GdP kritisiert Teilschließung der Polizei in Bad Lobenstein

Erfurt/Bad Lobenstein.  Massive Kritik hagelt es von der Gewerkschaft der Polizei an der Teilschließung der Polizeistation in Bad Lobenstein.

Diskussion um die nächtliche Schließung der Polizeistation Bad Lobenstein.

Diskussion um die nächtliche Schließung der Polizeistation Bad Lobenstein.

Foto: Kai Mudra / TA

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Die Polizeistation in Bad Lobenstein (Saale-Orla-Kreis) ist ab 1. Januar zur Tagesdienststelle geworden. Nachts bleibt sie künftig unbesetzt und damit geschlossen. Diese Regelung trifft auf massive Kritik der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Thüringen. „Personalmangel zwingt Polizei, sich aus Bad Lobenstein während der Nachtzeit zurückzuziehen“, lautet einer der Vorwürfe aus einer Erklärung.

Nach GdP-Angaben sei das Personal in der auch für die Polizeistation zuständigen Landespolizeiinspektion Saalfeld (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) auf das „für den taktischen Einzelfall absolut vertretbare Minimum“ reduziert worden. Was im Klartext heißt: Weniger geht nicht. Die Gewerkschaft sieht im nächtlichen Aus für die Polizeistation Bad Lobenstein zudem die Gefahr für weitere vorübergehende Schließungen von Polizeidienststellen.

Der Leiter der Polizeiinspektion Saale-Orla, Klaus Mergner, hatte kurz vor dem Jahreswechsel dieser Zeitung die Pläne für die nächtliche Schließung bestätigt. Der Erste Polizeihauptkommissar erklärte aber, dass stattdessen die Kollegen in der Region verstärkt nächtliche Streifen fahren sollen, um beispielsweise bei einem Notruf schnell vor Ort sein zu können.

Zusätzlich würden nach seinen Worten Zivilstreifen eingesetzt, um die Straßenkriminalität zu bekämpfen. Auch solle der Ermittlungsdienst in Bad Lobenstein durch zwei Kollegen gestärkt werden. Die jetzt gefundene Lösung sei auch deshalb besser, weil der Nachtdienst das Haus im Prinzip nicht verlassen durfte.

Seit Jahresbeginn würden Hilfesuchende an der Polizeistation über die Wechselsprechanlage mit der Polizeiinspektion in Schleiz verbunden. Der Chef verweist darauf, dass in den vier Wochen vor dem Jahreswechsel nur einmal nachts am Dienstgebäude in Bad Lobenstein jemand geklingelt habe.

Dieses Argument lässt die GdP nicht gelten. Das Anrecht auf eine Polizeidienststelle in Wohnortnähe könne keinesfalls daran festgemacht werden, wie oft an der Dienststelle geklingelt werde. Einzig die Zeiten für die Anfahrt zum Einsatz seien entscheidend, vor allem dann, wenn es sich um lange komplizierte Anfahrten im ländlichen Raum handle. Das treffe umso mehr zu, weil Notärzte und Rettungsdienste immer häufiger auf die Unterstützung der Polizei angewiesen seien, betont die GdP.

Die Landespolizeidirektion in Erfurt war am Freitag nicht in der Lage, sich kurzfristig zur Kritik der Gewerkschaft und dazu zu äußern, ob und wie viele weitere Polizeidienststellen im Land von einer Teilschließung beispielsweise in der Nacht betroffen sein könnten.

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