Geraer Metropol Kino feiert 100. Geburtstag

Gera  Als Ehrengäste werden Gojko Mitic und Thorsten Mertens am kommenden Mittwoch erwartet

„Alfons Zitterbacke“, hier eine Szene aus dem Original von 1966, wird abends im Hofkino gezeigt.

„Alfons Zitterbacke“, hier eine Szene aus dem Original von 1966, wird abends im Hofkino gezeigt.

Foto: DEFA-Stiftung

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Das alte mit neuem Leben erweckte Kino in der Leipziger Straße wird 100 Jahre alt. Nach der Trailerpremiere und der Umbenennung der Straßenbahnhaltestelle im Januar gibt es am kommenden Mittwoch, dem 29. Mai, ein großes Publikumsfest.

Ein vielfältiges Programm mit alten und neuen Filmen, viel Musik und besonderen Gästen beginnt um 14 Uhr mit Filmen für Kinder und Familien. Der erste Höhepunkt wird um 16 Uhr mit dem Defa-Indianerfilm „Tecumseh“ von 1972 sein. „Wir freuen uns außerordentlich, dass der Chefindianer der DDR, Gojko Mitic, kurz vor Filmbeginn im Metropol eintreffen wird und sowohl für ein Publikumsgespräch nach dem Film als auch zu einer Autogrammstunde für die Geraer zur Verfügung steht“, kündigt Theaterleiterin Caren Pfeil an.

Hofkino nach Einbruch der Dunkelheit

Für einige seiner damaligen Filmpremieren war er auch schon in den 1970ern nach Gera gereist und habe noch gute Erinnerungen daran, wie er verriet.

Neben aktuellen Filmen, wie der Preview „Rocketman“ über den Musiker Elton John, wird es noch einmal Höhepunkte des vergangenen Jahres geben wie „Ballon“ und „Gundermann“. Es gibt einen sehr lustigen Stummfilm von 1924 von und mit Buster Keaton „Sherlock Jr.“, der von der „Combo“ aus München live musikalisch begleitet wird. Am späten Abend huldigt das Kino noch einmal den namensgebenden Filmen für seine drei Säle. Vor der Vorstellung von „Halbe Treppe“ gegen 21 Uhr gibt es Gelegenheit, Schauspieler Thorsten Merten, der derzeit einen Tatort in Weimar dreht, in einem Publikumsgespräch kennenzulernen. Der Clou: Nach dem Eindunkeln gibt es Hofkino mit „Alfons Zitterbacke“ – dem Original von 1966. Dafür gibt es vorab keine Reservierungsmöglichkeit. Vielmehr heiße es, Erster sein, fünf Euro zahlen und Platz sichern. Überhaupt soll der Hof an diesem Tag und Abend zu einem Bier- und Weingarten werden. Kinder können basteln und sich verwandeln, Erwachsene können Filmplakate ergattern oder im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern des Metropols, Markus Eisele und Christian Pfeil erfahren, wie man heute erfolgreich Kino macht.

Außerdem präsentiert das Kino an diesem Tag den Kalender zum Jubiläum, der – ausgestattet mit dem Kalendarium von 2020 – mit vielen auch seltenen Fotos 100 Jahre Kinogeschichte erzählt. Ihn wie auch Metropol-T-Shirts wurden von Hausgrafiker Gerald Risch gestaltet. Ihn kann man am Mittwoch treffen und dabei vielleicht sogar Originaldrucke seiner monatlich handgezeichneten Schauspielerporträts erwerben.

Zwischen den Filmen musiziert die Gruppe „Simplay“ aus Gera mit Gitarre, Gesang und Cajon, die Fuchstal-Chaoten singen Gundermann, der Moderator, Autor und Musiker Julius Fischer aus Leipzig liest aus seinem Buch „Ich hasse Menschen“ und singt das eine oder andere lustige Lied dazu. Die ehemalige Mitarbeiterin und Rutheneum-Absolventin Itje ­Zepnik singt Jazz.

Der Abend kann beim Krimi „39 Stufen“ oder auch am Feuer im Hof ausklingen.

Alle Filme am Festtag kosten 6 Euro, Kinder 4,50 Euro. Tickets werden schon verkauft. Das Rahmenprogramm ist kostenlos, wobei die Musiker sich freuen, wenn Geld im Hut klimpert oder besser knistert.

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