Der Loquitz-Pegel bei Hockeroda erneuert

Hockeroda/Jena  Sommerbaustelle mit integriertem Kühlanschluss: Unterm Blätterdach und die Füße nahe am kühlenden Wasser – so arbeiten aktuell die Männer am Loquitz-Pegel bei Hockeroda.

Polier Frank Kesten räumt die Fundamente des alten Mess-Stegs für den Bagger-Zugriff seines Kollegen frei.

Polier Frank Kesten räumt die Fundamente des alten Mess-Stegs für den Bagger-Zugriff seines Kollegen frei.

Foto: J.Voigt

Sie haben in dieser frühsommerlichen Hitze den idealen Arbeitsplatz: Bernd Küfner bedient im Schatten der Uferbäume den Bagger, während Polier Frank Kesten das Fundament des alten Mess-Stegs über die Loquitz bei Hockeroda freilegt. „Besser geht’s nicht“, bestätigt Kesten grinsend unsere Wohlfühl-Anfrage. Nur das Wasser im Fluss könnte gern einen Tick wärmer sein.

Seit etwa drei Wochen sind die Mitarbeiter des Kahlaer Unternehmens Umwelttechnik & Wasserbau an der Loquitz zugange; Autofahrer auf der benachbarten B 85 bemerken die Baustelle eigentlich nur wegen der Tempobegrenzung auf 70 Stundenkilometer. „Fünfzig oder sogar dreißig wäre besser“, knurrt Küfner. Denn die Ausfahrt auf die Bundesstraße ist so unübersichtlich und der Verkehr so dicht, dass sie mit dem Lkw oft lange warten müssen.

„Abreißen und neu machen“, beschreibt Polier Kesten bündig die Aufgabe für die nächsten Monate. Der alte Mess-Steg, von Ortskundigen als Fußgängerbrücke genutzt, ist schon demontiert, nun folgen dessen Fundamente. Dann geht’s an die betonierte Uferbefestigung mit den Stufen und der Pegellatte, schließlich auf die Loquitz-Sohle selbst.

Bisher durften sie noch nicht im Fluss arbeiten, weil die Forellen noch laichten, erklärt Kesten. In den kommenden Tagen, wenn die Angler den Abschnitt abgefischt haben, gehe es dann auch mit schwerer Technik im Fluss los. Auftraggeber für die Arbeiten ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Natur (TLUBN) mit Sitz in Jena. Wie dessen Sprecher auf Anfrage erläutert, müsse der Pegel, obwohl äußerlich noch durchaus funktionstüchtig wirkend, umfassend erneuert werden. Der Steg habe nicht mehr sicher begangen werden können, zudem seien an der Gewässersohle im Pegelbereich erhebliche Schäden festgestellt worden.

Und wenn man einmal dabei sei, wolle man auch die Durchgängigkeit für Fische verbessern sowie die Böschungsbefestigung so umgestalten, dass die Sicherheit für die Ableser an der Pegellatte erhöht wird. Denn obwohl die Wasserstände im Pegelschacht automatisch gemessen und per Datenleitung gen TLUBN beziehungsweise zur Thüringer Hochwasserzentrale übermittelt werden, gibt es ja noch die Pegelwärter, die die Richtigkeit der Werte vor Ort beziehungsweise das Funktionieren der Technik überprüfen. Weil der Pegel mit der offiziellen Bezeichnung „Kaulsdorf-Eichicht / Loquitz“ zu den wichtigsten der 53 Thüringer Hochwassermeldepegel gehöre, habe dessen bauliche Sanierung große Priorität, unterstreicht das Landesamt.

Nicht erneuert wird das Pegelhaus selbst, dessen elektronische Messtechnik bislang störfrei funktioniere, so der TLUBN-Sprecher. Trotzdem werde das Vorhaben, dessen Kosten sich auf 548.000 Euro belaufen, wohl erst Ende Oktober abgeschlossen sein – mithin können sich die Bauleute auf einen ganzen Sommer am Fluss freuen.