Etwas Besonderes für die Jenaer Musikfreunde

Jena  Rezension: Sonderkonzert der Brassband „Blechklang“ mit den Philharmonikern

Für die Jenaer Musikfreunde war dies eine Premiere, denn beide Klangkörper, die Brassband „Blechklang“ und die Philharmoniker, gemeinsam auf der Volkshausbühne zu erleben, das war schon etwas Besonderes. Geht es doch um den musikalischen Zeitgeist des ausgehenden 19. Jahrhunderts allgemein und um die herausragende Stellung der Blechbläserensembles auf der Britischen Insel bis in die Gegenwart.

Unter Leitung von Alexander Richter begann die Band mit einem Festivalmarsch von John Wilfred Heaton (1918- 2000) gefolgt von der „A Dowland Suite“ von John Ireland (1879- 1962) im Wechsel mit den philharmonischen Streichern. Philippe Bach am Dirigentenpult begann mit dem Prélude, es folgten die weiteren Sätze im Wechsel mit den Blechbläsern.

Vor der Pause erklang das wohl umfangreichste Opus des Abends, die „Partita“ in großer symphonischer Besetzung von Wilfred Heaton, ursprünglich auch für Blechbläser komponiert, wo es schwer fällt, die vier Sätze zu charakterisieren mit ihren innewohnenden Aufbrüchen aber auch romantischen Gefühlen – wohl als Sinnbild für die Sekte „Heilsarmee“, in der Heaton musikalisch wirkte.

Kurzweiliger ging es nach der Pause weiter mit dem „Einzug der Adligen“ von Nikolai Rimski-Korsakow, als die Blechbläser die wirblige Freude zelebrierten, ehe Philippe Bach den Taktstock zur Ouvertüre „Khovanshchina“ von M. Mussorgski in einer Bearbeitung von Schostakowitsch hob mit zauberhaften Partien zwischen Holzbläsern und Harfe, um nur einige Details hervorzuheben. Die Polowetzer Tänze von Alexander Borodin erklangen, ohnehin populär, nun aber im Wechsel und gemeinsam mit den Blechbläsern. Am Ende gab es „Das Jahr 1812“ von Tschaikowski in einer Bearbeitung für Sinfonieorchester und Brassband von Howard Lorriman. Für Kenner ein Höhepunkt, denn am Ende erklingt endlich wieder die Zarenhymne. Zu kommunistischen Zeiten verboten und durch Weisen aus Glinkas Oper „Iwan Sussanin“ ersetzt, ist das Ganze einfach fantastisch.

Es gab langen Beifall für alle Ausführenden. Dieser Jenaer „Thementag“ war auch als Projekt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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