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Spinnen: Diese giftigen Arten gibt es in Deutschland

Sebastian Kohler
| Lesedauer: 4 Minuten
Giftspinne Nosferatu taucht immer häufiger in Deutschland auf

Giftspinne Nosferatu taucht immer häufiger in Deutschland auf

Die giftige Spinne Nosferatu lebt eigentlich im Mittelmeerraum und in Nordafrika. Zuletzt ist sie auch in Deutschland gesichtet worden.

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Berlin  Mit dem Klimawandel breiten sich immer mehr Spinnen nach Deutschland aus. Jede produziert ein Gift – gefährlich sind aber nur wenige.

Giftspinnen sind gefährlicher als Pumas, Wölfe und Haie. Zumindest wenn man sich an der Anzahl an verursachter Todesfälle orientiert. In Deutschland muss in der Regel niemand um sein Leben fürchten, der mit Spinnen konfrontiert ist. Die meisten Spinnen besitzen nicht die Bissstärke um menschliche Haut zu durchdringen. Vor einigen Arten sollte man sich aber in Acht nehmen. Wer fürchtet, kann Spinnengift nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ammen-Dornfinger: Biss kann gefährlich werden

Aus Südeuropa eingewandert ist der Ammen-Dornfinger. Cheiracanthium punctorium misst rund 1,5 Zentimeter und kann dem Menschen gefährlich werden. In der Medizin sind eine Vielzahl an Symptomen mit dem Biss des Dornfingers verbunden. Schmerzen, vergleichbar mit einem Bienen- oder Wespenstich, sind programmiert. Zumeist strahlt der Schmerz auf das gesamte betroffene Körperteil aus und gehen mit Schwellungen der Lymphknoten einher.

Bei gesundheitlich angeschlagenen Bissopfern kann es darüber hinaus zu Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Schüttelfrost oder sogar zum Kreislaufkollaps kommen. In der Regel hält die Symptomatik etwa 24 Stunden an. Kennzeichnend für alle Spinnen der Familie Dornfinger sind die ausgeprägten Beißwerkzeuge, dem er ihrern Namen verdankt. Sie ist laut dem Naturschutzbund Nabu die einzige heimische Spinne, die mit ihren Kieferklauen menschliche Haut durchdringen kann.

Aggressiv sind vor allem die Weibchen, wenn sie auf Feldern und Wiesen im Spätsommer in Nestern von der Größe eines Hühnereis den Nachwuchs ausbrüten. Verbreitet ist die Art speziell im Saarland.

Nosferatu-Spinne: Vampirgesicht und Giftstachel

Die Nosferatu-Spinne verdanken wir der globalen Erwärmung. Südlich der Alpen ist sie meist in der freien Wildbahn unterwegs, hierzulande wurde sie bisher nur im Umfeld des Menschen beobachtet. Mit einer Spannweite von bis zu fünf Zentimetern sind sie vor allem für Menschen mit Spinnenangst ein Albtraum. Zudem bedient sie mit ihrem kräftigen Körper und den langen behaarten Beinen alle Klischees über exotische Spinnen. Ihre Greifzangen können die Haut des Menschen durchdringen, heimisch ist Zoropsis spinimana hierzulande noch nicht.

Ihr gruseliger Trivialname stammt von der vampirähnlichen Zeichnung auf dem Vorderleib der Nosferatu-Spinne. Zur Familie der Kräuseljagdspinnen gehördend, trifft man die Einzelgänger zumeist im Garten, in Kellern oder Schuppen an. Schlimmere Folgen als ein Wespenstich hat der Biss nur bei Vorerkrankten, in der Regel bleibt es bei moderaten Schmerzen, die innerhalb der nächsten 48 Stunden abklingen. Lesen Sie auch: Wo die Nosferatu-Spinne in Deutschland oft gefunden wird

Kreuzspinne: Einheimisch und nützlich gegen Ungeziefer

Die gefährlichste einheimische Spinne ist die Kreuzspinne. Das Warnkreuz auf dem Rücken des Krabblers ist den meisten Deutschen wahrscheinlich schon von Kinderbeinen auf vertraut. Mit etwa zwei Zentimetern Rumpflänge wachsen Kreuzspinnen zu den hierzulande größten Spinnentieren heran. Verwandte Arten können auf der ganzen Welt beobachtet werden, die meisten davon sind gänzlich ungefährlich.

Die hierzulande bekannteste Vertreterin, die Gartenkreuzspinne hat für den Menschen eher nützliche als bedrohliche Aspekte. In Häusern, Kellern und im Garten eingenistet, dient sie als Ungeziefervernichterin und ernährt sich hauptsächlich von Insekten. Besonders große Exemplare machen Jagd auf Hummeln, Bienen und Schmetterlinge.

Beim Menschen richtet das Gift wenig Schaden an und ist mit dem Stich einer Mücke zu vergleichen, es gilt als medizinisch irrelevant. Weil ihre Kieferzangen relativ schwach sind, durchdringen sie außerdem nur die dünnsten Hautschichten.
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Wasserspinne: Der Mensch ist die größere Gefahr für die Spezialistin

Eine wahre Exotin ist die Wasserspinne. Als einzige Spinnenart der Welt verbringt sie ihr Leben ausschließlich im Wasser. Die männlichen Exemplare messen bis zu 15 Millimeter und sind zumeist gelblich-beige, Weibchen sind braun. Um unter Wasser zu überleben, spinnt die Wasserspinne eine Taucherglocke, in der sie Atemluft speichert.

Aufgrund ihres Lebensraumes ereignen sich Begnegnungen mit Menschen eher selten. Mit ihren kräftigen Kiefern durchdringt sie die Haut des Menschen, verursacht mit ihrem schwachen Gift allerdings kaum Schaden. Bedeutsamer ist der Schaden, den der Mensch verantwortet. Weil viele Habitate durch Abwässer, Müll oder Dünger verunreinigt sind, gehört sie zu den Arten auf der roten Liste.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.