Ein prachtvoller Klang und manch mitreißende Finesse

Jena  Rezension Zum Reformationsjubiläum treten in Jenas Stadtkirche drei Chöre gemeinsam auf

Die Neugier der Jenaer Musikfreunde war groß, als das Chorkonzert zum Reformationsjubiläum in der Stadtkirche am Sonntag angekündigt wurde, wo der Chor „Unicanto de Lodrina“ aus Brasilien auftrat, um mit dem Oratorienchor St. Peter des „Collegium musicum Sonneberg“ und der Jenaer Kantorei St. Michael ein höchst attraktives Programm zu gestalten.

Zunächst erklang die Kantate Nr. 79 – von Johann Sebastian Bach für das Reformationsfest 1725 komponiert. Von den beiden heimischen Chören unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Meier gesungen, kam noch eine Besonderheit hinzu, denn als Begleitung sorgte das Philharmonische Orchester Marienbad (CZ) für das notwendige Fundament.

Man wurde an alte Zeiten erinnert, denn die zum Teil virtuosen Partien auf den Hörnern wurden auf den heute üblichen Orchesterinstrumenten geblasen – dazu als Solisten Katharina Woesner (Sopran) und Daniel Blumenschin (Bass). Eine überzeugende Wiedergabe.

Der folgende Programmteil von den weit gereisten Gästen unter Leitung von José M. Tomal gesungen, löste Stürme der Begeisterung in den Bankreihen aus. Ein prachtvoller Klang und manch mitreißende Finesse war von Schlagwerk gestützt. Man hätte mittels Ansagen gern noch etwas zum Inhalt erfahren.

Die das Konzert abschließende Wiedergabe des „Magnifikat“ vom britischen Komponisten John Rutter (geb. 1945) gedieh zum Höhepunkt des Nachmittags. Alle drei Chöre sangen nun gemeinsam. 1990 komponiert, folgt der Komponist auf unnachahmliche Weise dem lateinischen Originaltext, fügt aber einen mehrstrophigen Rosengesang ein, als Lobgesang auf die Maria. Hier und auch an anderen Stellen trat Katharina Woesner als zauberhaft wirkende Solistin auf, brachte schwebende Klänge ins Hoch der Stadtkirche. Überhaupt, welch gewaltige Chorklänge der Komponist zum zuweilen geradezu aufbrausenden Orchester schuf, man war beeindruckt. Riesenbegeisterung für alle Ausführenden unter Leitung von Martin Meier.

Zufall: An diesem Tag hatte Rutter Geburtstag. Eine Zugabe musste sein. Das Finale „Wie es war im Anfang, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen“ wurde wiederholt – auch als Symbol für InterCoral Jena, den mittragenden Verein der Veranstaltung, der den interkulturellen Austausch durch Musik voranzutreiben sucht.