Greizer Gymnasiasten zeigen Kreativität und setzen sich ehrgeizige Ziele

Greiz  Im Rahmen des Kulturagenten-Programms beschäftigen sich Greizer Gymnasiasten mit Design und Tanz

Die erste Choreographie zu schnellen Hip-Hop-Rhythmen haben die Schüler schon mit Sebastian Richter (vorne) von der Geraer Tanzschule Schulze einstudiert. Jetzt liegt es an den Schülern selbst mit den erlernten Grundschritten eine eigene Tanzperformance zu gestalten.

Foto: Rebecca Rech

Nach dem Auftakt mit dem Geraer Künstler Erik Buchholz findet das Kulturagenten-Programm am Ulf-Merbold-Gymnasium, das den Austausch zwischen Bildungseinrichtungen und Künstlern fördern soll, eine Fortsetzung. Musik und Tanz sowie Design und ökologisches Bewusstsein stehen diese Woche im Fokus der 7. Klassen.

So ist Designerin Sandra Ritter, die in Hamburg das Label „Humanity“ gegründet hat, an ihre Schule zurückgekehrt, um die Kreativität aber auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit der Schüler zu fördern. Gemeinsam mit Kunstlehrerin Heike Seifert, Kulturbeauftragte der Schule, widmet sie sich mit 20 Schülern nicht nur der Entwicklung der Textilindustrie, sondern stellt ökologische Aspekte in den Vordergrund. „Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Modeindustrie angekommen, gerade durch viele Start-ups. Es ist das einzige, was man machen kann, um in Deutschland auch zu produzieren, wenn es immer nur um den Preis geht“, betont Ritter, zeigte sich aber von den noch heutigen Auswirkungen der Greizer Textilindustrie beeindruckt, seien es die Vorkenntnisse der Schüler oder die gute Versorgung der Lehrer mit Nähmaschinen.

So arbeiten die Schüler nach einem Designkonzept, das die Natur – die keinen Abfall kennt – zum Vorbild hat. „Das Ziel ist es, von einem Stück Stoff alles zu verwenden, so dass keine Reste zurückbleiben“, blickt Kulturagentin Jana Laser auf das Projekt „Cradle to Cradle“ (wörtlich: Wiege zu Wiege). Asiatische Schnitte beschäftigten so die Schüler, die ihre Entwürfe zunächst aus Papier falteten und erste Nähtechniken verfeinerten. Natürliche Farbstoffe standen unterdessen bei Heike Seifert im Zentrum, die als Zusatzangebot mit den Schülern nicht nur Batik- und Shiboritechniken ausprobierte, sondern für die Farbgebung auf rote Beete, Walnussblätter oder Zwiebelschalen zurückgriff.

Als ehrgeizige Frist für ihre Designs haben sich die Schüler den Freitag vorgenommen, um die Projekte zu präsentiert – dann haben auch die 25 Siebtklässler ihren großen Auftritt, die an Hip-Hop-Choreographien arbeiten. Mit Sebastian Richter von der Tanzschule Schulze widmen sie sich seit Montag dem Aufbau von Musiktiteln, Instrumentalisierung und der rhythmischen Umsetzung. Nachdem eine feste Choreographie einstudiert wurde, standen gestern verschiedene Grundschritte und Möglichkeiten, diese zu variieren, im Fokus. Heute und morgen sollen die Jugendlichen ihre eigene kleine Choreographie entwickeln. Dazu geht es in die Geraer Tanzschule, um sich vor den Spiegelwänden selbst ein Bild von ihren Fortschritten zu machen.

Das Programm

„Kulturagenten für kreative Schulen in Thüringen ist ein Programm des Freistaates, des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport sowie der Thüringer Staatskanzlei, gefördert durch die „Mutik“ gGmbH, die Kulturstiftung des Bundes sowie die Stiftung Mercator. Förderpartner ist hier die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen, in deren Auftrag Jana Laser als Kulturagentin tätig ist. Seit dem Schuljahr 2017/18 ist das Projekt am Greizer Gymnasium.

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