Dohle kann sich in Duhlendorf wieder gut einnisten

Neustadt  Seit zehn Jahren fördert das Unternehmen Herdoor im Gewerbegebiet Molbitz eine Dohlenkolonie, die fünf neue Nistkästen erhalten hat

Der Neustädter Naturfreund Thilo Alletsee montiert auf einem Turm der Siloanlage der Firma Herdoor die neuen Nistkästen für die Foto: Sandra Hoffmann

Der Neustädter Naturfreund Thilo Alletsee montiert auf einem Turm der Siloanlage der Firma Herdoor die neuen Nistkästen für die Foto: Sandra Hoffmann

Foto: zgt

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Die Dohle wird gegen Ende des Winters auf der Suche nach Nistplätzen im Gewerbegebiet Neustadt-Molbitz wieder beste Bedingungen finden. Denn auf der Siloanlage der Herdoor Türelemente GmbH & Co. KG sind gestern Nachmittag die bisherigen fünf Nistkästen durch neue ersetzt worden.

"Die Nistkästen hängen seit zehn Jahren hier und sind in die Jahre gekommen", sagt Jürgen Auerswald, Ornithologe in der Arbeitsgruppe Teich­gebiet Dreba-Plothen im Naturschutzbund (Nabu). Vor allem auf ihrer Unterseite waren sie durch das Wetter verschlissen. Die Holzmanufaktur Anke Herzog aus Dreba hat deshalb fünf neue Nistkästen angefertigt und diese sogar gesponsert. Aus Akazien- und Lärchenholz hat Mitarbeiter Stefan Seidel sie gebaut.

Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt und ihrer 30 Meter langen Drehleiter sind die Nistkästen gestern an der 27 Meter hohen Siloanlage ausgetauscht worden. Mit diesem ehrenamtlichen Feuerwehr-Einsatz unterstützt auch die Stadt Neustadt das Dohlenprojekt, damit ihr närrischer Name Duhlendorf weiterhin seine Berechtigung hat. Mit vor Ort war der Neustädter Naturfreund Thilo Alletsee, der sich seit Beginn des Nabu-Projektes für dieses engagiert, indem er Nisthilfen in Kirchen einbaut und als Beringungshelfer tätig ist. Regelmäßig schaue er auch nach den Nistkästen bei der Firma Herdoor, die das begonnene Dohlenprojekt gern fortsetzt und unterstützt. "Warum sollten wir damit aufhören? Es war von Erfolg gekrönt, es funktioniert", sagt Werksleiter Ulrich Wissing.

Das Unternehmen war in dieser Hinsicht von Anfang an vorbildlich, weiß Jürgen Auerswald, der vor Jahren auf der Suche nach Standorten zur Errichtung von Nistmöglichkeiten in Neustadt in Gesprächen mit der Stadtverwaltung nicht den gewünschten Konsens erzielen konnte. Dafür gestattete die Firma Herholz/Herdoor, bei ihr im Jahr 2006 fünf Nistkästen anzubringen. Schon ein Jahr später brüteten drei Dohlenpaare darin und seit 2008 sind die Nistkästen stets alle voll besetzt.

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