Diagnose Hirntumor zerstört Lebenstraum Weimarer Familie

Weimar.  Mutter und Ehefrau macht ihre Geschichte öffentlich, um über Spenden ein Stück vom gemeinsamen Glück zu retten

Nach der Diagnose Hirntumor sind die Zukunftsträume einer Weimarer Familie zerplatzt. Hier ist Robert Ziege mit der gemeinsamen Tochter (4) zu sehen.

Nach der Diagnose Hirntumor sind die Zukunftsträume einer Weimarer Familie zerplatzt. Hier ist Robert Ziege mit der gemeinsamen Tochter (4) zu sehen.

Foto: Julia Hartmann

Im August 2019 war das Glück für Julia Hartmann und Robert Ziege und ihre kleine Tochter perfekt: Endlich hatten sie ein kleines Häuschen gefunden, das vor allem er als Handwerker nach und nach ausbauen wollten.

Träume zerplatzten wie eine Seifenblase

Zwei Wochen später zerplatzten ihre Träume wie eine Seifenblase, stürzte das Kartenhaus ihrer Zukunftspläne ein: Beim heute 32-jährigen Robert Ziege wurde ein Gehirntumor diagnostiziert. Dieser konnte bei einer Operation nur teilweise entfernt werden. Der junge Mann leidet seither unter epileptischen Anfällen und steht kurz davor, eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu erhalten.

Ehefrau und Mutter benötigt dringend 30.000 Euro

Neben der Sorge um ihren schwerkranken Mann treibt die gleichaltrige Julia Hartmann um, dass ihr Haus niemals fertig wird. Mit der Rente und ihrem Gehalt können sie sich keine Firmen leisten, die den Umbau ausführen. Eigentlich wollten sie den Wintergarten befestigen und ihn als Schlafzimmer nutzen. Statt dessen müssen die Eltern und die 4-jährige Tochter in der oberen Etage des 84 Quadratmeter kleinen Hauses in einem Zimmer unterm Dach schlafen. Kein Rückzugsort für den Mann, der viel Ruhe benötigt, kein eigenes Reich für die Tochter.

Resonanz auf Spendenaufruf war überwältigend

In ihrer Not startete Julia Hartmann einen Spendenaufruf auf einer Internet-Plattform – in der Hoffnung, 30.000 Euro zusammenzutragen. „Es war eine große Überwindung, ich habe lange überlegt, aber ich habe keinen anderen Weg mehr gesehen“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung dazu, dass sie dafür ihre Lebens- und die Krankengeschichte ihres Mannes öffentlich machen musste.

Die Resonanz überwältigt sie jeden Tag. Bekannte und wildfremde Menschen haben in einem Monat fast 11.000 Euro gespendet. Eine Influencerin aus Erfurt bat zu ihrem Geburtstag ihre Follower darum, die Weimarer zu unterstützen. Sie taten dies mit 4500 Euro. Auch Freunde sammelten eine größere Summe, Frauen vom Sportverein ihrer Tochter veranstalteten einen Kuchenbasar und eine Firma beteiligte sich großzügig.

Julia Hartmann hofft, dass sie ihr Ziel erreichen und die Zeit, die ihnen zusammen bleibt, im umgebauten Haus genießen können. Was ihr die Kraft gibt, den Alltag zu bewältigen? „Jeden Tag meine Tochter – und die Anteilnahme der Menschen.“

Spendenplattform: https://www.betterplace.me/hilfe-fuer-eine-junge-familie-mit-krebskrankem-papa?fbclid=IwAR1RCPhyHsQGj5xXUbkT55q31z1Z5L-9qfG3aKR_0bEZFIBH_vzc2ALu9CQ

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