auf Twitter: "Querdenken ist da angekommen, wo sie hinwollen: heute Demo am Reichsparteitagsgelände. Am Jahrestag der Machtergreifung." Am 30. Januar 1933 war Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden.

Ruf nach „Exit-Strategie“ in Corona-Pandemie wird lauter

15 Uhr: Trotz weiter steigender Corona-Infektionszahlen wird in der Politik der Ruf nach einem Konzept für eine Rücknahme von Beschränkungen lauter. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sagte dem "Spiegel": „Wir haben die Omikron-Welle zwar noch nicht hinter uns, aber wir müssen schon jetzt konkret daran arbeiten, wann und unter welchen Bedingungen es zu schrittweisen Öffnungen kommen kann." Die nächste Bund-Länder-Runde im Februar sollte sich damit beschäftigen.

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, bei den Beratungen von Bund und Ländern am vergangenen Montag sei richtigerweise eine notwendige Öffnungsperspektive bereits in Aussicht gestellt worden. "Bund und Länder sind hier gemeinsam gefordert. Dabei ist frühzeitig unter Einbeziehung des Expertenrates der Bundesregierung zu beraten, welche Branchen und Bereiche zuerst hierunter fallen können."

Joni Mitchell verkündet Spotify-Boykott an – aus Protest gegen Corona-"Lügen"

13.12 Uhr: Die legendäre Folk-Musikerin Joni Mitchell schließt sich im Streit um umstrittene Corona-Podcasts auf Spotify dem Boykott ihres Kollegen Neil Young an. "Ich habe beschlossen, meine gesamte Musik von Spotify zu entfernen", schrieb die 78-jährige Sängerin, Gitarristin und Komponistin auf ihrer Website. "Unverantwortliche Leute verbreiten Lügen, die Menschen das Leben kosten." Spotify gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Der wie Mitchell aus Kanada stammende Rockmusiker Young hatte vor einigen Tagen seine gesamte Musik von der Streaming-Plattform entfernen lassen. Der 76-Jährige hatte Spotify zuvor erfolglos aufgefordert, den Podcast des umstrittenen US-Comedian Joe Rogan zu entfernen. Er warf Rogan vor, Falschinformationen über das Coronavirus zu verbreiten. "Spotify ist zu einem Ort der potenziell tödlichen Desinformation über Covid geworden", kritisierte Young.

Mitchell erklärte sich am Freitag solidarisch mit Young "und der weltweiten wissenschaftlichen und medizinischen Gemeinschaft". Auf ihre Website stellte sie einen offenen Brief von Ärzten und anderen Wissenschaftlern mit der Aufforderung an Spotify, mit Hilfe einer umfassenden Strategie gegen Falschinformationen gegen Rogans wiederholte Unwahrheiten und Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie vorzugehen.

Schwangere Neuseeländerin darf wegen Quarantäneregeln nicht in Heimat zurückreisen – Taliban bieten Aufnahme in Afghanistan zur Entbindung an

11.20 Uhr: Eine schwangere neuseeländische Journalistin ist nach eigenen Angaben von den Taliban in Afghanistan aufgenommen worden, weil sie wegen der strengen Corona-Beschränkungen nicht zur Entbindung in ihre Heimat zurückkehren konnte. Sie habe sich von ihrem eigenen Land "verraten" gefühlt, sagte Charlotte Bellis am Sonntag von Kabul aus Radio New Zealand. Nachdem sie ihr Schicksal öffentlich gemacht hat, wollen die neuseeländischen Behörden ihren Einreiseantrag nochmals prüfen.

Bellis hatte zuvor in der Zeitung "New Zealand Herald" berichtet, dass sie für den arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira in Afghanistan gearbeitet und dann bei ihrer Rückkehr zur Sendezentrale in Doha festgestellt habe, dass sie schwanger sei. Da Schwangerschaften für unverheiratete Frauen in Katar verboten sind, habe sie heimlich ihre Rückkehr nach Neuseeland vorbereitet. Dort sei ihr aber beschieden worden, dass sie keine Ausnahmegenehmigung für eine Rückkehr bekommen könne.

Da ihr Partner, ein belgischer Fotograf, in Afghanistan arbeite, habe sie sich in ihrer Not an ranghohe Taliban-Vertreter gewandt, berichtete Bellis weiter. Diese hätten ihr daraufhin angeboten, zur Entbindung nach Afghanistan zu kommen. "Wir freuen uns für Sie, Sie können kommen und werden keine Probleme haben", zitierte die Journalistin die Reaktion der Taliban. Neuseeland will ihr Einreisegesuch nun noch einmal prüfen.

Bei großem Personalengpass: Giffey erwägt, Infizierte ohne Symptome arbeiten zu lassen

10.10 Uhr: Bei sehr großen Personalausfällen in der kritischen Infrastruktur wegen Corona kann Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey es sich vorstellen, Infizierte ohne Symptome arbeiten zu lassen. "Sollte es in Bereichen der elementarsten Grundversorgung dazu kommen, dass wir den Betrieb mit dem gesunden Personal allein nicht mehr aufrechterhalten können, müssen wir schwerwiegendere Maßnahmen in Betracht ziehen", sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Dann ist es eine Option, dass Infizierte, die aber keinerlei Symptome haben, in bestimmten Bereichen im Ausnahmefall weiter zur Arbeit kommen."

Eine solche Arbeitsquarantäne könne natürlich nur unter strengen Schutzmaßnahmen umgesetzt werden: "Wer im Wasserwerk allein eine Maschine bedient, wer bei der Feuerwehr einen Brand löscht, kann das auch ohne größere Probleme mit symptomfreier Corona-Infektion tun." Anders sehe es bei Menschen aus, die im Krankenhaus oder in der Pflege mit Patienten zu tun hätten.

Aktuell gebe es in Berlin in einen Personalausfall von durchschnittlich 15 Prozent, sagte Giffey. "Wir sind auf einen Personalausfall von bis zu 30 Prozent vorbereitet."

Kanadische Trucker demonstrieren tagelang gegen Impfpflicht

10.03 Uhr: In Kanada haben hunderte Lkw-Fahrer mit einer tagelangen Protestfahrt gegen die Corona-Impfpflicht protestiert, die seit kurzem bei Überquerung der Grenze in die USA gilt. Am Samstag kamen die Trucker in der Hauptstadt Ottawa an, wo sie von tausenden Menschen begeistert empfangen wurde. Die Demonstranten schwenkten kanadische Flaggen und Plakate mit der Aufschrift "Freiheit" und riefen Sprechchöre gegen Premierminister Justin Trudeau.

Der sogenannte "Konvoi für die Freiheit" war am Sonntag vergangener Woche in Vancouver an der kanadischen Westküste, wie kanadische Medien berichteten. Auf dem Weg in die Hauptstadt Ottawa, die rund 4400 Kilometer von Vancouver entfernt ist, schlossen sich immer mehr Fahrer dem Konvoi an.

Die Impfpflicht für den Grenzübertritt war Mitte Januar von Kanada und den USA eingeführt worden. Ungeimpfte kanadische Lkw-Fahrer müssen demnach bei Rückkehr aus den USA in eine 14-tägige Quarantäne, US-Fahrer ohne Impfung dürfen gar nicht ins Land. Die USA drohen bei Zuwiderhandlung mit einer dauerhaften Sperre.

Mariele Millowitsch will nicht mehr mit ungeimpften Kollegen arbeiten

9.44 Uhr: Schauspielerin Mariele Millowitsch will in der Corona-Krise nicht mehr mit Ungeimpften arbeiten. Bei Dreharbeiten im vergangenen Jahr sei eine ungeimpfte, infizierte Kollegin am Set gewesen und habe über Tage wegen der Quarantäne alles lahmgelegt, berichtete die 66-jährige Kölnerin der Deutschen Presse-Agentur. "Hinterher hat sie nur gesagt, sie habe ja niemanden angesteckt. Das Ausmaß hat sie gar nicht gesehen", sagte die Schauspielerin. "Dafür habe ich kein Verständnis. Für mich ist klar, ich möchte nicht mehr mit jemanden arbeiten, der nicht geimpft ist."

Bei Drehs wie zur aktuellen Folge aus der ZDF-Reihe "Marie Brand" sei Corona nach wie vor ein Thema, sagte Millowitsch. Vor allem hinter der Kamera werde sehr auf Abstand geachtet. "Da saß mittags jeder an einem anderen Tisch, das sah aus wie eine Installation." Die Menschen nähmen sich auch nicht mehr in den Arm, was ihr aber wenig ausmache: "Ich bin nicht so die Rumknutscherin."

Städtetagspräsident: Einrichtungsbezogene Impfpflicht muss mit Tätigkeitsverbot einhergehen

9.17 Uhr: Der Präsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe (CDU), plädiert dafür, die einrichtungsbezogene Impfpflicht mit einem Tätigkeits- und Betretungsverbot zu koppeln. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht werde nur dann Wirkung entfalten, "wenn Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Behörden klar erkennen können, in welchen Fällen Ungeimpfte ihre Tätigkeit nach dem 15. März nicht mehr ausüben dürfen und welche Ausnahmen es gibt", sagte Lewe der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag). Die Pflicht zur Impfung sollte im Gesetz konsequent mit einem Tätigkeits- und Betretungsverbot versehen werden, erklärte der Münsteraner Oberbürgermeister.

Israel: Zahl der Corona-Schwerkranken steigt wieder über 1000

7.56 Uhr: Erstmals seit fast einem Jahr ist die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel wieder über 1000 gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Samstagabend mit, 1010 schwer an Corona erkrankte Patienten würden in Krankenhäusern behandelt. Den bisherigen Höhepunkt hatte die Zahl im Januar 2021 mit rund 1200 Schwerkranken erreicht.

Israelische Krankenhäuser klagen gegenwärtig über eine hohe Belastung, weil es auch deutlich mehr Grippe-Kranke gibt als vor einem Jahr. Gleichzeitig gibt es erste Anzeichen dafür, dass die Omikron-Welle in Israel allmählich abebben könnte. Am Freitag wurden den Angaben zufolge rund 53.000 neue Corona-Fälle gemeldet. Vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen in Israel mit mehr als 85.000 einen Höhepunkt seit Beginn der Pandemie erreicht.

Arbeitsagentur-Chef: Ungeimpfte Bewerber können bei allgemeiner Impfpflicht abgelehnt werden

7.30 Uhr: Die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht wird nach Worten des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, auch zu Veränderungen bei der Jobsuche führen. "Wenn es eine allgemeine Impfpflicht gibt und Verstöße auch mit Rechtsfolgen verbunden sind, können Arbeitgeber einen Bewerber ablehnen, weil er nicht geimpft oder genesen ist", sagte Scheele dieser Redaktion. Auch die Bundesagentur müssen bei Einführung einer allgemeinen Impfpflicht prüfen, "ob eine fehlende Impfung zu einer Sperrzeit führt", sagte Scheele.

Scheele betonte, momentan habe der Impfstatus von Beschäftigten dagegen faktisch keine Auswirkung auf den Arbeitsmarkt, "denn es gibt gegenwärtig keine entsprechende Rechtsgrundlage“. Zunächst müsse der Gesetzgeber aktiv werden und eine entsprechende Regelung zur Impfpflicht beschließen. Aktuell seien Arbeitgeber lediglich verpflichtet, "unter Einhaltung von 3G zu beschäftigen oder zu rekrutieren". Im Fall einer allgemeinen Impfpflicht erhielten Arbeitgeber dann das Recht, den 2G-Status am Arbeitsplatz zu prüfen, "diese Möglichkeit gibt es gegenwärtig nicht".

Corona-News von Samstag, 29. Januar 2022: Wieder zahlreiche Demos gegen Corona-Politik

21.57 Uhr: In mehreren Städten in Deutschland haben am Samstag wieder Menschen gegen die Corona-Politik demonstriert. Allein in Freiburg (Baden-Württemberg) beteiligten sich nach Schätzungen der Polizei etwa 4500 Menschen an einer Demonstration, um gegen eine Impfpflicht und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu protestieren. Es habe keine nennenswerten Vorkommnisse gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Gegendemonstranten hätten aber versucht, mit Fahrrädern die Strecke der Demo zu blockieren.

In Leipzig gab es eine Demonstration, an der sich laut Polizei einige Hundert Gegner von Corona-Maßnahmen beteiligten. Weitere Protestzüge gab es unter anderem in Schwerin, Brandenburg an der Havel, Osnabrück, Düsseldorf und mehreren sächsischen Orten.

250 Jecken feiern Karneval in Kölner Hotel

21.28 Uhr: Bis zu 250 Jecken haben am Samstagabend in einem Kölner Hotel Karneval gefeiert. Bei dem „Humba Tätärä“-Dinner gelte die 2G-plus-Reglung, die Besucher hätten feste Plätze an Tischen und würden mit Essen bewirtet, sagte ein Sprecher des Kostümhändlers Deiters als Veranstalter. Alle Vorgaben der Corona-Schutzverordnung würden eingehalten. "Karneval feiern ist erlaubt, man muss nur wissen wie."

Bis Karnevalssonntag plant das Unternehmen an allen Wochenenden ähnliche Veranstaltungen, teilweise auch mit bis zu 750 Gästen in einer Halle. Für das Bühnenprogramm sind Kölner Karnevalsgrößen wie die Bläck Fööss und die Paveier angekündigt.

Dutzende Corona-Gegner stürmen bei Protestmarsch in Leipzig Klinikgelände

18.58 Uhr: Dutzende Gegner der Corona-Maßnahmen sind in Leipzig bei einem ihrer als "Spaziergänge" deklarierten Protestmärsche auf das Gelände der Uniklinik gestürmt. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatte der Protestzug von "mehreren hundert" Menschen am Samstagnachmittag nahe des Völkerschlachtdenkmals begonnen und war dann in der Nähe der Klinik für Psychiatrie von der Polizei gestoppt worden. Dort seien dann Dutzende auf das Gelände der zur UKL gehörenden Psychiatrie-Klinik gestürmt - vermutlich in der Hoffnung, dem Polizeikessel zu entkommen.

Auf Videos, die auf Twitter veröffentlicht wurden, war zu sehen, wie einige Polizisten am Tor zu dem Gelände noch vergeblich versuchen, die Menge zurückzuhalten. Doch waren sie dem Ansturm offensichtlich nicht gewachsen. Der Polizeisprecherin zufolge stellte die Polizei die Identität der Eingedrungenen für mögliche strafrechtliche Ermittlungen fest. Die restlichen "Spaziergänger" seien nach einer Identitätskontrolle wieder gehen gelassen worden.

Diskussion um Corona-Impfpflicht hält an

16.59 Uhr: Der Präsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe (CDU), hat dafür plädiert, eine einrichtungsbezogene Pflicht zur Corona-Impfung im Gesetz konsequent mit einem Tätigkeits- und Betretungsverbot zu versehen. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht werde nur dann Wirkung entfalten, "wenn Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Behörden klar erkennen können, in welchen Fällen Ungeimpfte ihre Tätigkeit nach dem 15. März nicht mehr ausüben dürfen und welche Ausnahmen es gibt", sagte Lewe der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag). Indessen hat die Unionsfraktion im Bundestag nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" (Samstag) nun doch einen eigenen Vorschlag zur allgemeinen Impfpflicht gemacht.

Am Mittwoch debattierte der Bundestag erstmals über die mögliche Ausweitung einer Corona-Impfpflicht. Ab Mitte März gilt eine solche Pflicht im Gesundheits- und Pflegewesen. Im Bundestag gibt es die Vorschläge, sie entweder für alle Erwachsenen ab 18 Jahre oder nur für Ältere auszuweiten. Für die Debatte lagen noch keine konkreten Anträge vor. Dies soll nun nachgeholt werden und bis Ende März eine Entscheidung fallen.

Integrationsbeauftragte wirbt für Impfungen gegen Corona

15.30 Uhr: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), hat am Samstag in Berlin eine Corona-Impfaktion besucht. "Wichtig ist, dass überall ankommt: Impfen hilft. Auch wenn die Menschen keine deutsche Muttersprache sprechen", sagte Alabali-Radovan. "Gerade im medizinischen Bereich ist mehrsprachige Aufklärung wichtig."

Bei Migrantinnen und Migranten gebe es ähnliche Bedenken und Ängste wie bei allen anderen Menschen auch. "Die Sprachbarriere ist das größte Hindernis. In der Muttersprache kann Vertrauen gewonnen werden", sagte Alabali-Radovan.

Ethikrats-Vorsitzende: Impfen soll möglichst einfach sein

14.00 Uhr: Die Vorbereitung einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sollte nach Ansicht der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates mit anderen Maßnahmen flankiert werden. Dazu zählten "niedrigschwellige Impfangebote und zielgruppenspezifische Beratung und Information", sagte die Münchner Medizinethikerin Alena Buyx der Bremer Zeitung "Weser-Kurier" vom Samstag.

Sie verwies dabei auch auf die Stellungnahmen des Ethikrates, eines unabhängigen Sachverständigengremiums. "Wir haben sehr klar gesagt: Das Vorbereiten einer Impfpflicht entbindet die Verantwortlichen in keiner Weise davon, dass man sich weiter um die Freiwilligkeit bemüht und es den Menschen wirklich einfach macht", sagte Buyx. Eine Impfpflicht könne in der derzeitigen Corona-Welle nicht helfen, sondern ziele auf den kommenden Herbst, sagte sie. Deshalb sollte sich Deutschland Zeit für eine ausführliche Debatte nehmen. Es gebe hier im Vergleich zu anderen Ländern viel Impfskepsis.

"Aber auf lange Sicht ist die Erfahrung mit Rechtspflichten, dass sie, wenn sie denn gelten und ordentlich umgesetzt werden, insgesamt gut wirken", sagte die Professorin der TU München. "Ganz wichtig: Es geht bei einer solchen Pflicht nicht um hundert Prozent, das ist auch bei anderen Rechtspflichten kaum möglich."

Österreich lockert stufenweise Corona-Maßnahmen

12.40 Uhr: Österreich lockert trotz hoher Zahlen bei den Neuinfektionen stufenweise seine Corona-Maßnahmen. So werde die Sperrstunde ab 5. Februar von 22.00 Uhr auf 24.00 Uhr geschoben, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Samstag in Wien. Vom 12. Februar an falle die 2G-Regel im Handel. Es bleibe aber die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske. Ab 19. Februar gelte in der Gastronomie und im Tourismus statt der 2G-Regel wieder die 3G-Regel, hieß es. Damit ist es auch mit einem negativen Corona-Test möglich, Lokale zu besuchen.

Grundlage der Entscheidungen ist demnach die absehbar weiter niedrige Belastung der Kliniken. "Diese Zahlen sind stabil und auf einem wirklich berechenbaren guten Niveau", sagte Nehammer zur Lage auf den Normal- und Intensivstationen. Speziell bei den Intensivstationen drohe keine Überlastung mehr, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei etwa 2400 pro 100.000 Einwohnern. Der Höhepunkt der aktuelle Corona-Welle wird laut Regierung Ende der ersten Februar-Woche erwartet.

Zahl der Corona-Impfungen geht zurück

11.45 Uhr: Die Zahl der Impfungen in Deutschland hat zum Ende der Woche abgenommen. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht, wurden am Freitag mindestens 370.000 Impfdosen verabreicht – am Vortag waren es noch 466.000. Am Freitag vor einer Woche gab es knapp 582.000 Impfungen, am Freitag davor etwa 769.000.

Mindestens 73,9 Prozent der Bevölkerung (61,4 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen mit, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, - allerdings wird das gerade umgestellt. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte erst nach einer zweiten Impfdosis - möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna - als vollständig geimpft gelten.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Mindestens 43,7 Millionen Menschen (52,6 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das RKI mit. Das ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron.

Stiko-Vorsitzender Mertens rechnet mit Novavax-Empfehlung

11.20 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, rechnet mit einer Empfehlung des Impfstoffes Novavax seitens der Stiko bis Ende Februar. RTL/ntv sagte Mertens: "Man kann sicherlich eine Empfehlung – wie auch immer die aussieht – dazu erwarten." Er hoffe, dass dies rechtzeitig passiere, bevor der Impfstoff verfügbar sei. Trotz "vorübergehender Nebenwirkungen" – ähnlich wie bei den mRNA-basierten Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna – schätzt Mertens den Impfstoff als sicher ein: "Ich glaube nicht, dass der Impfstoff ein besonderes Sicherheitsproblem darstellt und hoffe das."

Allerdings fehlten derzeit noch diverse Daten aus Studien, sagte Mertens. So sei die Wirkung für bestimmte Gruppen wie Ältere oder Schwangere "nicht richtig beurteilbar". Ob die Empfehlung der Stiko daher nur für bestimmte Gruppen gelten wird, wollte Mertens zum aktuellen Zeitpunkt nicht festlegen.

Der Impfstoff soll ab Ende Februar ausgeliefert werden. In Rheinland-Pfalz sind bereits Anmeldungen zu Impfterminen möglich. Wie die "Tagesschau" berichtet, haben sich seit Montag über 9000 Menschen für eine Novavax-Impfung registriert, davon rund 5000 in den ersten Stunden nach Freischaltung der Anmeldung.

Polizei verbietet unangemeldete Corona-"Spaziergänge" in Cottbus

11.15 Uhr: Die Polizei in Brandenburg geht schärfer gegen nicht angemeldete Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen vor. Nach zahlreichen unangemeldeten und als "Spaziergänge" deklarierten Versammlungen seien solche Aufzüge in Cottbus ab Montag bis zum 13. Februar generell verboten, teilte die Polizeidirektion Süd am Samstag in Cottbus mit. Eine entsprechende Allgemeinverfügung sei jetzt erlassen worden. Mit den wiederkehrenden, nicht angemeldeten Versammlungen seien Verstöße gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere den Infektionsschutz zur Eindämmung der Corona-Pandemie verbunden gewesen, hieß es zur Erklärung.

Söder fordert Einführung einer bundesweit gültigen Krankenhaus-Ampel

10.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert angesichts der hohen Corona-Infektionsdynamik die Einführung eines neuen bundesweit gültigen Warnsystems als Entscheidungsgrundlage für die Pandemie-Politik von Bund und Ländern. Da die Inzidenzzahl angesichts des Mangels an Testmöglichkeiten in der Omikron-Welle ihre "Vorwarnwirkung" verliere, "brauchen wir ein neues Bewertungssystem, das sich an der Belegung der Krankenhausbetten orientieren sollte", sagte Söder der "Welt am Sonntag". "Nur so erfahren wir, ob das Gesundheitssystem stabil bleibt - oder ob eine Überlastung droht."

Bei dem neuen Warnsystem soll nach den Worten Söders der Anteil des Infektionsgeschehens an der Belegung der Krankenhäuser und eine mögliche Überlastung des Pflegepersonals berücksichtigt werden. Wichtig sei zudem: "Wir müssen wissen, wie viele Personen ausschließlich wegen Corona ins Krankenhaus kommen – und wie viele lediglich mit Corona", sagte der bayerische Regierungschef.

Unionsfraktion macht Vorstoß zur Impfpflicht

9.15 Uhr: Die Unionsfraktion im Bundestag spricht sich einem Bericht zufolge für eine zeitlich befristete und nach Virusvarianten differenzierte Corona-Impfpflicht aus. "Die Differenzierung nach Virusvarianten und zeitlicher Komponente fehlt allen Gruppenanträgen – ebenso wie Ideen zur Verbesserung der Datenbasis. Zu diesen drei Punkten wird die Union einen Vorschlag unterbreiten", kündigte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, nach Angaben der "Welt am Sonntag" an.

"Eine Impfpflicht wäre nur dann sinnvoll, wenn besonders gefährliche Virusvarianten drohen - und wenn es zugleich passende Impfstoffe gibt. Trifft eines von beidem nicht zu, wäre eine Impfpflicht wenig zielführend", sagte Sorge. "Das klare Signal an die Bevölkerung muss außerdem sein: Wenn eine Impfpflicht kommt, dann nur mit einer klaren, engen zeitlichen Befristung."

Nach den Plänen Sorges soll es keine pauschale Impfpflicht geben, sondern eine flexible Verpflichtung, die immer dann greift, wenn eine besonders gefährliche Virusvariante festgestellt wird. In diesem Fall soll wie bei den regelmäßigen Grippeschutznahmen verfahren werden – nur dann mit einer Pflicht, sich impfen zu lassen, die jeweils einige Wochen oder Monate gilt. Nach diesem Konzept würde die Impfungen außerdem zentral erfasst. "Ein Impfregister würde mehr Klarheit zu den tatsächlichen Impfquoten schaffen. Es würde vor allem helfen, mehr darüber zu erfahren, wer die Ungeimpften sind", betonte Sorge.

Mehr als zwei Millionen 3G-Kontrollen bei der Bahn

9.07 Uhr: Seit rund zwei Monaten gilt die 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln - und die allermeisten Fahrgäste halten sich daran, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Rund zwei Millionen Kontrollen seien bisher im Nah- und Fernverkehr absolviert worden, 99 Prozent der Reisenden hätten dabei nachgewiesen, dass sie geimpft, genesen oder getestet seien. Wer dies nicht kann, muss beim nächsten Halt aussteigen und sich vor einer Weiterfahrt testen lassen. Im Konfliktfall wird die Bundespolizei hinzugerufen. Bei der Deutschen Bahn erfolgen die Kontrollen stichprobenartig und in Zweierteams. Die 3G-Regel gilt seit dem 24. November.

BDI-Chef Russwurm kritisiert Corona-Politik der Bundesregierung

6.00 Uhr: Zwei Jahre nach Bekanntwerden der ersten Infektion in Deutschland hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, der deutschen Corona-Politik ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Nach zwei Jahren Corona ist es völlig inakzeptabel, dass es nicht genug aktuelle Daten, PCR-Testkapazitäten und einheitliche Hygienekonzepte für Schulklassen gibt", sagte Russwurm unserer Redaktion.

"Und mich verwundert manche Entscheidungsfindung. Wir erleben Corona-Gipfel von Bund und Ländern mit großer Einigkeit − und ein paar Stunden später landesspezifische Varianten der Entscheidung." Das führe zu Vertrauensverlust und zu einem Flickenteppich, den keiner mehr verstehe. Russwurm sagte: "Ich wünsche mir mehr Systematik. Deutschland kommt einfach nicht vor die Welle."

Habeck stellt Verlängerung der Corona-Hilfen über März hinaus in Aussicht

5.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat eine Verlängerung der Corona-Hilfen in Aussicht gestellt. "Ich hoffe, dass wir Ende März in einer anderen Situation sind. Sollte es aber nötig sein, die Hilfen erneut zu verlängern, um das Überleben hart betroffenen Betriebe zu sichern, dann werden wir in der Bundesregierung die Gelder hierfür bereitstellen", sagte der Grünen-Politiker unserer Redaktion. Die aktuellen Hilfen seien gut angelaufen, teilte Habeck mit. Erste Teilzahlungen - sogenannte Abschlagszahlungen - flössen seit dem 18. Januar und seien auf den Konten der Betroffenen angekommen.

Bundesärztekammer warnt vor erneutem Anstieg bei schweren Corona-Fällen

3.00 Uhr: Die Bundesärztekammer warnt vor einem erneuten Anstieg der schweren Corona-Fälle: Allein aufgrund des enorm hohen Verbreitungstempos mit 200.000 Neuerkrankungen pro Tag müsse man sich auf einen möglichen Anstieg der Zahl schwerer Verläufe vorbereiten, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt unserer Redaktion. "Wir beobachten seit einigen Tagen eine Seitwärtsbewegung bei den Neuaufnahmen und ganz aktuell auch wieder ein leichtes Ansteigen der Belegung auf den Intensivstationen", so der Mediziner.

Weitgehende Lockerungen wie in England oder Dänemark könnten zum jetzigen Zeitpunkt kein Vorbild für Deutschland sein. Die Situation hierzulande sei eine andere. Deutschland habe nach Italien die zweitälteste Bevölkerung in Europa und eine im Vergleich niedrige Impfquote unter Älteren. "Bei immer noch zwölf Prozent Ungeimpften unter den über 60-Jährigen riskieren wir bei einer drastischen Rückführung der Schutzmaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt eine Überlastung der Intensivkapazitäten", warnte der Ärztepräsident.

Marburger Bund rechnet mit Rückzieher bei verkürztem Genesenenstatus

3.00 Uhr: Die Präsidentin des Marburger Bundes, Susanne Johna, hat die Bundesregierung für die Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate kritisiert. "Ich glaube nicht, dass sich die 90-Tage-Regelung in Deutschland dauerhaft halten lässt", sagte sie der "Rheinischen Post". Die Mitgliedstaaten der EU hätten schließlich "erst vor wenigen Tagen die Gültigkeit des Genesenen-Status auf sechs Monate festgelegt".

Zwar sei es prinzipiell richtig, dass die Anzahl der Antikörper bei den meisten Menschen etwa 90 Tage nach einer Infektion absinke. "Das ist aber natürlich kein fester Stichtag und patientenindividuell sehr unterschiedlich Es hängt auch davon ab, wie stark die Immunantwort auf die Infektion war. Insofern ist die europaweite Regelung durchaus vertretbar", sagte Johna. "Das sollte durch Alleingänge nicht in Zweifel gezogen werden."

Corona-News von Freitag, 28. Januar 2022: Virologin Brinkmann tritt in Böhmermanns Satiresendung zu Impfen auf

22.57 Uhr: Die Virologin Melanie Brinkmann hat auf ungewöhnliche Weise über das Immunsystem und das Impfen informiert - mit einem Gastauftritt in der Satiresendung von Jan Böhmermann. Sie ist vielen bekannt, weil sie in der Corona-Pandemie immer wieder in Talkrunden als Expertin auftrat. Die Professorin der Technischen Universität Braunschweig sitzt auch im Corona-Expertengremium der Bundesregierung.

In der am Freitag in der ZDF Mediathek veröffentlichten Folge von "ZDF Magazin Royale" war Brinkmann in einer Büro-Praxis-Szenerie zu sehen. Das Ganze war so aufgebaut: Die Virologin erläuterte in kurzen Sequenzen Details zu Immunsystem, Viren und der Wirkung einer Impfung. Dabei wurde sie immer wieder von einem Darsteller in den Zuschauerrängen des Studios unterbrochen, der Zweifel an ihren Aussagen hat. Er spielte laut E-Gitarre, kommentierte spitz oder biss in ein rohes Stück Fleisch. Am Ende brach Böhmermann ab und kommentierte, manche Menschen könne man mit Argumenten einfach nicht mehr erreichen. Der Darsteller wurde aus dem Studio geführt.

Russlands Statistikbehörde meldet mehr als 660.000 Corona-Tote

22.51 Uhr: Mehr als 660.000 Menschen in Russland sind seit Pandemiebeginn an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wie die Statistikbehörde Rosstat am Freitag mitteilte, schrumpfte die Bevölkerung Russlands im Jahr 2021 um mehr als eine Million Menschen. Damit setzt sich der Abwärtstrend aus dem Vorjahr fort. 2020 wurde ein Rückgang von mehr als einer halben Million registriert.

Die von Rosstat veröffentlichten Zahlen zu den Corona-Toten sind mehr als doppelt so hoch wie die Zahlen der Regierung: Laut einer Regierungs-Webseite zur Pandemie starben in Russland 329.443 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Rosstat wendet eine breitere Definition von Corona-Todesfällen an.

Russland zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern weltweit. Es sind zwar vier Impfstoffe verfügbar, doch die Impfskepsis im Land ist groß. Nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung ist vollständig gegen das Virus geimpft.

Hersteller: Corona-Medikament Molnupiravir auch gegen Omikron wirksam

22 Uhr: Das Corona-Medikament Molnupiravir wirkt laut Angaben seines Herstellers auch gegen die Omikron-Variante. Wie der US-Pharmakonzern MSD am Freitag mitteilte, kamen sechs In-Vitro-Studien unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass das Medikament "konsistent antiviral" gegen die Variante wirke. Die Studien fanden demnach in Deutschland, Belgien, Tschechien, Polen, den Niederlanden und den USA statt.

Nach Angaben des Konzerns MSD, der sich in den USA auch Merck & Co. nennt, senkte das Medikament das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes bei den Vorgänger-Varianten von Omikron um 30 Prozent. Die jüngsten Studien zeigen demnach eine gute Wirksamkeit auch gegen Omikron. Die Ergebnisse "geben zusätzliches Vertrauen in das Potenzial von Molnupiravir als wichtige Behandlungsoption", sagte MSD-Forschungslabor-Chef Dean Y Li. Das Ergebnis müsse nun durch klinische Studien weiter geprüft werden.

Impfpasshandel: Innenministerin fordert Maßnahmen gegen Telegram

21.45 Uhr: Wegen des Handels mit gefälschten Corona-Impfzertifikaten bei Telegram fordert Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) ein härteres Durchgreifen gegen den Messenger-Betreiber. "Die rechtlichen Regelungen laufen bei Telegram derzeit faktisch ins Leere", sagte sie der "Mitteldeutschen Zeitung" (Halle). Sie drängt auf eine EU-weite Regelung, die auch Online-Dienste mit Sitz im Ausland zur Zusammenarbeit mit den europäischen Sicherheitsbehörden zwingt.

Mit wenigen Klicks lassen sich auf Telegram gelbe Heftchen für 50 bis 250 Euro bestellen, wie die Zeitung berichtet. Der Messengerdienst, in dem auch häufig zu Demonstrationen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen aufgerufen wird, ist laut deutschem Recht eigentlich zum Löschen von strafbaren Inhalten und zur Weitergabe von Informationen an die Polizei verpflichtet. Das Unternehmen mit Sitz in Dubai hatte Regierungsanfragen bislang aber ignoriert.

Einigung im Impfstoff-Patent-Streit könnte laut WTO bevorstehen

19.14 Uhr: Im Streit um Impfstoff-Patente könnte nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) eine Einigung für ärmere Länder kurz bevorstehen. "Wir hoffen, dass wir in den kommenden Wochen einen Durchbruch erzielen können", sagte die WTO-Vorsitzende Ngozi Okonjo-Iweala am Freitag vor Journalisten. Demnach zeichnet sich eine "Kompromisslösung" ab, "die Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu Technologietransfer und geistigem Eigentum ermöglicht und gleichzeitig Innovation und Forschung schützt".

"Wichtig ist der Zugang zu Impfstoffen", sagte Frankreichs Außenhandels-Staatssekretär Franck Riester. Der Streit um geistiges Eigentum dürfe keine "Bremse" für den Zugang zu Impfstoffen in Entwicklungsländern sein. Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken. Seitdem laufen Verhandlungen auf Ebene der WTO.

Corona: Können sich Genesene nochmal mit Omikron anstecken?

19.01 Uhr: Erste Daten zeigen, dass eine durchgemachte Infektion anscheinend nicht vor der Omikron-Variante schützt. Kann man sich mehrfach infizieren? Lesen Sie dazu: Corona: Kann man sich mehrfach mit Omikron infizieren?

Ciesek "nicht glücklich" mit Verkürzung des Genesenen-Status

18.31 Uhr: Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht die Verkürzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate kritisch. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik plädierte am Freitag dafür, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung "individual-medizinisch" zu entscheiden.

"So richtig glücklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen", sagte Ciesek. Einen einheitlichen Zeitpunkt für alle zu definieren, sei "sehr schwierig". Es müsse berücksichtigt werden, mit welcher Virus-Variante man infiziert wurde, wie alt man ist, wie lange gegebenenfalls die Impfungen zurückliegen. "Die Regelung mit den drei Monaten ist für einige Patienten sehr ungünstig", sagte sie in Wiesbaden. Jugendliche, die im Sommer geimpft wurden und sich im Herbst infizierten, seien jetzt "in einem echten Dilemma". Sie müssten sich nun nach drei Monaten boostern lassen, "haben aber zum Teil Antikörper, die unser Messfenster sprengen". Hier mache es Sinn, auf den neuen, an Omikron angepassten Impfstoff zu warten. Bei 60-Jährigen sei das ganz anders.

Kretschmann kritisiert Einmischung von Virologen in Corona-Politik

17.35 Uhr: Wissenschaftler wie etwa Virologen sollten sich aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus der Politik heraushalten. "Max Weber hat darauf verwiesen, dass Wissenschaften die Welt beschreiben, wie sie war, ist und sein wird. Sie können auch beschreiben, wie man die Welt verändern könnte. Aber die Wissenschaft kann nicht sagen, ob man die Welt auch verändern soll", sagte der Grünen-Politiker der "Heilbronner Stimme" und dem "Südkurier" (Samstag) mit Blick auf den Soziologen (1864-1920).

Die Deutungshoheit über ihr Fach sollten die Wissenschaftler unbedingt haben, sagte Kretschmann. "Aber sie sollten auch dabei bleiben und es unterlassen, politische Ratschläge zu geben." Das könne ihre wissenschaftliche Autorität erheblich beeinträchtigen, sagte der Ministerpräsident. "Zum Beispiel, ob jetzt eine Impfpflicht politische Kollateralschäden erzeugt - was sie zweifellos auch tun wird -, das zu bewerten liegt jetzt nicht in der Kompetenz der Stiko oder von wem auch immer." Das sei Kompetenz und Aufgabe der Politiker, die dafür gewählt worden seien - nicht der Epidemiologen. "Da ist manches verrutscht."

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte sich gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen.

Regierung streicht 13 afrikanische Länder von Corona-Risikoliste

17.19 Uhr: Die Bundesregierung streicht am Sonntag 13 afrikanische Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Darunter sind die Staaten, in denen sich die Omikron-Variante des Virus im November zuerst ausgebreitet hatte, unter anderem Südafrika und Namibia. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit.

Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden elf Länder, darunter nur eins in Europa: die Ukraine. Außerdem kommen hinzu: Afghanistan, Bangladesch, Guatemala, Irak, Kirgistan, Kuba, Oman, Pakistan, Palau, Singapur. Zudem wird das französische Überseegebiet Neukaledonien zum Hochrisikogebiet. Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.

Corona-Impfung: So häufig treten Impfschäden wirklich auf

17.17 Uhr: Drohne nach einer Corona-Impfung Impfschäden oder Langzeitfolgen? Neue Daten liefern nun eindeutige Ergebnisse. Lesen Sie dazu: Impfschäden nach Corona-Impfung: So selten sind sie wirklich

Island lockert Corona-Maßnahmen zwei Wochen nach Verschärfung wieder

16.32 Uhr: Rund zwei Wochen nach einer Verschärfung will Island seine Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung wieder deutlich lockern. "Heute haben wir gute Nachrichten", sagte die isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir am Freitag bei einer Pressekonferenz in Reykjavik. Ab Samstag (29. Januar) dürfen sich wieder 50 Menschen versammeln, zuvor hatte diese Zahl bei 10 gelegen. Clubs und Pubs dürfen wieder öffnen, nachdem sie Mitte Januar schließen mussten. Damals sah sich die Regierung zu einer Verschärfung veranlasst, weil sie das Gesundheitssystem als stark belastet ansah.

Nun gibt es insbesondere im Freizeitbereich viele Lockerungen, etwa eine höhere Auslastung von Schwimmbädern oder Fitnessstudios. Laufe alles nach Plan, hoffe man, Mitte März wieder "das normale Leben" zurück zu bekommen, sagte Jakobsdóttir. Die Regierung überprüft mögliche Lockerungen in regelmäßigen Abständen und will nach aktuellem Stand dann fast alle Maßnahmen aufheben.

Apotheken wollen am 8. Februar mit Corona-Impfungen beginnen

16.00 Uhr: Wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, kann sich die Spitze bald auch in Apotheken geben lassen. Am 8. Februar starte dort die Impfkampagne, erklärte, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Freitag. "Im Vorfeld mussten die Voraussetzungen geschaffen werden - das ist jetzt erledigt", erklärte Verbandspräsidentin Gabriele Overwiening. Rechtlich war dafür bereits im Dezember der Weg bereitet worden.

Apothekerinnen und Apotheker seien nunmehr geschult worden, auch gebe es inzwischen die technischen Voraussetzungen, um die Zahl der Geimpften elektronisch an das Robert-Koch-Institut (RKI) zu melden, erklärte die ABDA. "Die letzten noch offenen Punkte waren die Impfstoff-Kontingente für die Apotheken und der Bestellzyklus", fügte Overwieing hinzu. "Das wurde heute mit dem Bundesgesundheitsministerium geklärt."

"Dieses Angebot der Apotheken ist neu, aber wir sind darauf exzellent vorbereitet", zeigte sich Overwiening überzeugt. Die ABDA betonte, die Impfungen seien "ein zusätzliches, freiwilliges Angebot". Ob eine Apotheke sie tatsächlich anbiete, entscheide jeweils die Leitung.

Spanien sieht Scheitel der Omikron-Welle überschritten

15.06 Uhr: Spanien hat den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Corona-Welle nach Einschätzung der Regierung überschritten. "Alles deutet darauf hin, dass die Kurve der Infektionen sinkt", sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Freitag. "Der Rückgang der Zahlen verfestigt sich von Tag zu Tag", fügte die Ministerin hinzu, mahnte aber zugleich zu weiterer Vorsicht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in dem beliebten Urlaubsland ist seit ihrem Höchststand am Montag vergangener Woche um mehr als 300 Punkte auf zuletzt 1335 gefallen. Auch der Druck auf das Gesundheitssystem nahm etwas ab. Binnen einer Woche ging die Auslastung aller Krankenhausbetten mit Corona-Patienten von 15,2 Prozent auf 14,8 Prozent zurück und die der Betten auf Intensivstationen fiel von 23,3 Prozent auf 22,1 Prozent. Im selben Zeitraum wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 1100 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Die meisten der Infizierten weisen keine oder nur milde Krankheitssymptome auf. In den vergangenen zwei Wochen seien insgesamt 1,48 Millionen Infektionen registriert worden. Davon hätten nur gut 266 000 deutliche Anzeichen einer Erkrankung entwickelt, schrieb die Zeitung "La Vanguardia". Spanien weist eine vergleichsweise hohe Impfrate auf. Mehr als 80 Prozent haben sich zweimal impfen lassen und sind damit grundimmunisiert. 43 Prozent haben eine dritte Impfung erhalten.

Mehr als 20 Durchsuchungen wegen gefälschter Impfdokumente

14.27 Uhr: Wegen des Verdachts auf gefälschte Impfnachweise hat die Polizei im Raum Hannover mehr als 20 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Beamten stellten 40 Impfpässe beziehungsweise digitale Impfzertifikate sicher, wie die Polizei Hannover am Freitag mitteilte. Bei den Verdächtigen handelt es sich demnach um Einzeltäter. Sie stehen im Verdacht gefälschte Impfdokumente hergestellt oder genutzt zu haben.

Vom 18. Januar an durchsuchten die Beamten auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hannover Wohnungen und Geschäftsräume in der Landeshauptstadt sowie in Garbsen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Verdächtigen zum Teil bereits seit Mitte 2021. Ein 41-Jähriger aus Hannover-Mitte hatte beispielsweise im Sommer 2021 eine Anleitung zum Fälschen von Impfpässen in einem Internetforum veröffentlicht, wie die Polizei mitteilte. Neben den Impfnachweisen stellten die Beamten auch 44 Handys, Tablets und Computer sicher.

Antisemitische Vorfälle bei Corona-Protesten nehmen zu

13.33 Uhr: Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen setzen Demonstranten offenbar zunehmend auf gelbe Armbänder mit dem Aufdruck "ungeimpft" oder Abwandlungen nationalsozialistischer Kennzeichen anstelle des sogenannten "Judensterns". Offensichtliches Ziel sei es, sich der polizeilichen Verfolgung zu entziehen. Darauf macht der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) in einem am Freitag in Berlin veröffentlichten Bericht aufmerksam.

Der unvermindert starke Zulauf bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen gehe mit einer vermehrten Sichtbarkeit von antisemitischen Inhalten einher. Als Reaktion auf die Debatte über eine allgemeine Impfpflicht und die Einführung der 2G- und 3G-Regeln häuften sich Analogien zur Schoah und insbesondere zur antisemitischen Markierungspraxis im Nationalsozialismus, hieß es. Zwischen dem 20. November 2021 und dem 8. Januar 2022 wurden RIAS und den regionalen Meldestellen 91 Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen bekannt, bei denen es zu antisemitischen Äußerungen kam.

In 81 Fällen seien antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus und die Schoah, in zehn Fällen Stereotype des modernen Antisemitismus wie Verschwörungsmythen, verwendet worden. Allein im vergangenen Dezember zählte der Bundesverband 67 Versammlungen, auf denen antisemitische Inhalte verbreitet wurden. Zwischen März 2020 und März 2021 zählte der Bundesverband insgesamt 324 antisemitische Vorfälle bei Versammlungen mit Bezug zur Corona-Pandemie. Dabei sei im Mai 2020 ein Höchstwert von 87 Vorfälle gemeldet worden.

Pflegerat warnt wegen Impfpflicht vor Personalengpässen

12.29 Uhr: Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, warnt vor Versorgungsengpässen in der Pflege durch die bevorstehende Impfpflicht für Medizin- und Pflegepersonal. "Es gibt so wenig Personal, dass wir uns nicht erlauben können, dass auch nur eine Einzige oder ein Einziger kündigt", sagte Vogler dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wenn ungeimpfte Pflegekräfte Tätigkeitsverbote bekommen, wird die Versorgungslage immer prekärer."

Der Umgang mit den Pflegekräften in der Pandemie habe nicht dazu beigetragen, dass man sich wertgeschätzt fühle, stellte Vogler fest. "Wir haben von Beginn an Menschen mit Corona gepflegt, egal ob Masken fehlten oder Schutzkittel, auch bevor es eine Impfung gab. Nun werden Pflegende in politischen Debatten dafür verantwortlich gemacht, dass sich das Virus verbreitet". Das sei unsäglich.

Lauterbach hält weiter an Genesenen-Status von drei Monaten fest

12.14 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die umstrittene Verkürzung des Genesenen-Status nach einer Corona-Infektion von sechs auf drei Monate erneut als "sinnvoll" verteidigt. "Bei Omikron haben wir das Problem, dass derjenige, der sich an der Delta-Variante infiziert hatte, sich schon nach drei Monaten an Omikron infizieren kann", erklärte Lauterbach am Freitag in Berlin.

Der Genesenen-Status für sechs Monate sei mit Blick auf die nicht gebannte Infektions- und Ansteckungsgefahr "nicht sicher", sagte Lauterbach. Es habe zu dieser Entscheidung auch "keinen Dissens" zwischen seinem Ministerium und dem Robert Koch-Institut gegeben, bekräftigte Lauterbach als Reaktion auf mehrere Nachfragen von Journalisten zu der umstrittenen Herabstufung des Genesenen-Status auf drei Monate.

Corona-Impfquote von 80 Prozent bis Ende Januar kaum zu schaffen

11.45 Uhr: Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht zu scheitern. Bundesweit wurden am Donnerstag mindestens 466.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. Aber nur gut 40.000 davon gingen an Menschen, die bisher noch nicht geimpft waren. Bei 85.000 handelte es sich um Impfungen, die zum vollen Grundschutz führten, bei 344.000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben bisher nur 75,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. 73,8 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz, 52,2 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,3 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen. Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Trotz Rekordzahlen: Angst vor Corona geht zurück

11.10 Uhr: Trotz der rasant steigenden Infektionszahlen ist einer Umfrage zufolge die Angst vor dem Coronavirus in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach dem am Freitag veröffentlichen ZDF-"Politbarometer" halten zwar 70 Prozent der Befragten "Corona und die Folgen" weiter für das wichtigste Problem, allerdings sehen jetzt nur noch 42 Prozent ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet. Vor zwei Wochen waren es noch 53 Prozent. Inzwischen wird aus Sicht vieler Experten immer klarer, dass eine Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante in vielen Fällen einen eher milden Krankheitsverlauf auslöst.

Spürbar gestiegen ist die Zufriedenheit mit den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen, laut "Politbarometer" von 44 auf 49 Prozent. Nur noch 25 Prozent der Befragten meinen, die Maßnahmen müssten härter ausfallen (minus 5), während 23 Prozent (plus 1) sie für übertrieben halten.

Lauterbach: "Erwarten 400.000 Neuinfektionen pro Tag

10.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler haben die Bevölkerung auf den bevorstehen Höhepunkt der Omikron-Welle eingeschworen. In Kürze sei mit 400.000 neuen Infektionsfällen pro Tag zu rechnen, sagte Lauterbach. Er stellte aber auch fest: "Wir haben die Omikron-Welle unter Kontrolle". Entscheidend sei, dass so wenig Todesfälle und schwere Verläufe wie möglich auftreten würden. Dabei liege der Fokus vor allem auf dem älteren Teil der Bevölkerung. "Die Inzidenz bei vulnerablen Gruppen liegt bei 200 bis 300. Das ist unser Erfolg", sagte Lauterbach.

Auch RKI-Präsident Wieler wies darauf hin, dass nun nicht mehr die Summe der Fallzahlen, sondern Krankheitslast und Schwere der Verläufe entscheidend sei. Zudem würden die Fallzahlen zwar massiv ansteigen, "aber bei weitem nicht so heftig, wie es unter Omikron möglich wäre". Das liege auch daran, dass ein Großteil der Bevölkerung verantwortungsvoll die Corona-Regeln befolgen würde.

Lauterbach kündigte zudem an, dass in der kommenden Woche eine neue Teststrategie und Verordung sowie neue Regeln zum Freitesten aus der Quarantäne vorgelegt werden sollen. Aktuell werde dazu in enger Abstimmung mit den Bundesländern gearbeitet.

Dürr: Öffnungsperspektive bereits jetzt diskutieren

8.27 Uhr: FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat eine rasche Diskussion über Öffnungsperspektiven in der Corona-Krise angemahnt. "Wir müssen auf jeden Fall jetzt schon anfangen, über Öffnungsperspektiven zu sprechen", sagte Dürr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Bei Omikron ist anders als bei vorherigen Corona-Wellen nicht mehr die Inzidenz entscheidend, sondern die Frage, wie stark das Gesundheitssystem belastet ist."

Er forderte: "Wenn die Kliniken der Omikron-Welle gut standhalten, muss die nächste Ministerpräsidentenkonferenz auch Öffnungen empfehlen." Dürr betonte: "Wenn Freiheitseingriffe nicht mehr notwendig sind, müssen wir sie umgehend zurücknehmen."

Tübinger OB Boris Palmer kritisiert Karl Lauterbachs Corona-Politik

6 Uhr: Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) kritisiert die Corona-Politik von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) scharf: "Im Moment sind viele Entscheidungen ziemlich erratisch. Den Genesenenstatus auf nur noch drei Monate zu begrenzen, dafür gibt es gar keine wissenschaftliche Evidenz. Auf die legt Karl Lauterbach sonst großen Wert", sagt er im Podcast "Die Wochentester" vom "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

Dass der Genesenen-Status im Bundestag nach wie vor sechs statt nur drei Monate gelte, sei ein Unding und müsse dringend geändert werden: "Als ich das gelesen habe, habe ich gedacht, das hat ein russischer Fake-Bot in die Welt gesetzt. Dass man allen Ernstes für sich selber ein Privileg reserviert, das man der ganzen Bevölkerung per RKI-Pressemitteilung genommen hat, das geht einfach gar nicht." Palmer plädiert vehement für die Impfpflicht für über 50-Jährige: "Wenn ich Menschen über 50 schütze, habe ich Sicherheit für die Krankenhäuser. Dann können wir logischerweise das ganze andere Maßnahmen-Korsett abstreifen."

Laborchef: Kapazität nicht mit Freitestungen verstopfen

5.02 Uhr: Zur Entlastung der Labore sollten für Corona-Freitestungen nach Ansicht des Labormediziners Karsten Mydlak auch anerkannte Antigentests verwendet werden dürfen. "Wir haben jetzt irgendwann eine Situation, wo man auch Mut zu solchen Lücken haben muss", sagte der Leiter des Gemeinschaftslabors Cottbus MVZ der Deutschen Presse-Agentur. Um die Quarantäne zu verkürzen seien nach Expertenaussagen auch Antigentests geeignet. Freitestungen mit einem PCR-Test bei leichteren Verläufen würde die Kapazität der Labore nur "verstopfen", schätzte der Mediziner die Lage ein. Die Labore warteten nach den Beschlüssen der Gesundheitsminister und Ministerpräsidenten der Länder auf eine Empfehlung der Experten.

Mehr Sicherheit für Zugbegleiter bei Corona-Kontrollen gefordert

3.30 Uhr: Beleidigungen und Gewalt: Kontrollen der Corona-Regeln wie Maskenpflicht und 3G in öffentlichen Verkehrsmitteln bergen Eskalationsgefahr. "Die Kollegen werden angegangen, bedroht und geschubst", sagte der Leiter der Kasseler Geschäftsstelle der Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Andreas Güth. Die Kontrollen dürften nicht Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern allein überlassen werden, sondern müssten in Begleitung von Sicherheitsdiensten oder der Polizei erfolgen. "Das ist ein Gefahrenpotenzial, für das sind die Beschäftigten nicht ausgebildet", sagte Güth. Die allermeisten Fahrgäste hielten sich an die Regeln, doch einige Fälle eskalierten, sagte Güth: "Das ist ein hohes Gewaltpotenzial von ganz wenigen."

US-Politikerin Palin isst nach positiven Corona-Tests in Restaurant

00.46 Uhr: Kurz nach mehreren positiven Corona-Tests ist US-Politikerin Sarah Palin in einem New Yorker Restaurant gesichtet worden. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten, verstieß die Reizfigur der politischen Rechten damit gegen die Corona-Regeln in der US-Ostküstenmetropole.

Palin saß zwar am Mittwoch im Außenbereich des Restaurants in der noblen Upper East Side, müsste sich aber eigentlich von anderen Menschen isolieren. Republikanerin Palin, die ehemalige Gouverneurin von Alaska und Bewerberin für das Amt der Vize-Präsidentin 2008, ist nicht geimpft und sagte zu den Aussichten, sich immunisieren zu lassen kürzlich: "Nur über meine Leiche". Deshalb sorgte sie in New York schon vor einigen Tagen für Unmut, weil sie im Innenbereich eines Restaurants aß. Dies dürfen in der Großstadt nur vollständig Geimpfte.

Intensivmediziner warnen vor wieder ansteigenden Patientenzahlen

Intensivmediziner haben vor steigenden Patientenzahlen durch die Omikron-Variante des Coronavirus gewarnt. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte der "Rheinischen Post", dass er mit Blick auf die "sehr hohen Inzidenzen" damit rechne, dass "die generelle Zahl der Patienten doch wieder deutlich steigen kann und sicherlich auch wird".

Die Zahl der Covid-Patienten auf den Normalstationen sei zudem "sehr, sehr hoch", sagte Marx weiter. "Das zieht in der gesamten Klinik natürlich auch Kreise." Eine Ansteckung mit der Omikron-Variante verlaufe zwar häufig milder als mit der Delta-Variante, aber: "Wir sprechen hier nicht von einem Schnupfen", betonte Marx. "Es wird schwerwiegende Verläufe und auch Tote geben."

Corona-News von Donnerstag, 27. Januar 2022: RKI meldet alarmiernde Zahlen

22.20 Uhr: Das Robert Koch-Institut meldet in seinem neuen Wochenbericht zur Corona-Lage alarmierende Zahlen. Demnach hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gesamtbevölkerung binnen einer Woche um 57 Prozent gesteigert. In der Altersgruppe zwischen 5 und 44 Jahren liegt die Inzidenz nun durchweg bei über 1000.

Der Anteil der Omikron-Variante hat sich weiter vergrößert. Er liegt nun bei rund 95 Prozent, die Delta-Variante ist damit endgültig nicht mehr die dominierende Mutante in Deutschland.

Das RKI schätzt die Gefährdungslage für die Bevölkerung weiterhin als sehr hoch ein. Noch immer seien 21 Prozent der Deutschen in der Altersgruppe 21 bis 59 Jahre sowie elf Prozent bei den Über-60-Jährigen nicht geimpft.

Auch für Menschen mit Grundimmunisierung (zweifacher Corona-Impfung) sei die Gefährdung als hoch einzuschätzen, schreibt das RKI. Für alle mit einer Dreifach-Impfung (Booster) sei das Erkrankungsrisiko "moderat".

Corona-Flucht: Querdenker starten Kolonie in Paraguay

21:45 Uhr: Eine Querdenker-Kolonie in Paraguay erhält in letzter Zeit regen Zulauf aus Deutschland. Das sogenannte "Grüne Paradies" in einer der ärmsten Regionen des Landes, will Menschen nicht nur Zuflucht vor Corona-Regeln inklusive Impfpflicht, sondern auch vor 5G und Chemtrails bieten.

Auf den Social-Media-Auftritten des "Paraíso Verde" werden teils krude und nachweislich falsche Verschwörungstheorien zur Pandemie verbreitet. Zudem würden die Einwohner der Kolonie in der Region bereits Einfluss auf Lokalpolitiker ausüben, berichtet der britische "Guardian".

Nun auch noch Corona-Fälle im deutschen Team nach EM-Rückkehr

20.31 Uhr: Die Corona-Fälle in der deutschen Handball-Nationalmannschaft reißen auch nach der Rückkehr von der EM nicht ab. Wie der Deutsche Handballbund am Donnerstagabend mitteilte, sind Torwarttrainer Mattias Andersson und Spieler Fabian Wiede, der wegen der großen Anzahl von Corona-Fällen überhaupt erst nachgereist war, betroffen. Wiede wird somit den Füchsen Berlin zunächst auch nicht zur Verfügung stehen.

Noch am Abreisetag hatte Lukas Stutzke vom Bergischen HC ebenfalls einen positiven Befund erhalten. Die Zahl der insgesamt positiv auf das Coronavirus getesteten Personen aus der deutschen Delegation stieg damit auf 18. Immerhin konnten Marcel Schiller, Sebastian Heymann, Timo Kastening und Lukas Mertens nach DHB-Angaben ihre Quarantäne mit negativen Tests beenden. Die deutsche Mannschaft hatte sich am Dienstagabend mit einem 30:29-Sieg aus dem EM-Turnier in der Slowakei und in Ungarn verabschiedet.

Kekulé: Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal verschieben

20.26 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé plädiert dafür, die Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal zu verschieben. Für die sich ausbreitende Omikron-Welle komme die Impfpflicht im März viel zu spät, sagte Kekulé am Donnerstag MDR Aktuell. Wenn die Politik im November gehandelt hätte, wäre die Wirkung rechtzeitig gekommen. Es zeige sich immer deutlicher, dass die Omikron-Variante leichtere Verläufe bei Infektionen auslöse.

"Das macht keine Überlastung der Intensivstationen." Das Hauptproblem seien nun viele leichtere Fälle, bei denen zu diskutieren sei, ob sie überhaupt alle ins Krankenhaus müssten. Deshalb sollte seiner Meinung nach geprüft werden, ob die Impfpflicht für Personal zum richtigen Zeitpunkt komme. Er wäre dafür, die Übergangsfrist zu verändern. Gekippt werden sollte die Impfpflicht für Berufstätige in Kliniken und Pflegeeinrichtungen aber nicht. "Ich finde, man darf und soll das von diesen Menschen abverlangen." Die Impfungen sollten spätestens wirksam sein, wenn die nächste größere Corona-Welle komme – er erwarte sie im Herbst.

Lauterbach rechtfertigt Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen

19.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Mitte März greifende Corona-Impfpflicht für Personal in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen gerechtfertigt. "Das Gesetz gilt. Es geht dabei um den Schutz derer, die besonders gefährdet sind", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Konkrete Probleme betreffend, könne der Bund den Ländern helfen, ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen - also wie damit umzugehen sei, wenn Personal ausfalle. "Was nicht geht, ist, dass die Impfpflicht in Pflegeheimen eines Landes gilt, ein paar Kilometer weiter aber nicht." Eine Verschiebung lehne er strikt ab.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle bisherigen Corona-News von Donnerstag dem 27. Januar finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)