Flammenorgel lockt die Welt nach Krobitz

Krobitz  Die St.-Annen-Kapelle ist zum Denkmaltag geöffnet. Bereits am Sonnabend begegnen sich in ihr Kristallklangschalen, ein Stahlcello und organ.

Die Flammenorgel.

Die Flammenorgel.

Foto: Sandra Hoffmann

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Besucher aus dem In- und Ausland zieht es seit einem reichlichen Jahr vor allem in ein Kirchlein der Orlaregion: in die St.-Annen-Kapelle in Krobitz. Sie beherbergt das Kunstobjekt organ, eine Flammenorgel, die der Künstler und Musiker Carsten Nicolai aus Berlin eigens für diese Kapelle geschaffen hat. Weit über die Grenzen Thüringens hinaus erhält sie Aufmerksamkeit. Aus ganz Deutschland und Städten Europas haben Gäste bereits den Weg nach Krobitz gefunden, darunter auch ein Organist aus London.

„Die kleine Kapelle mit dem Instrument ist ein ganz fantastischer Ort und der Künstler ist weltbekannt“, weiß Projektleiterin Ulrike Rothe von der Internationalen Bauausstellung Thüringen GmbH (IBA) das große und überregionale Interesse zu erklären. An die 1500 Besucher zählten die Veranstalter im vergangenen Jahr zwischen Juli und September in Krobitz; am Tag des offenen Denkmals waren es allein zirka 400 Gäste. Seit April dieses Jahres ist die Kapelle an jedem ersten Sonntag im Monat geöffnet und jedes Mal können zwischen 30 und 50 Interessierte begrüßt werden. Zum Himmelfahrtsgottesdienst waren es sogar etwa 80 Gäste.

Den Himmelfahrtsgottesdienst erlebte auch Pina Bettina Rücker aus Leipzig. Als Klangarchitektin erforscht sie seit zehn Jahren auf der Bühne die Einsatzmöglichkeiten von Kristallklangschalen als Musikinstrument, deren dreidimensionales Wirken als Raumklang-Instrument und die menschlich erfassbaren Dimensionen von Raum und Zeit. Durch eine Leipzigerin, die im vergangenen Jahr die Improvisation des Orchestermusikers und Cellisten Matthias von Hintzenstern auf die Komposition Carsten Nicolais für seine Flammenorgel erlebte, war sie auf die Kapelle in Krobitz sowie die Licht- und Klanginstallation organ (zu deutsch: Orgel) aufmerksam geworden.

Dem Wunsch von Pina Bettina Rücker, ebenfalls auf die Flammenorgel-Komposition improvisatorisch reagieren zu dürfen, stimmte Carsten Nicolai zu. Als Partner gewann­ sie den freischaffenden Musiker Jan Heinke aus Dresden, der Klangobjekte baut und mit einem Stahlcello nach Krobitz kommen wird. Die musikalische Reaktion und Improvisation der beiden Künstler ist am Sonnabend, dem 8. September, zu erleben. Ab 14 Uhr wird an diesem Tag durch die IBA und die Kirchgemeinde Weira in die St.-Annen-Kapelle eingeladen. Was und wie zwischen den Musikern und den Instrumenten ablaufen wird, ist völlig offen. „Es wird ein Klang-Raum-Erlebnis“, blickt auch Ulrike Rothe dem Nachmittag mit Neugier entgegen. Spannend findet sie zudem die Stadt-Land-Beziehung, die sich durch das Projekt ergibt. Die St.-Annen-Kapelle ist darüber hinaus auch am Sonntag, dem 9. September, und damit dem Tag des offenen Denkmals geöffnet und zwar von 10 bis 17 Uhr. Betreut wird das Kunstprojekt gemeinsam von der IBA, der Kirchgemeinde Weira, den Einwohnern des Weiraer Ortsteiles Krobitz, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Künstlern, die inzwischen einen Freundeskreis gebildet haben. Diskutiert wird auch, wie das Projekt als touristisches Angebot eingebunden werden kann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren